München (dpa/nd). Auszüge aus Adolf Hitlers Pamphlet »Mein Kampf« könnten bald an deutschen Kiosken ausliegen - in kommentierter Form. Der Verleger Peter McGee, der mit den »Zeitungszeugen« kommentierte Nachdrucke von Hetzblättern aus der Nazizeit auf den Markt bringt, will der Ausgabe vom 26. Januar und zwei folgenden Ausgaben jeweils ein Booklet beilegen. McGees Sprecher bestätigte am Montageinen entsprechenden Zeitungsbericht. Auf der einen Seite soll der Originaltext stehen, auf der anderen ein Kommentar. Das Bayerische Finanzministerium, das die Urheberrechte an »Mein Kampf« hält, kündigte an, juristische Schritte gegen das Vorhaben zu prüfen.
Der Faschismus wurde nicht wirklich, weil er in Hitlers Buch "vorgedacht" war. Er wurde Wirklichkeit, weil DIEDAGANZOBEN ihn wollten. Eine kommentierte Ausgabe könnte auch dazu beitragen, daß der Mythos Hitler nicht wächst, sondern abstirbt
Da geht doch einem wieder einmal der Hut hoch. Bisher war „Mein Kampf“ wegen Volksverhetzung verboten. Das kann heute nicht mehr passieren? Sarrazin darf sich freuen. Die Neonazis dürfen jubeln! Ein Kommentator heute früh im rbb: Nichts dagegen, es mal im Original lesen zu können. Für eine Leserschaft, die im westlichen Teil Deutschlands jahrzehntelang mit der Aufarbeitung der Hitlerdiktatur „verwöhnt“ wurde? Und die heute nahezu von allen Medien geschichts-veräppelt wird und der suggeriert wird, jene faschistische Diktatur müsse man der in der DDR gleichsetzen? So fällt „Mein Kampf“ sicher wieder einmal auf fruchtbaren Boden. Wo leben wir? Empörung darüber ist noch das Geringste, was man machen kann. Wieder einmal stinkt es aus einem nicht trockengelegten Sumf.
Harry Popow
Aktuelle Ausgabe: 24.05.2012
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