Ins südliche Nis kommt das deutsche Team. »Das ist eine Wundertüte«, lästert daheim gerade eine Schlagzeile. Dejan Radojevic, Chef der 5000-Plätze-Halle von Nis, ficht so etwas nicht an. »Die Deutschen sind bei uns immer ein Zugpferd und auch fürs Halbfinale gut«, ist er sich sicher. »Die Halle wird beben«, sagt der 53-Jährige, »besonders natürlich, wenn Mazedonien dran ist.« Ins Nachbarland gingen schon im Vorverkauf 10 000 Karten. Aber auch das heimische Publikum ist handballverrückt. Nikola Karabatic stammt übrigens von hier. Er war 2007 Welthandballer das Jahres. Allerdings als Spieler von Montpellier HB und der französischen Nationalmannschaft. Doch Nis weint nicht um, sondern ist stolz auf ihn.
Gruppe B, in Nis: Deutschland, Schweden, Tschechien, Mazedonien (deutsche Spiele: 15. - Tschechien, 17. - Mazedonien, 19. - Schweden).
In Novi Sad wohnen die Aktiven so nah wie in keinem anderen Spielort bei der Halle. Das Fünf-Sterne- Park-Hotel gehört zum Sportkomplex. Der wurde 1981 zur Tischtennis-WM eröffnet. Innen viel dunkles Holz, außen glatter gewagter Beton. Wer mag und darf, kann auch im »Titov Salon« (Titos Salon) Kaffee schlürfen. Vielleicht sogar, etwa nach dem Gruppensieg, eine Havanna schmauchen, wie es der Patron getan haben soll. »Wir bereiten uns seit der Vergabe der EM an Serbien, also seit Ende 2008, auf die Höhepunktwochen vor«, sagt Tihana Vidakovic von der Städtischen Tourismusverwaltung. »Vor dem Countdownfinale sind wir nun dreierlei: fertig, glücklich und maßlos gespannt.«
Gruppe C, in Novi Sad: Frankreich, Ungarn, Spanien, Russland
Vrsac, wie Novi Sad nördlich in der Vojvodina liegend, ist mit 35 000 Einwohnern die kleinste Spielstadt. Aber die mit der modernsten Halle. Eigentümer (und kommunaler Sporthauptsponsor) ist der Arzneimittelhersteller Hemofarm, größter und leider letztlich nur noch einziger Industriebetrieb am Ort. In der 4000-Zuschauer-Halle trifft sich die Super-Vorgruppe dieser EM. Mit Kroatien und Slowenien sind gleich zwei (ehemalige jugoslawische) Nachbarländer dabei. Wen da die hiesigen Fans mehr anfeuern werden? - »Wir werden sehen. Aber wir sind ja eine sehr multikulturelle Stadt. Da kriegen alle Teams ihren Applaus«, versichert Momirov Jovica vom Sportbund Vrsac.
Gruppe D, in Vrsac: Kroatien, Norwegen, Island, Slowenien
Aktuelle Ausgabe: 24.05.2012
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