Dass in vielen syrischen Städten seit Wochen schon ein Klima der Angst und des scheinbar wahllosen Terrors herrscht, ist nach wie vor fast die einzige Formulierung, auf die sich die tief verfeindeten syrischen Konfliktparteien einigen können. Doch während die Regierungsgegner behaupten, Baschar al-Assads Truppen gingen erbarmungslos gegen unbewaffnete Demonstranten vor, beklagt der Präsident, »Terroristen« hätten bereits fast 2000 Angehörige der Sicherheitskräfte bei Anschlägen getötet. Assads Gegner zählen 5000 Opfer in den eigenen Reihen. Beide Seiten geben nur Zahlen der eigenen Opfer bekannt und bestreiten »unprovozierte« Tötungen durch ihre Bewaffneten.
Die Abgesandten der Arabischen Liga haben nun die nicht einfache Aufgabe, erstens für ein Ende des Tötens zu sorgen und zweitens Schuldige zu benennen. Das ist kompliziert genug, wird aber noch erschwert durch den von außen ausgeübten Druck, keine andere als die eigene Version der »Wahrheit« zu akzeptieren. Der Generalsekretär der Arabischen Liga, der Ägypter Nabil al-Arabi, zog sich am Montag beim Streit um die sogenannten Heckenschützen auf die salomonische Formel zurück: »Es ist schwer zu sagen, wer auf wen schießt.«
In den vergangenen Tagen hatte es widersprüchliche Aussagen zu den Scharfschützen gegeben. Der die Beobachtermission leitende sudanesische General Mohammed Ahmed Mustafa al-Dabi bestritt, dass eines seiner Teammitglieder die Präsenz von Heckenschützen in der Stadt Daraa bestätigt habe, die im Auftrag der Regierung in Damaskus handelten. Von den Assad-Gegnern wird Dabi nun angefeindet, weil er zu Hause angeblich in Menschenrechtsverletzungen verwickelt sein soll. In der Sache allerdings konnten die Kritiker nichts Konkretes gegen ihn vorbringen. Bis Wochenmitte soll Dabi der Arabischen Liga seinen ersten schriftlichen Bericht übermitteln. Liga-Generalsekretär Arabi sagte, dass seit Beginn der Beobachtermission 3484 Häftlinge aus syrischen Gefängnissen freigelassen worden seien.
Israels Verteidigungsminister Ehud Barak, einst Ministerpräsident der Arbeitspartei, meint, der Sturz des syrischen Präsidenten sei erstens nur noch eine Frage von Wochen und zweitens ein »Segen« für den Nahen Osten. Ersteres wird tatsächlich immer wahrscheinlicher. Dass Israel, das die syrischen Golan-Höhen seit 1967 widerrechtlich besetzt hält, allerdings mit einem vermutlich deutlich islamisch-militanter ausgerichteten Assad-Nachfolger besser bedient ist, dürfte zu bezweifeln sein.
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.
War das nicht der Hintergrund für die geringe Zahl der Beobachter?
dann wären die Heckenschützen in der Zwickmühle
von den Demonstranten möglicherweise verfolgt,
von der Armee, die mit denen rein gar nichts zu tun haben könnte,
und dann auch noch von den massenhaft auftauchenden Beobachtern.
Warum überzeugt das nicht so richtig?
ist eng mit glauben verbandelt
"dann wären die Heckenschützen in der Zwickmühle von den Demonstranten möglicherweise verfolgt"
... von welchen Demonstranten? Von den Anti-Assad- oder den Pro-Assad-Demonstranten :-(((
... Assad, Gaddafi, Ahmadinedschad, Saddam mögen schlimme Schurken gewesen sein oder sind es noch - aber deswegen wird die westliche Lügenpropaganda nicht glaubhafter
... letztendlich geht es immer nur um Macht und Profit ( www.carookee.net/forum/freies-politikforum/19/28605632#28605632 ) in den "richtigen", in "unseren" Händen, - - - Blut für Öl, es können auch seltene Erden sein :-(((
... bei dieser Gelegenheit sei auch gesagt, die Karikaturen des ND sind nur noch zum Abo-Abbestellen, insbesondere die gestrige und heutige von diesem Hachfeld - - - mensch kann da nur noch zornig hach hach hach japsen und faßt nicht, was dieser Sch... in einer sozialistischen Tageszeitung zu suchen hat :-(((
... liebe Reda,
"liebe Reda"
bitte laßt die "Karikaturen" künftig besser weg, solange ihr keine fähigen Karikaturisten gefunden habt
Ich hatte bislang noch nichts von Heckenschützen gelesen oder gehört, die Pro-Assad-Demonstrationen – oder muss man Jubelperserveranstaltungen – unter Beschuss genommen hätten,
lasse mich natürlch gerne eines Besseren belehren.
Warum möchte man es im Übrigen den Ölgierstaaten überlassen, sich das Fähnchen anzustecken, gegen eine Diktatur eingetreten zu sein, zumal das meist nur dann geschieht, wenn deren Interessen allzu sehr bedroht werden.
Nun, eine Achse Gadhafi-Berlusconi-Putin ist Geschichte und erstgenannter wird keinen roten Teppich mehr in Paris und Berlin erhalten, wie es nun in Libyen weiter geht?
Auch Syrien wäre ein Leerbeispiel für eine Linke, die frühzeitig kriegerische Katastrophen mit politischer, wirtschaftlicher Gestaltung vermeiden will, um einen pazifistischen Weg gehen zu können.
Vor Jahren, nicht schon vor nun fast einem Jahr, hätte man darauf drängen sollen, eine freie Berichterstattung aus Syrien offenzuhalten oder zu erreichen, anfangen sollen, einen Überwachungsstaat zur Öffnung aufzufordern oder zu ermuntern - soweit dies eben nicht geschehen war.
Für den Iran steht das auch an.
Wenn ich mal in Haaretz kommentiere, so fordere ich immer, der Iran möge der USA einen Denkzettel dadurch verpassen, indem er vor dieser die Todesstrafe abschaffte,
und freue mich, wenn die Hisbollah für den Wohnungsbau im Libanon international gelobt, die Machenschaften des Hariri-Clans hingegen verdammt werden.
Aktuelle Ausgabe: 25.05.2012
Sind Frauen die besseren Politiker?
Preis: 15,90 €
Preis: 17,99 €
Werbung:
Werbung: