Augsburg (dpa/nd). Manroland wird aller Voraussicht nach verkauft. Laut Insolvenzverwalter Werner Schneider stünden die Verhandlungen über die Veräußerung unmittelbar vor dem Abschluss. Seiner Meinung nach können alle drei Standorte in Deutschland mit »an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit« erhalten bleiben. »Wir haben inzwischen zwei Bieterkonzepte auf dem Tisch, die am kommenden Mittwoch dem Gläubigerbeirat zur Entscheidung vorgelegt werden«, teilte Schneider am Montag mit.
Einer der beiden Bieter ist nach Informationen der »Augsburger Allgemeinen« der US-Investor Platinum Equity. Er wolle die Manroland-Werke in Augsburg, Offenbach und Plauen für rund 100 Millionen Euro übernehmen, berichtete die Zeitung. Ebenfalls im Rennen sei ein industrieller deutscher Investor, der nur das Augsburger Werk übernehmen wolle.
Die IG Metall erklärte, ein US-Finanzinvestor habe zwar einen dreistelligen Millionenbetrag geboten, aber noch keine konkreten Aussagen zur Fortführung der Werke und zu den Personalzahlen gemacht. »Nun steht zu befürchten, dass die Gläubigerbanken auf dieses augenscheinlich lukrative Angebot aufspringen«, warnte die Gewerkschaft und forderte »Lösungen für die Beschäftigten, nicht für die Banken«.
In Augsburg arbeiten derzeit noch knapp 2200 Beschäftigte bei Manroland, in Offenbach rund 1760 und in Plauen 680. Weitere 1500 sind im Ausland beschäftigt. Der Druckmaschinenhersteller leidet - wie die gesamte Branche - unter dem Internetboom, schreibt seit Jahren rote Zahlen und musste nach einem weiteren Auftragseinbruch Ende November Insolvenz anmelden. Die bisherigen Eigentümer Allianz und MAN wollten keine weitere Geldspritze mehr geben, haben 24 Millionen Euro für Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaften zugesagt.
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