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Von Bernd Zeller 14.01.2012 / Kolumne
Kolumne

2012

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Vignette: Bernd Zeller

In der Zeitrechnung, die wir einseitig als unsere ausgeben, haben wir den Anbruch des Jahres 2012 zu verzeichnen, was schon mal ein Erfolg ist, weil wir es so weit gebracht haben. Der Kalender der Maya endet mit diesem Jahr, was allerdings nichts anderes bedeutet, als dass die Maya gedacht haben, sie würden es so lange schaffen zu bestehen.

Die wichtigsten Ziele für das neue Jahr sind die Rettung des Euro, Europas, der Mittelmeerunion und des Bundespräsidenten, wobei zwischen Regierung und Opposition bereits Einigkeit hinsichtlich des Bundespräsidenten erzielt wurde, und zwar überraschenderweise dahingehend, Christian Wulff im Amte zu halten. Horst Köhler hat die Barrieren für einen Rücktritt herabgesetzt, Wulff senkt die für einen Verbleib. Noch ist fraglich, ob das Ausland Unterstützung für den Bundespräsidenten leisten wird. Vielleicht kann Wulff an überschuldete Länder Kredite von Ehefrauen befreundeter Unternehmer vermitteln. Von den Reichen Geld zu nehmen, ist jedenfalls das, was viele von gerechter Politik erwarten.

Verlässliche Größen sind auch im neuen Jahr nur im Fernsehen zu finden, besonders in den Casting-Shows und Dschungelcamps. Die Kandidaten bewegen uns mit ihren Gefühlen, darüber hinaus herrscht Zickenkrieg. Sogenannte Scripted Reality, Realität nach Drehbuch, beinhaltet immer Zickenkrieg, weil die Redaktionen sonst nicht viel kennen. Hier könnte sich mal eine Facebook-Community zusammenfinden zu einer Zicken-Friedensbewegung, die der Zickenkriegstreiberei der TV-Formate einen Zickenpazifismus entgegensetzt. Kapazitäten wären frei, denn es stehen keine größeren Bauvorhaben mehr an, und ein Sturz des Präsidenten wie in Syrien ebenfalls nicht. Das Jahr hätte ein Thema.

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