Berlin (dpa/nd). In der schwarz-gelben Koalition wird neue Kritik an Bundespräsident Christian Wulff und seinem Umgang mit der Kreditaffäre laut. Die CDU-Bundestagsabgeordnete Veronika Bellmann nannte das Krisenmanagement des Staatsoberhauptes »schlichtweg eine Katastrophe«. Dazu kämen »der Dilettantismus und die Unbeherrschtheit« im Umgang mit der Presse, die auf eine gewisse Überforderung zurückzuführen seien, sagte die Politikerin der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung«. »Die Glaubwürdigkeit des Bundespräsidenten bröckelt immer weiter.« Auch der forschungspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Martin Neumann, äußerte Zweifel, dass Wulff seine Glaubwürdigkeit noch zurückgewinnen könne. »Ich appelliere an das Verantwortungsgefühl und die Weitsicht des Präsidenten«, sagte er dem Blatt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erneuerte dagegen ihre Forderung nach umfassender Aufklärung. »Wenn sich neue Fragen stellen, müssen neue Fragen beantwortet werden«, sagte die Parteichefin am Samstag. Im Deutschlandfunk bekräftigte sie ihre »Wertschätzung« für das Staatsoberhaupt. »Beides gehört zusammen - die Wertschätzung für seine Arbeit und die Beantwortung der Fragen«, so die Kanzlerin.
Ein umstrittener Privatkredit, sein Umgang mit den Medien und nun der Verdacht auf Vorteilsannahme. Bundespräsident Christian Wulff hat am 17. Februar seinen Rücktritt erklärt, nachdem die Staatsanwaltschaft die Aufhebung der Immunität Wullfs beantragt hat. Sie will wegen des Anfangsverdachts der Vorteilsannahme und Vorteilsgewährung gegen das Staatsoberhaupt ermitteln.
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