Kabul (dpa/nd). Die geplante Auslandsvertretung der afghanischen Taliban soll internationale Kontakte erleichtern. Gleichzeitig machten die Aufständischen jedoch klar, dass es sich dabei um kein offizielles Angebot für Friedensgespräche mit den USA oder der Regierung in Kabul handelt.
»Ungeachtet unserer Stärke (in Afghanistan) sind wir bereit, ein Büro außerhalb des Landes zu eröffnen, um in einen Dialog mit der internationalen Gemeinschaft zu treten«, sagte Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid einer am Dienstag verbreiteten Erklärung zufolge. An der Forderung eines vollständigen Abzugs aller ausländischen Truppen aus Afghanistan werde jedoch unverändert festgehalten, betonte er.
Der Nachrichtenagentur dpa erklärte Sprecher Mudschahid am Dienstag: »Wir werden unsere Militäraktionen nicht einstellen, auch wenn wir ein Büro in Katar eröffnen.« Dieser Schritt bedeute nicht das Ende »unseres heiligen Kampfes gegen die Invasoren«.
In den vergangenen Monaten hatte es immer wieder Spekulationen über die Eröffnung eines Taliban-Büros in Katar gegeben, mit dessen Hilfe Friedensgespräche mit den USA und der afghanischen Regierung in Gang gebracht werden könnten. Präsident Hamid Karsai bemüht sich seit Langem, die Taliban an den Verhandlungstisch zu bringen. Das Ausland unterstützt dieses Vorhaben, stellt allerdings Bedingungen. So sollen die Taliban vor der Aufnahme von Gesprächen auf Gewalt verzichten, sich vom internationalen Terrorismus lossagen sowie die afghanische Verfassung und die Menschenrechte respektieren.
Wer mag das sein? Wer hat sie erfunden? Wer hat sie installiert? Wem nützen sie? Wer wird die Miete zahlen in Katar?
Aktuelle Ausgabe: 24.05.2012
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