Rolf Aldag ist nicht gerade der Vertrauenswürdigste, wenn es um Dopingbekämpfung im Radsport geht. Schließlich war er als Fahrer selbst nicht immer sauber unterwegs. Anzurechnen ist ihm trotzdem noch, dass er es selbst publik machte, wenn auch nicht ganz freiwillig unter dem medialen Druck des Dopingskandals im Team T-Mobile 2006. Seine Kritik am Radsportweltverband UCI und an Rückkehrer Hans-Michael Holczer als Teamchef wirkt aber irgendwie unglaubwürdig, wenn er selbst eine Rückkehr in den Profiradsport nicht ausschließt.
Die Vorwürfe, die UCI sei nicht demokratisch und inkonsequent im Kampf gegen Doping, hört man erst, seit Aldag nicht mehr Teamchef ist. Hätte der Sponsor seinem Team nicht das Geld entzogen, würde Aldag wohl noch brav schweigend mitschwimmen - so ganz demokratisch.
Holczer sei ein Selbstvermarkter mit gescheiterten moralischen Ansprüchen. Aldag zweifelt offenbar daran, dass Holczer nichts von den Dopingpraktiken seiner Gerolsteiner-Fahrer gewusst habe. Das tun so einige, und die Meinung ist legitim. Dann selbst als Moralprediger aufzutreten, aber noch Berater vom »guten, feinen Kerl« Tony Martin zu sein, ist aber nicht besser. Das soll nicht heißen, dass Martin dopt, doch hat Holczer dasselbe über seinen später aufgeflogenen Fahrer Bernhard Kohl gesagt. Aldag kommt bei einem guten Angebot sicher auch zurück. Mal sehen, wen er dann noch kritisiert.
Aktuelle Ausgabe: 25.05.2012
»Positive Wendung« Die Tour 2011 hat ihren ersten Dopingfall: Alexandr Kolobnew aus Russland
Wo selbst der Letzte schummelt Kurz vorm Tourstart: Wim Vansevenant mit Dopingmitteln erwischt
Preis: 17,99 €
Preis: 7,99 €
Werbung:
Werbung: