Düsseldorf (dpa/nd). Die teilverstaatlichte Commerzbank kommt beim Stopfen ihrer Kapitallücke offenbar ohne Staatshilfe aus. Commerzbank-Chef Martin Blessing wolle die entsprechenden Pläne Anfang kommender Woche Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) vorstellen, berichtete das »Handelsblatt« (Freitag) unter Berufung auf Finanz- und Regierungskreise. Das Konzept beruhe allein auf »Marktlösungen«. Staatliche Hilfen seien weder direkt noch indirekt Teil der Kapitalpläne. Auch eine Abspaltung der Problemtochter Eurohypo scheine zum jetzigen Zeitpunkt vom Tisch zu sein.
Blessing hatte immer betont, die von der europäischen Bankenaufsicht EBA identifizierte Kapitallücke von 5,3 Milliarden Euro bis Mitte 2012 ohne neue Staatshilfe füllen zu wollen. Die Commerzbank muss bis kommenden Freitag den Plan bei der Finanzaufsicht BaFin einreichen. Diese muss ihn dann genehmigen.
Blessings Plan bestehe aus mehreren Bausteinen: Der Abbau von Risiken soll 2,7 Milliarden Euro bringen, weitere 750 Millionen Euro würden aus der Umwandlung der stillen Einlage der Allianz in hartes Kapital erwartet. Eine weitere Milliarde solle vor allem durch einbehaltene Gewinne aufgebracht werden. 700 Millionen Euro hat die Commerzbank bereits in der Bilanz durch den Rückkauf nachrangiger Anleihen. Der Kapitalplan enthalte keine Kapitalerhöhung.
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