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Von Michael Müller
13.01.2012

Gilt Fürstenfingerzeig auch für die Gäste?

Ab Sonntag Handball-EM in Serbien / Vier Spielorte vor dem finalen Countdown: fertig, glücklich, gespannt

In Serbien beginnt am Sonntag die Handball-EM der Männer. Titelverteidiger ist Frankreich, das neben Spanien, Dänemark, Kroatien, Island zu den Favoriten gehört. Gespielt wird in Belgrad, Nis, Novi Sad und Vrsac. Auch TV-Zuschauer in fast 100 Ländern werden dabei sein.

Belgrad

Der bronzene Fürst Mihajlo Obrenovic bemüht sich in Belgrads City um Richtung und Ziel: Vorwärts und Sieg! Der Erfolg ist seit fast 150 Jahren durchwachsen. Und bei der Handball-EM? Die Gastgeber gewannen am Mittwochabend ihr letztes Testspiel (26:21 gegen Tschechien). »Wir sind zufrieden, jetzt noch einen drauf legen«, sagt Trainer Veselin Vukovic. Ähnlich dürften es die drei Gruppengegner sehen. Ob die den Fürstenfingerzeig auch als Omen für sich requirieren können? Bei aller Gastfreundschaft der »weißen Stadt«: Soweit dürfte die Gastfreundschaft dann wohl doch nicht gehen.
Gruppe A, in Belgrad: Polen, Dänemark, Serbien, Slowakei.
Die drei bestplatzierten Mannschaften jeder Gruppe qualifizieren sich für die Hauptrunde in Belgrad und Novi Sad. Die Entscheidungsspiele (bis um Platz 5) finden in der 20 000 Zuschauer fassenden Arena Belgrad statt.

Nis

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Fürstlicher Fingerzeig für Belgrad-Gruppe ein gutes Omen?

Ins südliche Nis kommt das deutsche Team. »Das ist eine Wundertüte«, lästert daheim gerade eine Schlagzeile. Dejan Radojevic, Chef der 5000-Plätze-Halle von Nis, ficht so etwas nicht an. »Die Deutschen sind bei uns immer ein Zugpferd und auch fürs Halbfinale gut«, ist er sich sicher. »Die Halle wird beben«, sagt der 53-Jährige, »besonders natürlich, wenn Mazedonien dran ist.« Ins Nachbarland gingen schon im Vorverkauf 10 000 Karten. Aber auch das heimische Publikum ist handballverrückt. Nikola Karabatic stammt übrigens von hier. Er war 2007 Welthandballer das Jahres. Allerdings als Spieler von Montpellier HB und der französischen Nationalmannschaft. Doch Nis weint nicht um, sondern ist stolz auf ihn.
Gruppe B, in Nis: Deutschland, Schweden, Tschechien, Mazedonien (deutsche Spiele: 15. - Tschechien, 17. - Mazedonien, 19. - Schweden).

Novi Sad

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Hallenchef Radojevic in Nis: Deutsche sind bei uns Zugpferd.

In Novi Sad wohnen die Aktiven so nah wie in keinem anderen Spielort bei der Halle. Das Fünf-Sterne- Park-Hotel gehört zum Sportkomplex. Der wurde 1981 zur Tischtennis-WM eröffnet. Innen viel dunkles Holz, außen glatter gewagter Beton. Wer mag und darf, kann auch im »Titov Salon« (Titos Salon) Kaffee schlürfen. Vielleicht sogar, etwa nach dem Gruppensieg, eine Havanna schmauchen, wie es der Patron getan haben soll. »Wir bereiten uns seit der Vergabe der EM an Serbien, also seit Ende 2008, auf die Höhepunktwochen vor«, sagt Tihana Vidakovic von der Städtischen Tourismusverwaltung. »Vor dem Countdownfinale sind wir nun dreierlei: fertig, glücklich und maßlos gespannt.«
Gruppe C, in Novi Sad: Frankreich, Ungarn, Spanien, Russland

Vrsac

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Starker Kaffee und dicke Havanna im Sporthotel Novi Sad?

Vrsac, wie Novi Sad nördlich in der Vojvodina liegend, ist mit 35 000 Einwohnern die kleinste Spielstadt. Aber die mit der modernsten Halle. Eigentümer (und kommunaler Sporthauptsponsor) ist der Arzneimittelhersteller Hemofarm, größter und leider letztlich nur noch einziger Industriebetrieb am Ort. In der 4000-Zuschauer-Halle trifft sich die Super-Vorgruppe dieser EM. Mit Kroatien und Slowenien sind gleich zwei (ehemalige jugoslawische) Nachbarländer dabei. Wen da die hiesigen Fans mehr anfeuern werden? - »Wir werden sehen. Aber wir sind ja eine sehr multikulturelle Stadt. Da kriegen alle Teams ihren Applaus«, versichert Momirov Jovica vom Sportbund Vrsac.
Gruppe D, in Vrsac: Kroatien, Norwegen, Island, Slowenien

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Werbung zum Anfassen: Kinder in Vrsac

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