Sie kennen Estelle Alphand nicht, aber der Familienname lässt Sie aufhorchen? Dann sind Sie auf der richtigen Fährte. Die Französin ist die Tochter des früheren Weltklasse-Skiläufers und Rennfahrers Luc Alphand. Jetzt schickt sich Estelle an, in die Fußstapfen des Vaters zu treten. Zwei Medaillen bei den Olympischen Jugend-Winterspielen in Innsbruck sind schon mal ein guter Anfang.
Motivation schöpft die 16-Jährige aus den Erfolgen des Vaters. »Warum sollte ich es schlechter machen als er?«, sagte Alphand, die zunächst Gold im Super-G holte und dann den zweiten Platz in der Superkombination nachlegte: »Es liegt aber noch viel Arbeit vor mir.« In einer Hinsicht hat die Tochter den Vater schon überflügelt. Luc Alphand räumte zwar in der Saison 1996/97 den Gesamtweltcup ab und gewann in seiner Karriere zwölf Weltcuprennen. Bei Großereignissen blieb er aber glücklos. Einzig WM-Abfahrtsbronze 1996 in der spanischen Sierra Nevada sprang heraus.
Durchaus erfolgreich, wenn auch mit Anlaufschwierigkeiten, ist Rodlerin Nina Prock in die Fußstapfen ihres alten Herrn getreten. »Der Papa hat mich oft auf die Bahn mitgenommen, aber es hat mich nie interessiert. Mit neun hab ich's dann doch mal probiert und wollte gar nicht mehr aufhören«, sagte die 16-jährige Tochter von Markus Prock. Mit der österreichischen Rodelikone gehe sie heute zwar noch in den Kraftraum oder zum Laufen, »in den Rennbetrieb mischt er sich aber nicht ein«.
Trotz allen Talents blieb Nina bei den Jugendspielen der große Wurf verwehrt. Im Eiskanal von Innsbruck-Igls, wo der Vater zwei seiner fünf WM-Titel holte, fuhr die Schülerin als Vierte am Podest vorbei. Im Ziel spendete nicht nur Vater Markus sondern auch Gregor Schlierenzauer Trost. Der Gewinner der Vierschanzentournee ist der Cousin von Nina Prock.
Dass die prominente Verwandtschaft nicht nur angenehme Seiten hat, erfuhr Skirennläuferin Martina Rettenwender, die mit Österreich die Goldmedaille im Teamwettbewerb gewann. »Es kann ganz schön nerven, immer nur als Nichte von Michael Walchhofer wahrgenommen zu werden. Ich bin eine eigenständige Persönlichkeit. Und es ist auch nicht so, dass er mich täglich anrufen würde«, sagt die 16-Jährige über die Verbindung zum Abfahrtsweltmeister von 2003, der im vergangenen Jahr seine Karriere beendet hatte.
Nicht so erfolgreich wie für Alphand und Rettenwender lief es für Alisa Krauß (Schellenberg). Die 16 Jahre alte Tochter des früheren deutschen Skirennläufers Stefan Krauß schied in der Superkombination aus. Besser machten es erneut die deutschen Rodler, die auch in ihrem letzten Wettbewerb eine Medaille holten. In der gemischten Teamstaffel fuhren Christian Paffe (Hallenberg), Sieger im Einsitzer, Saskia Langer und der Doppelsitzer Tim Brendel und Florian Funk zu Silber. Gold ging an die USA. In diesem Fall ohne bekannte Verwandtschaft.
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