Von der Siegerstaffel ist kaum noch einer übrig, doch die Euphorie ist groß. Die deutschen Männer sind in der Breite so nah wie lange nicht mehr an die Weltspitze im Biathlon herangerückt, und heute steht auch noch das neue Lieblingsrennen an: die Staffel von Oberhof.
Im Gegensatz zu den Frauen haben die Männer gute Erinnerungen an das vergangene Jahr, als alle Quartette in einer Windlotterie zusammen ganze 100 Strafrunden schossen. Die deutschen Athleten hielten sich mit nur zwei Extrarunden am besten und beendeten mit dem Sieg eindrucksvoll ihre Durststrecke seit Olympiagold 2006. Ein ähnliches Durcheinander am Schießstand ist auch heute nicht ausgeschlossen, starke Winde sind vorhergesagt. Trotzdem macht sich Arnd Peiffer keine Sorgen. »Ich bin mir sicher, dass es klappen wird«, sagte der Clausthal-Zellerfelder: »Im letzten Jahr war es auch schwierig und da haben wir es auch hingebracht.«
Peiffers Saisonergebnisse waren zwar bislang kaum berauschend, aber das kennt er nicht anders. »Ich habe damit ein paar Jahre Erfahrung und bleibe ganz entspannt. Ich weiß, dass der Motor im Januar zündet«, ist sich der 24-Jährige sicher.
Der Sprintweltmeister ist der einzig Übriggebliebene der Vorjahresstaffel. Für die Lokalmatadoren Alexander Wolf und Christoph Stephan fällt die gesamte Saison verletzungsbedingt aus. Und auch Michael Greis musste den Oberhofer Weltcup gestern wegen einer hartnäckigen Fußverletzung absagen. »Ich habe die Team-Challenge auf Schalke als Testwettkampf genommen und musste erkennen, dass der Fuß noch nicht so weit ist«, begründete Greis die zweiwöchige Zusatzpause. »Vor allem mit Blick auf die Heim-WM in Ruhpolding wollen wir jetzt etwas Luft ranlassen.«
Trotz dieser namhaften Ausfälle ist Trainer Mark Kirchner zuversichtlich vor der heutigen Entscheidung, für die er neben Peiffer Andreas Birnbacher, Simon Schempp und Florian Graf nominiert hat. »Mit dem Saisonverlauf bin ich sehr zufrieden, auch wenn anfangs die Ausreißer nach oben fehlten«, resümierte Kirchner. »Der Sieg von Birnbacher in der Verfolgung von Hochfilzen hat dann auch endlich das erste Topergebnis auf die Anzeigetafel gebracht.«
Birnbacher ist überzeugt, die gute Form konserviert zu haben. Und auch bei den anderen Startern ist sich Kirchner einer guten Vorstellung sicher. »Wir haben eine ausreichende Anzahl an starken Athleten, die wir auch bei der WM jederzeit an den Start schicken können. Deshalb gibt es auch für niemanden eine Stammplatzgarantie«, so der Trainer. Gute Platzierungen in Oberhof könnten daran vielleicht etwas ändern.
Vom 3. - 8. Januar 2012 läuft die Biathlonelite wieder durch den Thüringer Wald. An die 100 000 Fans werden in Oberhof mit ihren deutschen Lieblingen und den internationalen Stars mitfiebern.
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Aktuelle Ausgabe: 25.05.2012
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