Wie die »Berliner Zeitung« am Dienstag berichtete, sind arbeitslose Menschen in der Bundesrepublik öfter von Armut bedroht als in anderen Ländern Europas. Demnach waren 70 Prozent aller deutschen Erwerbslosen »armutsgefährdet«. Im EU-Durchschnitt hingegen nur 45 Prozent. Damit belegt das reiche Deutschland den traurigen Spitzenplatz innerhalb der EU. In keinem anderen Mitgliedsstaat ist das Armutsrisiko für Menschen ohne Arbeit größer.
Als armutsgefährdet gilt, wer weniger als 60 Prozent des nationalen mittleren Einkommens zur Verfügung hat. In der Bundesrepublik liegt diese Schwelle derzeit bei 940 Euro. Das gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Institut macht dafür vor allem zwei Gründe aus: Zum einen seien die Leistungen für Betroffene zu Beginn ihrer Arbeitslosigkeit »relativ niedrig«, wie Institutsforscher Eric Seils der »Berliner Zeitung« sagte. Zum anderen hätten die Betroffenen nur einen relativ kurzen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Selbst wer länger als 20 Jahre durchgehend berufstätig war, erhält nach zwölf Monaten Erwerbslosigkeit nur noch Hartz IV. Dass es anders geht, zeigt beispielsweise Dänemark. Dort haben die Betroffenen vier Jahre lang Anspruch auf Arbeitslosengeld. In den Niederlanden und Österreich ist nicht nur die Arbeitslosenquote deutlich niedriger. Bei unseren Nachbarn sind Erwerbslose zudem weniger von Armut bedroht als in der Bundesrepublik.
Eric Seils fordert deshalb eine längere Bezugsdauer für das Arbeitslosengeld. Die Versicherungsleistung wird zwar auch heute schon länger als ein Jahr ausgezahlt, allerdings nur, wenn die Betroffenen älter als 50 Jahre sind. Kommentar Seite 4
Wenn mein Einkommen als Erwerbsminderungsrentner 940,00 € betragen würde, wäre ich echt Wohlhabend. Ich bin es eigentlich schon, gegenüber so manchem, mit rund 700,00 €. Mit welch unrealistischen Mondeinkommen wird denn hier Armut definiert. Soll mit solchen Definitionen der Armut, der Eindruck erweckt werden, auf welch hohem Niveau man im deutschen Ländle als Arm gilt.
... na, mal wieder typisch: "Der Arbeiter ist des Arbeiters schlimmster Neider" oder ist bzw. war @Manni vor seiner Erwerbsminderung etwa kein Lohn/Gehaltsempfänger? oder anders herum: "Wer freiwillig kriecht, spürt nicht den Druck, der ihn zum Kriechen zwingt."
Ja, ich war vor meiner Verentung auch mal Arbeiter/Angestellter, dass war vor dem Beitritt der östlichen Beitrittsgebiete zu unserer westlichen Förderation. Da war Arbeiten nicht nur Recht sondern auch Pflicht. Man konnte nur einen Beruf ergreifen, den die zentrale Lehrstellenplanung für einen bereit hielt. Das heißt, man mußte gegebenenfalls auch einen Beruf lernen, den man nicht wollte. Das empfand man unter Umständen als schlecht. Man ärgerte sich vielleicht sogar. Doch am Ende hat man gut verdient, und womit, war dann nicht mehr so wichtig. Meine Meinung, dass gut arbeitende Menschen auch gut verdienen müssen, habe ich seit damals, und bis heute nicht geändert.
Dass man gut arbeiten muß, um gut leben zu können, versteht sicher auch jeder.
In diesem Kapitalismus müssen alle Arbeiter und Angestellten gut arbeiten, gut leben können aber nur die Kapitalgeber, Gläubiger und Eigner. Die Arbeiter und Angestellten werden um ihren gerechten Anteil (Lohn und Gehalt) am Erwirtschafteten zunehmend und immer mehr beschissen. Es gibt einen großen Teil sogenannter präker Beschäftigter. Das sind Arbeitnehmer, deren Lohn so niedrig ist, dass er durch Sozialleistungen vom Staat ergänzt (Aufgestockt) werden muß, damit sie Leben können. Und da ist diese Armutsgrenze von 940,00 €. Die scheint mir scheinheilich hoch angesetzt, wenn sich im Gegensatz dazu die Regelsätze zur Existensicherung für Sozialleistungen, wie Grundsicherung, Hartz IV und auch eben meine Erwerbsmindrungsrente erheblich darunter befinden. Meine Bemerkung, dass ich mich mit meiner Rente von rund 700,00 € recht wohlhabend fühle, steht im Bezug zu jenen, die noch weniger haben, und ist lakonisch gemeint. Ich hatte auf keinen Fall die Absicht, diese Politik gut zu heiße, oder gar zu rechfertigen.
Aktuelle Ausgabe: 25.05.2012
Preis: 15,90 €
Preis: 9,95 €
Werbung:
Werbung: