(epd). Die Berliner Anlauf- und Beratungsstelle für ehemalige Heimkinder hat ihre Arbeit aufgenommen. Sie soll frühere Heimkinder auf der Basis des bundesweit eingerichteten Fonds unterstützen. Insbesondere werden die Mitarbeiter Betroffene bei ihren Anträgen beraten und die Hilfeleistungen bearbeiten, teilte die Senatsbildungsverwaltung am Montag mit.
Die Einrichtung im Nachbarschaftshaus Friedenau steht auch ehemaligen Heimkindern aus der DDR offen. Offiziell eröffnet wird die Anlauf- und Beratungsstelle am Donnerstag von Berlins Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD). Die Einrichtung solle auch zu einem Treffpunkt für die Betroffenen werden, den notwendigen weiteren Dialog fördern und das Wissen über die Geschehnisse der damaligen Zeit in die Öffentlichkeit tragen, hieß es.
Ehemalige Heimkinder können seit 1. Januar Anträge auf finanzielle Hilfen stellen. Der hierfür zur Verfügung stehende Fonds wurde vom Bund, den elf westdeutschen Bundesländern, der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), die katholischen Bistümern, Caritas und Diakonie, sowie der Deutschen Ordensobernkonferenz errichtet. Insgesamt stehen 120 Millionen Euro zur Verfügung, die jeweils zu einem Drittel von Bund, Ländern und Kommunen sowie katholischer und evangelischer Kirche und deren Wohlfahrtsverbänden und den Orden aufgebracht werden. Mit dem Geld sollen ehemalige Heimkinder unterstützt werden, die spezielle Hilfen benötigen, weil sie bis heute unter den Folgen der Heimerziehung leiden.
Mehr als die Hälfte der Heime befand sich in kirchlicher Trägerschaft. Die Einrichtung des Fonds war vom Runden Tisch Heimerziehung empfohlen und vom Bundestag und den Länderparlamenten beschlossen worden.
Aktuelle Ausgabe: 22.05.2012
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