Dabei galt die Flämingstadt mit knapp 7500 Einwohnern als Hochburg der Liberalen. Aber die Krise der FDP, die zuletzt das Aus der Jamaika-Koalition im Saarland hinnehmen musste, hat längst die Basis erfasst. In den Umfragen sackte die Partei zudem auf zwei Prozent ab. »Der geschlossene Parteiaustritt ist keine Entscheidung aus dem Bauch heraus«, erklärte der FDP-Ortsvorsitzende Andreas Gronemeier. »Unter dem Label der Freien Demokraten ist auf kommunaler Ebene kein Blumentopf mehr zu gewinnen.«
Bei der Kommunalwahl vor knapp vier Jahren war die FDP in Treuenbrietzen mit 34 Prozent stärkste Kraft. Bürgermeister Michael Knape (FDP) wurde ein Jahr später mit gut 70 Prozent wiedergewählt. Inzwischen ist Knape von der FDP enttäuscht. »Da geht es nicht mehr um die Menschen, jedenfalls haben wir nicht mehr das Gefühl«, sagt er. Tagtäglich bekommen das die acht Mitglieder des FDP-Ortsverbandes auf der Straße zu spüren. Lästereien über die Partei seien an der Tagesordnung. Diese Beobachtungen habe man immer nach oben weitergeleitet. Passiert sei aber nichts. Der Frust darüber sitzt tief.
Über Jahre habe die Basis im Fläming gute Wahlergebnisse geliefert. »Aber die guten Resultate werden weniger mit der FDP verbunden, als hier mit den führenden Köpfen vor Ort«, sagt der Bürgermeister.
Der FDP-Landesvorsitzende Gregor Beyer will trotz angekündigten Austritts gelassen bleiben. Es sei in der Vergangenheit immer wieder zu Parteiaustritten gekommen. Eine Austrittswelle sehe er nicht. Der Schritt der Treuenbrietzener sei eine Ausnahmeerscheinung. Die Partei versuche jedoch mit den Kollegen noch einmal über den für März geplanten Austritt zu reden. Beyer glaubt an die Zukunft der FDP.
Die Abtrünnigen Knape und Gronemeier hoffen zwar auch darauf, dass die FDP sich wieder fängt. Jedoch halten sie es nicht für ausgeschlossen, dass die Partei ganz von der Bildfläche verschwinden könnte.
Aktuelle Ausgabe: 23.05.2012
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