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Von Christian Klemm 04.01.2012 / Inland

Auch in der Union bröselt der Rückhalt

Durchhalteappelle an Wulff werden leiser

Bundespräsident Christian Wulff drohte im Dezember der »Bild«-Zeitung wegen ihrer Berichte über ihn. Andere Springer-Zeitungen erheben nun auch ältere Vorwürfe.

Die Unterstützung für den Bundespräsidenten schwindet langsam. »Viele Parteifreunde haben bei mir angerufen. Alle äußerten sich negativ zu Wulffs Verhalten«, sagte der Vize-Chef der CDU-Fraktion in Niedersachsen, Karl-Heinz Klare. Doch andere Konservative geben dem Präsidenten weiter Rückendeckung, auch nach Bekanntwerden der Drohanrufe bei »Bild«-Zeitung und Springer-Verlag, mit denen er die Berichterstattung über einen Hauskredit verhindern wollte. So CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe: Wulff habe sich für den Anruf entschuldigt, sagt der Politiker. »Diese Entschuldigung wurde angenommen. Das sollte nun auch von allen respektiert werden.« Und die Kanzlerin? Sie schweigt weiter beharrlich, nachdem sie Wulff vor Weihnachten unterstützt hatte.

Unterdessen gab es offenbar einen weiteren Versuch von Wulff, Einfluss auf die Medien zu nehmen. Die »Welt am Sonntag« erhebt den Vorwurf, dass er einen im Sommer erschienenen Text über eine seiner Schwestern vereiteln wollte. Das Bundespräsidialamt habe darauf gedrängt, den Bericht nicht zu veröffentlichen, auch sei ein Reporter zum Gespräch einbestellt worden, so der Chefredakteur der »Welt«, Jan-Eric Peters.

Dieser Artikel gehört zu folgenden Dossiers:

  • Affäre um Bundespräsident Christian Wulff

    Ein umstrittener Privatkredit, sein Umgang mit den Medien und nun der Verdacht auf Vorteilsannahme. Bundespräsident Christian Wulff hat am 17. Februar seinen Rücktritt erklärt, nachdem die Staatsanwaltschaft die Aufhebung der Immunität Wullfs beantragt hat. Sie will wegen des Anfangsverdachts der Vorteilsannahme und Vorteilsgewährung gegen das Staatsoberhaupt ermitteln.


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