Das Weltraumteleskop »Kepler« hat zwei ferne Planeten aufgespürt, an deren Himmel eine Doppelsonne strahlt. Die beiden sogenannten Exoplaneten umkreisen jeweils ein System aus zwei Sternen, wie Astronomen um William Welsh von der San Diego State University im britischen Fachblatt »Nature« (DOI: 10.1038/nature10768) berichten. Die Konstellation erinnere an den fiktiven Planeten Tatooine aus der Kinosaga »Star Wars«, schreibt John Southworth von der Keele University in Newcastle-under-Lyme (Großbritannien) in einem Begleitkommentar.
Die beiden realen Neuentdeckungen mit den Katalognummern Kepler-34b und Kepler-35b sind für Leben allerdings ungeeignet - sie sind Gasriesen wie unser Saturn. Kepler-34b umrundet seine beiden Sonnen alle 289 Tage. Jene wiederum umkreisen sich gegenseitig alle 28 Tage. Kepler-35b kreist einmal in 131 Tagen um seine Heimatsterne, die sich alle 21 Tage umeinander drehen.
In beiden Doppelsternpaaren ähneln die einzelnen Sterne unserer Sonne. Da sich die Doppelsterne jedoch vorübergehend gegenseitig bedecken, schwankt auch die Strahlung stark, die ihre Planeten erreicht. Die beiden Exoplaneten dürften daher chaotische Wetterkapriolen durchmachen, meint Welsh. »Es wäre wohl, wie alle vier Jahreszeiten viele Male pro Jahr zu erleben, verbunden mit enormen Temperaturschwankungen.«
»Kepler«-Forscher hatten bereits im September 2011 die Entdeckung eines Planeten mit zwei Sonnen gemeldet. Damals war noch nicht klar, ob es sich um einen Einzelfall handelt. Vermutlich gebe es aber doch Millionen Planeten mit Doppelsonnen in unserer Milchstraße. dpa/nd
Abb.: Lior Taylor
Aktuelle Ausgabe: 23.05.2012
Preis: 17,99 €
Preis: 120,00 €
Werbung:
Werbung: