Der Algerier Anwar Malik will nicht mehr Beobachter in Syrien sein; aus Protest dagegen, dass die Beobachter dem syrischen Regime die Gelegenheit geben, wie er erklärte, noch mehr Menschen umzubringen. Außerdem unterstütze das Regime die Mission nicht.
Die Beweggründe Maliks mögen ehrenwert sein, allerdings werfen sie mehr Fragen auf, als sie beantworten. Wie ist zu erklären, dass ausgerechnet die Anwesenheit ausländischer Beobachter bewirkt haben soll, dass es noch mehr Opfer gab? Und wenn es tatsächlich so ist, dass die Mission der Regierung Syriens - wie auch immer - nützlich war: Wie passt dann dazu, dass es, wie Malik behauptet, aus Damaskus keinerlei Unterstützung für die Beobachter gab?
All diese Fragen sind eigentlich der Untersuchung wert, werden nun aber wohl zur Beute der Propagandaabteilungen der jeweiligen Seiten. Denn die Arabische Liga erklärte die Mission vorzeitig für beendet. Die Unzufriedenheit der bewaffneten Opposition in Syrien, des Westens und nicht zuletzt der Liga-Wortführer war unüberhörbar. Die alleinige Schuld der Damaszener Regierung - auf das Wort »allein« kommt es an - für das Blutvergießen in Syrien sollten sie beweisen, um einem UN-gedeckten Schuldspruch gegen Assad wie zuvor gegen Gaddafi näherzukommen. Das hat nicht geklappt. Geht man aber den Schmähungen nach, denen die Beobachter von Anfang an ausgesetzt waren, verstärkt sich der Verdacht, dass sie den mit ihnen Unzufriedenen eher zu unparteiisch als zu lasch agiert haben könnten. Die Anti-Gaddafi-Front in Libyen wusste schon, warum sie Beobachter stets rigoros abgelehnt hat.
Millionen Menschen tragen derzeit ihren Protest gegen Präsident Husni Mubarak auf die Straße. Doch nicht nur hier, auch in anderen arabischen Ländern wehren sich die Bürger mit demokratischen Mitteln gegen ihre Regierungen. Mehr
So treffsicher Roland Etzel sehr oft kommentiert, so hat er doch hier einen wichtigen, ihm aber vielleicht unbekannten Fakt zum sogenannten Beobachter Anwar Malik nicht berücksichtigt. Dieser Herr hat nämlich die Beobachtermission in Syrien als schlimme Farce bezeichnet und sei deshalb angeblich aus Protest als Beobachter zurückgetreten. Seine vorgeblich selbstlosen Beweggründe hat er den sensationsgierigen westlichen Medien öffentlichkeitswirksam mitgeteilt. Die Arabische Liga (LAS) sei von Assad an der Nase herumgeführt worden, also Wasser auf die Mühlen der westlichen Kriegsvorbereitungspropaganda sowohl in Sachen Syrien wie auch Iran.
Gestern hat die Arabische Liga (LAS) zum sauberen Herrn Malik Stellung bezogen und ihn als Lügner entlarvt. Er habe u. a. während seiner Beobachtermission in Homs sein Hotel wegen angeblicher Krankheit sechs Tage nicht verlassen, die Missionsleitung gebeten, ihn nach Paris zur Behandlung ausreisen zu lassen, und habe dann ohne die Erlaubnis abzuwarten, die Mission eigenmächtig verlassen. Quelle: de.rian.ru/world/20120112/262449295.html
Die Frage stellt sich nun, wie konnte dieser Herr Malik die von ihm geschilderten Schrecken an der Zivilbevölkerung u. a. in Homs beobachten, wenn er das Hotel gar nicht verlassen hat? Seine Schauergeschichten reihen sich ein in diejenigen, die exilsyrische Menschenrechtler z. B. aus London verbreiten und als authentisch ausgeben.
Man muß Assad nicht mögen, ich tu's auch nicht, aber es macht nachdenklich, wenn ein so schlimmer Diktator sich nur von ein paar Leibwächtern beschützt sich inmitten von tausende DemonstrantInnen begibt ( www.carookee.net/forum/freies-politikforum/2/28641775#28641775 ). Westliche, demokratisch gewählte Regierungsoberhäupter wagen sich nur in gepanzerten Limousinen auf die Straße oder lassen gleich ganze Stadtviertel entvölkern und zuvor aus Angst vor Bombenfallen sämtliche Gullideckel auf der Route zuschweißen. Assad hat diese Ängste offenbar nicht.
"Assad hat diese Ängste offenbar nicht."
... es sollte heißen: Assad hat diese Ängste vor seiner eigenen Bevölkerung offenbar nicht. Westliche Regierungsoberhäupter einschließlich "unserem" bundesdeutschen Hosenanzug haben offenkundig nicht soviel Vertrauen in ihren Souverän, der eigenen Bevölkerung ;-)))))
Ich glaube Herr Etzel hätte sich selbst und dem Leser mehr gedient zu erörtern, wie eine Beobachterkommission hätte aussehen und ausgestattet sein müssen, um den Aufgaben (nicht den unterstellten) einer Befriedung nachzukommen.
Die Überprüfung des Abzugs syrischen Militärs aus den Städten – das war nur eine (!) der Hauptaufgaben der Beobachter – ihre Reduzierung auf ein Maß das es von vornherein als schwer durchführbar erscheinen ließ, die Lage umfassender in Augenschein zu nehmen schon am Unterschied zwischen der Zahl von 500 zu 150 nicht deutlich ablesbar?
Es ist leider festzustellen, die Menschen in Syrien, die Menschenrechte und das was sie ausmacht, die Unversehrtheit an Leib und Leben wie auch die freie Meinungsäußerung kommen bei jenen, die nichts anderes können, als sich in einem Lagerdenken zu ergehen zu kurz.
Die Unzufriedenheit der syrischen Führung, selbst aus arabischen Staaten stammende Beobachter zuzulassen, war monatelang unüberhörbar, ist es angemessen dies hier in diesem Kommentar nicht zu erwähnen, auch nicht, dass man dann nur eine dürftige Anzahl von Beobachtern zu ließ.
Hatte man von syrischer Seite nicht auch noch Einfluss auf die Auswahl der Beobachter genommen, die dann tatsächlich anreisen durfte?
Also Herr Etzel, welche Unzufriedenheiten sind hier von Belang und wie sind die zu werten?
Der Kommentator hätte seinen Taschenrechner zücken sollen und das greifbare Informationsmaterial um darzustellen, wie viele Beobachter mit welchem Aktionsradius denn zeitgleich in Syrien hätten unterwegs sein sollen, um Abzug der Armee, gar den der Geheimdienste, Einstellung von Kampfhandlungen und Freilassung der Gefangenen – deren Anzahl auch noch hätte festgestellt werden müssen – beurteilen zu können.
Ist Herren Etzel mal der Begriff der spurlos Verschwundenen untergekommen und dem Leid das damit für die Angehörigen verbunden ist?
Statt dessen vermittelt Herr Etzel mir den Eindruck, es sei für ihn ein Genuss die von ihm den Beobachter unterstellten Absichten als gescheitert anzusehen –
von den Menschen die sich gewünscht haben könnten, das Schicksal ihrer Angehörigen aufzuklären, die unbeobachtet von staatlichen Stellen den Beobachtern ihre Sorgen und Nöte, aber auch ihre Erlebnisse hätten schildern wollen lese ich hier jedenfalls nichts.
Auch nicht, dass gerade die Unmöglichkeit diese Aufgaben tatsächlich durchzuführen der Beobachtertruppe Kritik eingebracht hatte.
Es bedürfte für mich schon der Recherche um festzustellen, die Ghadafigegner hätten Beobachter stets abgelehnt, oder eben nicht – ein dringlicher Appell des libyschen Diktators und seine Regimes solche ins Land zu holen ist mir nicht erinnerlich.
Lagerdenken, verschwiegener Hintergrund schadet den Menschen - auch hier. wo man eigentlich Zeit für eine Analyse bräuchte um nicht irgendeiner Propaganda auf dem Leim zu gehen.
Und es werden viele Worte gewechselt. Karin Leukefeld (weltnetz.tv/video/199) hat am 12.12.2011 große Klarheit in die Zusammenhänge gebracht. Laßt uns das mal wieder nachsehen und hören. (ich habe vergessen, welcher findige Kopf uns in diesem tread seinerzeit den Hinweis gegeben hat).
Ich hatte bei Frau Leukefeld keine zwingende Darstellung gefunden, warum es Assad in den letzten Jahren unmöglich gewesen wäre, das Land für seine Bevölkerung zu öffnen, d. h. es deutlich demokratischer zu machen, die Einklagbarkeit von Rechten zu sichern usw.
Von daher scheint die Vorstellung, nicht er sondern andere, wie etwa die Geheimdienstchefs bestimmten das Geschehen, nicht so abwegig.
Auch glaube ich, dass Frau Leukefeld sich überlegen muss, was sie sagt, um ihre Reisemöglichkeiten für Syrien nicht in Frage zu stellen, ob ihr dies Konflikte bereitet, darüber bin ich unsicher.
Hingegen bin ich mir sicher, nicht nur die Bildungszentrale für politische Bildung, sondern auch die syrischen Machthaber sind der freien und wahrhaftigen Berichterstattung nicht immer „voll aufgeschlossen“.
Findiger Kopf? Den Berndchen würd ich nie verpfeifen.......
Das Berndchen haßt Du verpfiffen
nicht verpfiffen...
Die Frau Leukefeld ist unbezahlbar, finde ich.
"Zwischen den Zeilen lesen" - das gilt im übertragenen Sinne auch für das Hören dieses Interviews. Man beachte das mona-lisaische Lächeln und die bemühte diplomatische Ausdrucksweise...
"Frau Leukefeld - - - Zwischen den Zeilen lesen"
... genau diese Kunst, nämlich das Zwischen-den-Zeilen-schreiben, zeichnet gute JournalistInnen wie Frau Leukefeld aus und deshalb mögen einige hier, wie z. B. der mit dem Hündchen, sie nicht :-)))
... im übrigen bin ich der Meinung, daß die rassistische, kriegstreiberische Politsekte BAK Shalom endlich aus der Partei entfernt werden muß!
Ganz Ihrer Ansicht.
Aber den "Pluralismus" hat sich die LINKE ja selbst verordnet.
Solche Spaltpilze wie dieser BAK und andere feine Läuse in ihrem Pelz machen es mir von Mal zu Mal schwerer, sie zu wählen.
Aktuelle Ausgabe: 23.05.2012
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