»Bad Belzig als Kreisstadt und ganz Potsdam-Mittelmark freuen sich und fiebern dem Deutschen Wandertag entgegen«, sagt Landrat Wolfgang Blasig (SPD). Der Deutsche Wanderverband hat das seit 1883 veranstaltete Großereignis erstmals in den Fläming und damit nach Brandenburg vergeben. Zwischen dem 20. und dem 25. Juni werden rund 50 000 Besucher erwartet. Derzeit sind schon 7500 Übernachtungen gebucht. Man rechnet mit Gästen aus der gesamten Bundesrepublik und aus dem europäischen Ausland. Gestern informierten die Organisatoren über Details.
Es soll 264 geführte Wanderungen, zwölf Etappenwanderungen, 25 Kremserfahrten und drei Bustouren geben. Zum Rahmenprogramm gehören 291 Kulturveranstaltungen und 522 Besichtigung etwa von Burgen und Museen. Bad Belzig wird für ein Jahr lang zur deutschen Wanderhauptstadt ausgerufen. Gewandert wird aber nicht nur dort, sondern im gesamten Fläming, also in den brandenburgischen Landkreisen Teltow-Fläming und Potsdam-Mittelmark sowie im Nachbarland Sachsen-Anhalt, denn bis dorthin erstreckt sich diese Landschaft. Es geht sogar noch über die Grenzen des Fläming hinaus ins Havelland, in den Spreewald und nach Berlin.
»Viele meinen, es müssten Berge her, wenn man wandern will«, weiß Jörg Haase, Vizepräsident des Deutschen Wanderverbandes. »Das stimmt gar nicht.« Gerade für ältere Leute sei das Wandern im Flachland attraktiv. Der Fläming erweist sich insgesamt als ziemlich flach, wenngleich dort der Hagelberg liegt. Mit seinen rund 200 Metern gilt er immerhin als die zweithöchste Erhebung Brandenburgs, nur übertroffen vom Kutschenberg bei Ortrand (Oberspreewald-Lausitz). Der ist ein klein wenig größer.
Der Deutsche Wanderverband ist die Dachorganisation von 58 regionalen Wandervereinigungen. Er schaute sich im Dezember im Fläming um, weil er herausfinden wollte, wie weit die Vorbereitungen gediehen sind. Haase zeigt sich sehr zufrieden.
Gegenwärtig werden extra für den Deutschen Wandertag zirka 100 Wanderleiter und noch einmal rund 100 Wanderbegleiter geschult. Die jeweilige Ausbildung dauert 80 beziehungsweise 20 Stunden.
»Wandern ist die Urform des Tourismus«, sagt Jörg Haase. Mit den Menschen, die auf Schusters Rappen unterwegs sind, verdienen zum Beispiel Hotels und Gaststätten viel Geld. Es werden insgesamt Umsätze in Milliardenhöhe erzielt. Die Region hofft, dass viele Gäste in späteren Jahren wieder kommen. Schon jetzt verzeichnet der Tourismusverband Fläming eine Million Übernachtungen pro Jahr und es werden leichte Zuwächse registriert, wie der Geschäftsführer Traugott Heinemann-Grüder berichtet.
Für Touren bieten sich im Fläming folgende Abschnitte an: Der 147 Kilometer lange Burgenwanderweg im Naturpark Hoher Fläming, der in acht Etappen an den Burgen Eisenhardt und Rabenstein, an Schloss Wiesenburg und an der Bischofsresidenz Burg Ziesar vorbeiführt; oder der Internationale Kunstwanderweg zwischen Bad Belzig und Wiesenburg mit einer 19 Kilometer langen Nordroute und einer 16 Kilometer langen Südroute.
Aktuelle Ausgabe: 21.05.2012
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