Berlin (nd-Klemm). Für Bundespräsident Wulff beginnt das neue Jahr so, wie das alte endete: Er ist wegen seines Hauskredits weiter in den Schlagzeilen. Diesmal warten die »Süddeutsche Zeitung« und die »Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung« mit dem Vorwurf auf, das Staatsoberhaupt habe versucht, die erste Veröffentlichung der »Bild«-Zeitung über das Darlehen zu vereiteln.
Zu diesem Zweck rief Wulff bei »Bild«-Chefredakteur Kai Diekmann an. Wie die »Süddeutsche« berichtet, drohte Wulff den »endgültigen Bruch« mit dem Springer-Verlag an, falls »Bild« diese »unglaubliche« Geschichte veröffentliche. Der Bundespräsident habe von »Krieg führen« gesprochen und mit einem Strafantrag gegen Journalisten gedroht, heißt es weiter. Doch Diekmann konnte den Anruf nicht entgegennehmen. So hinterließ Wulff die Drohung auf der Handy-Mailbox. Zwei Tage nach der Veröffentlichung hat er noch einmal den Chefredakteur kontaktiert und sein Handeln bedauert. »Bild« hat unterdessen die Einflussnahme Wulffs bestätigt. Offen blieb gestern, ob die Nachricht auf der Mailbox noch existiert.
Doch damit nicht genug: Wulff soll außerdem den Chef des Springer-Verlags, Mathias Döpfner, aus dem gleichen Motiv angerufen haben. Der ließ Wulff abblitzen und verwies auf die Unabhängigkeit der Redaktion.
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) kritisierte Wulff dafür, die Medien manipulieren zu wollen. »Prominente müssen sich kritische Berichterstattung als Teil der Meinungsfreiheit gefallen lassen«, so DJV-Chef Michael Konken. Wulff selber bezog keine Stellung zu dem Telefonat. Über Vieraugengespräche und Telefonate gebe er grundsätzlich keine Auskunft, hieß es aus dem Bundespräsidialamt. Personalien Seite 4
Ein umstrittener Privatkredit, sein Umgang mit den Medien und nun der Verdacht auf Vorteilsannahme. Bundespräsident Christian Wulff hat am 17. Februar seinen Rücktritt erklärt, nachdem die Staatsanwaltschaft die Aufhebung der Immunität Wullfs beantragt hat. Sie will wegen des Anfangsverdachts der Vorteilsannahme und Vorteilsgewährung gegen das Staatsoberhaupt ermitteln.
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Wulff erinnerte in Lindau an das Grundprinzipien der Marktwirtschaft: „Risiko und Haftung gehen Hand in Hand … Wer Risiken eingeht, kann auch scheitern. Dieses Prinzip muss auch für den Finanzsektor gelten, für kleine Anleger wie für große Finanzinstitute.“ Hier müsse Versäumtes dringend nachgeholt werden. Und: „Die Versündigung an der jungen Generation muss ein Ende haben.” (vgl. „Zeit“ v. 24.8.2011)
Meinen Sie, er hätte mit dieser Aussage das ESM-Gesetz unterschrieben? Meinen Sie nicht auch, dass dies ein guter Grund ist, ein Staatsoberhaupt mit der finanzelitengesteuerten Zunft in Grund und Boden zu schreiben.
Für mich besteht da kein Zweifel. Der Mann ist ein Hindernis auf dem Weg zur Weltregierung, mehr nicht. Und wenn nicht mehr gefunden wurde, als ein Kredit, den er von einem Bekannten zu günstigen Konditionen erhielt, dann haben wir einen einzigartig guten Präsidenten.
Hoffentlich bleibt er uns bis zum Scheitern des ESM erhalten !!!
Hieß es nicht immer, Christian Wulff sei ein Bundespräsident, der mit der Zeit geht?!?
Jetzt wird es jedenfalls allmählich höchste Zeit, dass er geht...
misanthrope.blogger.de
Aktuelle Ausgabe: 25.05.2012
Der Pate Kai Diekmann / Der 47-Jährige ist seit 2001 Chefredakteur der »Bild«-Zeitung
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