Die Region habe eine »sehr ambitionierte Bewerbung mit hochinteressanten Projekten« geboten und er sei optimistisch, sagt Christian Amsinck, Chef der Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg (UVB), in einem Gespräch mit Journalisten. Heute ist Abgabeschluss für die Bewerbungen im Förderwettbewerb »Schaufenster der Elektromobilität«. Für dieses auf drei Jahre ausgerichtete Programm stellt die Bundesregierung Fördermittel in Höhe von 180 Millionen Euro für bis zu fünf Schaufensterregionen der »e-mobility« bereit.
Vom Lkw über den Bus und den Pkw bis zum Fahrrad, von Carsharing über Güterverkehr und Logistik bis Speichertechnologie ist die Region mit ihren Schwerpunktthemen dabei. Insgesamt gibt es rund 40 Bewerber, voraussichtlich im März eine Entscheidung der Jury aus unabhängigen Experten. Dann können Fördermillionen fließen - allein vom Land kämen 25 noch dazu - und würde es starke Impulse für die wirtschaftliche Entwicklung geben. »Das wäre für diese Region ein Segen«, sagt UVB-Hauptgeschäftsführer Amsinck.
Schon Mitte Dezember 2011 hatten BMW, Siemens und Vattenfall Europe einen Feldversuch mit dem BMW ActiveE in Berlin begonnen. 30 dieser Fahrzeuge wurden an Flottenkunden und Privatnutzer übergeben. Im Rahmen des weltweit ersten Flottenversuchs mit dem BMW ActiveE wird in Berlin der künftige Betrieb von Elektrofahrzeugen erprobt. Vattenfall verantwortet die Installation und den Betrieb der öffentlichen und privaten Infrastruktur für die Fahrzeuge. Siemens liefert die Technik für die privaten Ladestationen der Nutzer. Das wäre immerhin schon einmal das etwas kleinere Schaufenster.
Die Region mache »Boden gut im Aufholprozess«, lobt Christian Amsinck die wirtschaftliche Entwicklung insgesamt. Er sieht die Industrie oberhalb des Vorkrisenniveaus, rechnet 2012 über dem Bundesdurchschnitt für Berlin mit einem Prozent Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) und auch 20 000 neuen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen. Als »Sorgenkinder« betrachtet er weiterhin die hohe Arbeitslosenquote und den großen Anteil an Hartz IV-Betroffenen. Zur Sicherung des Arbeitskräftebedarfs spricht er sich auch für eine »breite Qualifizierungsoffensive« aus.
Besondere Freude lässt Christian Amsinck darüber erkennen, dass die Koalition sich in ihrem Vertrag klar festgelegt habe, ab 2016 keine zusätzlichen Kredite mehr aufzunehmen und die Schuldenbremse einzuhalten. Wie wohl die meisten Vertreter seiner Zunft ist auch der Hauptgeschäftsführer des Unternehmensverbandes von der rot-schwarzen Koalition höchst angetan. Sie habe Wirtschaft, Arbeit und Infrastruktur in den Mittelpunkt gestellt - ein »erfreulicher Pragmatismus«. Auf seine Art auch »pragmatisch« wertet der Unternehmer-Chef Absichten zur Rekommunalisierung. Wegen der Kosten seien »alle Projekte nicht durchführbar«.
Aktuelle Ausgabe: 22.05.2012
Eine Milliarde Euro für neue Elektroautos Merkel: Deutschland zum Leitanbieter machen
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