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Foto: AFP/Coffrini
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Die Schweizerische Nationalbank hat angekündigt, ungeachtet des Rückzugs ihres Präsidenten ihre Schutzpolitik für den Franken fortzusetzen. Philipp Hildebrand war am Montag im Zuge einer Devisenaffäre zurückgetreten.
Seine Frau Kashya hatte Mitte August auf dem Höhepunkt der Aufwertung des Schweizer Frankens vom gemeinsamen Konto 504 477 Dollar gekauft. Kurz darauf legte die Notenbank einen Mindestwechselkurs zum Euro fest, woraufhin auch der Dollar stark gegenüber dem Franken aufwertete. Anfang Oktober tauschte Hildebrand für einen Ferienhauskauf eine große Summe Dollar zurück. Nach seiner Darstellung stammte das Geld aus einem Devisentausch, den er selbst im März vorgenommen hatte und mit einem kleinen Verlust beendete. Hätte das Geld aus der Transaktion seiner Frau gestammt, stünde ein Gewinn von 75 000 Franken. Hildebrand versuchte zuletzt, durch Veröffentlichung seines E-Mail-Verkehrs zu belegen, dass er nichts mit dem Devisengeschäft seiner Frau zu tun hatte. Das misslang: »Es ist nicht möglich, einen abschließenden Beweis zu liefern«, begründete der 48-Jährige jetzt seinen Rücktritt.
Der Nationalbankchef, der zuletzt als Chef des »Financial Stability Board«, einer Einrichtung der Notenbanken, im Gespräch war, gab damit einer Kampagne nach, die der Milliardär Christoph Blocher losgetreten hatte. Der starke Mann der rechtspopulistischen Schweizerischen Volkspartei hatte die Kontounterlagen auf Umwegen von einem Parteifreund erhalten, der als Informatiker bei der Basler Bank Sarasin arbeitete und die Unterlagen illegal fotografierte.
Hildebrand gehörte seit 2003 dem Nationalbankdirektorium an und wurde im April 2009 von der Regierung zum Präsidenten gewählt. Der Ökonom mit Oxford-Diplom war eine der treibenden Kräfte, die von den Schweizer Großbanken eine massive Erhöhung ihres Eigenkapitals forderten, um erneute staatliche Rettungsaktionen wie im Herbst 2008 zu vermeiden. Hildebrand, der wie seine Frau in den 90ern für einen Hedgefonds in den USA arbeitete, war jedoch auch für die zunächst verunglückten Versuche kritisiert worden, die Aufwertung des Franken zu stoppen.
Aktuelle Ausgabe: 16.05.2012
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