Oslo (AFP/nd). Ein norwegisches Gericht hat am Freitag eine neue psychiatrische Begutachtung des Attentäters Anders Behring Breivik angeordnet. Noch vor Prozessbeginn am 16. April sollen demnach zwei weitere Experten den Geisteszustand des 32-jährigen Rechtsextremisten untersuchen, der vergangenen Juli bei zwei Anschlägen 77 Menschen getötet hatte. Ein Gutachten, das Behring Breivik für unzurechnungsfähig erklärte, hatte zuvor heftige Kritik ausgelöst.
Angesichts der Schwere von Behring Breiviks Tat sei eine neue Untersuchung seiner Schuldfähigkeit angebracht, sagte Richterin Wenche Elizabeth Arntzen am Freitag vor Journalisten in Oslo. Sie betonte, die Entscheidung enthalte keine Kritik am früheren Gutachten. Doch sei es in dem Fall nötig, sich »so viel Klarheit wie möglich zu verschaffen«.
Im November hatten zwei vom Gericht beauftragte Gutachter Behring Breivik wegen »paranoider Schizophrenie« für unzurechnungsfähig erklärt. In ihrem 243 Seiten starken Bericht zeichneten sie das Bild eines Mannes, der in seiner eigenen Wahnwelt lebte und sich dazu berufen fühlte, über Leben und Tod anderer Menschen zu entscheiden. Eine Ärztekommission bestätigte einen Monat später die Diagnose, auch Anklage und Verteidigung stimmten ihr zu. Opfer-Anwälte dagegen forderten ein neues Gutachten.
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