Schwerin (dpa/nd). Mecklenburg-Vorpommern ist nach Erkenntnissen von Beobachtern zu einem Zentrum rechtsextremistischer Öko-Siedler geworden. Sie kaufen demnach Land und preisgünstige Bauernhäuser, betreiben Bio-Landwirtschaft und versuchen, Gemeinden, Vereine, Schulen und Kindergärten in ihrem Sinne zu unterwandern. Das geht aus einer am Mittwoch in Schwerin vorgestellten Publikation der Grünen-nahen Heinrich-Böll-Stiftung hervor.
Allein im Raum Güstrow/Teterow sollen inzwischen 60 Erwachsene der Szene mit ihren zum Teil zahlreichen Kindern leben. Ihre Zahl steige, sagte Richard Scherer vom Kirchgemeinderat in Reinshagen (Landkreis Rostock) in einem Interview in der Broschüre. Diese Siedler wollten eine »germanische« und »artgerechte« Form des Lebens aufbauen. »Sie kommen ganz gezielt hierher, weil sie genau wissen, dass es sich hinsichtlich ökonomischer, kultureller und sozialer Strukturen um einen leeren Raum handelt.«
Auch gibt es historische Anknüpfungspunkte. In Koppelow nahe Krakow am See unterhielt die völkisch-nationale Siedlungsbewegung der Artamanen in den 1920er Jahren ihr größtes Siedlungsprojekt. Zu den Artamanen gehörten spätere NS-Größen wie Heinrich Himmler oder der Auschwitzkommandant Rudolf Höß.
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