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Variante Krieg?

Standpunkt von Roland Etzel

Bereits die Kraftmeierei an der Meerenge von Hormuz vergangene Woche hatte einen weiteren Golfkrieg in bedrohliche Nähe rücken lassen. Die Führung in Teheran ließ wie erwartet die Drohung des Westens mit weiteren Boykottmaßnahmen gegen Iran nicht ohne Gegenprovokation verstreichen. Eine tatsächliche Abriegelung der Meerenge hätte unweigerlich zum Krieg geführt.

Dem von Washington herbeigesehnten? Das ist schwer vorstellbar nach all dem, was US-Regierungen mit ihrer Politik in jüngerer Zeit in der Region verursachten: zwei von ihnen 1991 und 2003 geführte Kriege mit Hunderttausenden Toten während der Kampfhandlungen und noch mehr danach, zerbombte Städte und ein aufgrund der Kriege dem finanziellen Kollaps entgegen taumelnder US-Staatshaushalt.

Dennoch - die Obama-Regierung verhält sich genauso, als könne sie den nächsten »Wüstensturm« kaum noch erwarten. Zwar schwingt im Tonfall Obamas auch jetzt nicht jene schnoddrig-überhebliche Aggressivität der Bush-Administration mit. Doch abgesehen von seiner Außenministerin, die wohl lieber heute als morgen an Israels Seite in einen Krieg gegen Iran ziehen würde - auch die Äußerungen des Präsidenten zu Iran werden immer düsterer. Man gewinnt den Eindruck, der selbst für US-Verhältnisse ungewohnt aggressive Wahlkampf seiner republikanischen Gegner drängt ihn immer mehr in Richtung der amerikanischsten Variante eines präsidentialen »Befreiungsschlages«.

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3 Kommentare zu diesem Artikel

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  • guenter1952, 07. Jan 2012 16:26

    Nicht nur die Republikaner,

    auch die Israel-Lobby in den USA und die damit verbundene israelische Regierung drängen zum Krieg. Und zwar so wüst und radikal, wie man es sich hier kaum vorstellen kann.
    In der Presse in den USA, in der der zionistische Einfluss riesengross
    ist, wird offen für den Krieg getrommelt.
    Zitat:
    "Am Freitag (gemeint ist der 30.12.2011, d.V.) klatschte der Redaktionsrat der „New York Times“ den US-militärischen Drohungen gegen Iran Beifall und forderte „maximalen wirtschaftlichen Druck“ gegen das Land.

    Und das ist die „progressive“ einflussreichste Zeitung Amerikas!. Die rechte Presse, die mit ihren Hassreden jeden Tag Millionen von Menschen erreicht, ist sogar noch schlimmer."

    linkemeinung.blogspot.com/

    • Permalink

  • Rotspoon, 07. Jan 2012 19:36

    Wenn ich nicht irre

    War der Untergang des Imperium Romanum von drei Jahrhunderten immer desaströserenden Kriegen an der Peripherie gekennzeichnet. Gegenwärtig läuft alles viel schneller. Die Gefahren sind groß, denn die Amerikaner agieren zunehmend irrational.

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  • timundstruppi, 08. Jan 2012 12:30

    die amerikaner...

    ..haben wirklich kein interesse an einem weiteren waffengang. des weiteren denke ich nicht, dass der iran der schwaechere in einem solchen konflikt ist. in den diskussionen hier wird immer mal wieder gesagt, der iran wuerde den kuerzeren ziehen und der nahe osten in flammen aufgehen - nur eines kann jedoch geschehen - bei einem krieg vermutlich das zweitere. das macht obama angst.
    die republikanischen praesidentschaftskandidaten machen obama zur zeit wenig sorge, denn sie zeigen wie schlecht aufgestellt und zertstritten die partei zur zeit ist. obama will lieber arbeitsplatzbeschaffungsmassnahmen bis kurz vor der wahl durchsetzen und die arbeitslosenquote druecken, um die abgehaengten für sich zu gewinnen und die republikaner mit ihren staendigen steuersenkungsplaenen anzugreifen. alles, was er nicht gebrauchen kann, ist ein krieg, den die mitte und die linke in den usa ganz bestimmt nicht wollen. aber leider gibt es beim nd keinen wirklichen washington-korrespondenten, der so etwas einmal anlysieren koennte - gerne auch mit einem anderen ergebnis.

    • Permalink

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