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Von Gerald Fritsche, dpa 06.01.2012 / Sport

Björgen jetzt in Führung

Deutsche Skilangläufer peilen bei der Tour de Ski Plätze unter den ersten Zehn an

Mit einer starken Energieleistung haben Jens Filbrich und Tobias Angerer sowie Katrin Zeller und Steffi Böhler ihre Chancen auf eine Top-Ten-Platzierung bei der Tour de Ski der Langläufer gewahrt. Am Donnerstag kam das Männerduo auf dem siebten Tagesabschnitt über 32 Kilometer von Cortina nach Toblach auf den Plätzen 12 und 13 ins Ziel und hat bis zum siebten Rang nur noch einen Rückstand von zwölf Sekunden. Alle Läufer waren mit ihren Abständen aus der Gesamtwertung hinter dem Führenden Schweizer Dario Cologna gestartet, der einsam an der Spitze die Grundlage zu seinem dritten Gesamtsieg legte. Er hat vor den letzten beiden Etappen am Wochenende 1:20 Minuten Vorsprung vor dem Norweger Petter Northug, der erheblich viel Zeit verlor.

Katrin Zeller peilt derweil das beste Tourergebnis ihrer Karriere an. Nach Platz neun im 15-km-Rennen belegt sie nun auch im Gesamtklassement diesen Rang. Steffi Böhler verteidigte Platz elf. Mit ihrem vierten Sieg hintereinander löste Marit Björgen die Polin Justyna Kowalczyk als Spitzenreiterin ab. Die Norwegerin hat jetzt sieben Sekunden Vorsprung.

»Das war die erwartet schwere Etappe. Aber wir haben mit Fibs sehr gut harmoniert und die Gruppe angeführt. Leider haben die anderen nicht so mitgemacht, sonst wäre vielleicht noch mehr drin gewesen«, sagte Angerer. Der Vachendorfer ist optimistisch, nun noch angreifen zu können: »Das nächste Rennen ist ein Massenstartwettbewerb, bei dem es viele Bonussekunden bei Zwischensprints gibt. Und die sind diesmal oben am Berg, das liegt mir.«

Filbrich geht als bester DSV-Läufer ins Finalwochenende. »Das ist schön, aber auch nur eine Momentaufnahme. Und es ist ja auch nur eine Zehntelsekunde, die ich vor Tobi liege«, sagte der Frankenhainer. Für den 20-Kilometer-Klassiklauf am Samstag sieht er nicht nur Vorteile. »Normalerweise könnte man einen Mannschaftszug mit den Teamkollegen aufmachen. Aber der würde durch die vielen Sprints sicher gesprengt werden. Wir werden zusammenarbeiten, wenn sich die Möglichkeit ergibt. Aber planen kann man dies nicht«, sagte der Thüringer.

Eine neue Erfahrung machte Tim Tscharnke. Der Youngster aus Biberau, der bislang eine hervorragende Tour absolviert, war in seiner Gruppe zweimal fast abgeschlagen. »Das war die schwerste Etappe, die ich je gelaufen bin. Ich konnte mich nur mit Mühe wieder herankämpfen«, meinte der Olympiazweite von Vancouver.

Überraschend kam der Sololauf von Cologna. Zwar hatte Northug schon nach drei Kilometern zu ihm aufgeschlossen, sich dabei aber offensichtlich übernommen. Während der Schweizer sein Rennen von der Spitze lief, fiel der Norweger wieder zurück und konnte erst im Zielsprint Platz zwei zurückerobern.

Glatt lief es dagegen für Katrin Zeller. »Es war wieder ein Wahnsinnsrennen. Mit Astrid Jacobsen haben wir ein tolles Gespann gebildet und mit den super präparierten Ski hatte ich keine Probleme, dranzubleiben«, meinte die Oberstdorferin. Auf der Strecke büßte sie im Vergleich zu Kowalczyk nichts ein. »Das ist das eigentlich Hervorzuhebende. Katrin ist voll dran an der Weltspitze und auch Steffi hat wieder überzeugt«, lobte Bundestrainer Jochen Behle.

Ein »Herzschlagfinale« deutet sich zwischen Björgen und Kowalczyk an. Die Norwegerin lief der bisherigen Spitzenreiterin auf der Zielgeraden davon und hat nun beste Aussichten auf den ersten Gesamtsieg.

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