Bogotá (dpa/nd). Kolumbiens Staatschef Juan Manuel Santos hat ein Verhandlungsangebot der FARC-Guerrilla abgelehnt. Die Regierung stellt als Bedingung für die Aufnahme von Friedensgesprächen die Freilassung aller Geiseln in den Händen der »Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens« (FARC) und die Einstellung der bewaffneten Angriffe. Der neue Chef der FARC, Rodrigo Londoño alias »Timoschenko«, hatte in einem im Internet veröffentlichten Kommuniqué die Regierung aufgerufen, den vor 13 Jahren unterbrochenen Dialog unter den selben Bedingungen wieder aufzunehmen. Damals war unter der Regierung des Präsidenten Andrés Pastrana (1998-2002) eine entmilitarisierte Sonderzone in der Region Caguán vereinbart worden, um die Gespräche zu erleichtern.
Die von nationalistischen "Mitte-Links" regierten Nachbarlaender Kolumbiens: - Venezuela, Ecuador, Peru, Brasilien - sind an einer Normalisierung der Beziehungen interessiert, zwischen der von "Reformoligarchen" dominierten Regierung Kolumbiens und der FARC und ELN. Deshalb koennte man in der Zukunft fuer eine Loesung dieses fast fuenfzig Jahre andauernden Konfliktes hoffen, vielleicht sogar warte Der Konflikt ist jetzt bedingt an gewisse Zugestaendnisse von beiden Seiten - der Regierung einerseit, und den Guerrilleros anderseits. Die Guerrilleros erwartet von der Regierung zumindest Ansaetze fuer sozial-ideologische Veraenderungen (Bodenreform, Schutz der Landwirte, ideologische Parteivielfalt in Kolumbien, Garantien fuer die Einfuegung der Guerrilleros in die Zivilgesellschaft). Die Regierung erwartet Freilassung der von FARC gefangenen, und Entwaffnung der Guerrilleros. Die Regierungen der Nachbarnationen sind wahrscheinlich "diplomatisch" aktiv um diese Entwicklung zu foerdern. Hugo Chavez, der "linke" Praesident Venezuelas hat klar gesagt: "Der Guerrillakrieg ist aus der Mode". Und er hat mehrmals empfohlen, dass die FARC die Gefangenen freilaesst. Die Weiterfuehrung des Guerrillerakonfliktes in Kolumbien bedeutet eine innerpolitische Belastung fuer "Mitte-Links" Regierungen im benachbarten Venezuela, Peru, Ecuador, Brasilien, weil diese Regierungen von einer Waehlerschaft gewaehlt worden, welche in der vorwiegenden Mehrzahl den Guerrillerakrieg ablehnt. Auserdem verwendet die Opposition gegen diese "Mitte-Links" Regierungen deren "Neutralitaet" gegenueber den Konfliktparteien in Kolumbien als "Sympathie fuer kommunistische Terroristen". Deshalb ist die Loesung des Konfliktes in Kolumbien in der Interesse aller Nationen in Lateinamerika - weil damit die "Linke" nicht weiter als Buergerschreck von USA als Vorwand fuer Interventionen missbraucht werden kann. Kolumbien veraendert sich: Der neue Buergermeister der Haupstadt - war frueher ein linker Guerrillero.
Aktuelle Ausgabe: 25.05.2012
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