München (AFP/dpa/nd-Otto). Der Todesschütze von Dachau ist in dem gegen ihn geführten Verfahren als »verbal aggressiv, unruhig und gereizt« aufgefallen. »Es konnte sich aber keiner vorstellen, dass er tätlich aggressiv wird. Dafür gab es keine Anhaltspunkte«, sagte Thomas Dickert, Ministerialdirigent im Justizministerium, am Donnerstag in München. Nach Angaben von Justizministerin Beate Merk (CSU) handelte es sich um ein Routineverfahren. Kein Mensch habe damit rechnen können, dass so eine brutale Straftat begangen würde. Gegen den Speditionsbesitzer sei vorher noch nie ein Strafverfahren geführt worden, sagte Dickert. Am Mittwoch hatte der 54-Jährige im Amtsgericht Dachau einen 31 Jahre alten Staatsanwalt erschossen. Sogleich kam die Frage auf, ob die Justizgebäude nicht besser kontrolliert werden sollten. Der Münchner Generalstaatsanwalt Christoph Strötz äußerte sich hierzu im Bayerischen Rundfunk: Die Sicherheitsfrage werde bei Prozessen intensiv diskutiert, und man habe ein Sicherheitskonzept erstellt. Aber »uns ist bewusst, dass wir nicht alle 250 bayerischen Justizgebäude zu Sicherheits- und Trutzburgen ausbauen können«, sagte er weiter.
Aktuelle Ausgabe: 25.05.2012
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