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Lena Tietgen 20.01.2012 / Bildung
Bildungsrauschen

Lehrermangel nimmt zu

An den Schulen in Deutschland nimmt der Mangel an Lehrern bedenkliche Ausmaße an. Vor allem für Mathe und Naturwissenschaften fehlt es an Lehrern. Laut Thomas Vitzthum auf www.welt.de (xxx.xxxx) werden bis »2020 etwa 460 000 Lehrer pensioniert aber nur 26 000 pro Jahr neue nachkommen«. Allein im Osten »fehlten laut Kultusministerkonferenz (KMK) jedes Jahr 500 neue Lehrer«. Die Diskussion im Netz zeigt, wie verfahren die Situation ist.

Für Der Lichtblick »fängt es mit der Lehrerausbildung an. Die ist ja auch zum Wegrennen.« Pauline postet: »Der dramatische Engpass bei Lehrern kommt vom Sparen. An der Bildung sparen heißt versagen.« Dsds stimmt zu: »Ja dieser Staat ist in allen Bereichen krank - mich wundert es, dass es überhaupt noch läuft.« Arbeiter sagt: »Der Fisch fängt am Kopf an zu stinken, das komplette System ist ein Trauerspiel.«

Edda will ein »einheitliches Schulsystem. Es kann nicht sein, dass jedes Bundesland seine eigenen Regeln aufstellt. Grundsätzlich müssen Lehrer nicht verbeamtet sein, dann gäbe es auch nicht die Frühpensionierungen, die von den Steuerzahlern getragen werden.« Alles ist im fluss antwortet: »Es gibt viele angestellte Lehrer. Die muss auch der Steuerzahler bezahlen. Das durchschnittliche Pensionierungsalter dt. Lehrer liegt bei 62,2 Jahren (2008), und damit im normalen Mittelfeld aller Berufe. Wer früher geht, hat für den Rest seines Lebens auf bis zu 25 Prozent der Pension zu verzichten. Ein gutes Geschäft für den Arbeitgeber, und damit auch für den Steuerzahler. Insbesondere, wenn man keine neuen Lehrer wieder einstellt.«

Franziska Belling meint: »In Zukunft deutlich weniger Kinder bedeutet zugleich auch, es werden weniger Lehrer gebraucht! Hier muss nicht überflüssig eingestellt werden! Ich würde Lehrer nur noch als Angestellte einstellen, dann sicherlich auch etwas besser bezahlt. Es muss das Leistungsprinzip gelten, Kündigungen müssen möglich sein. Weg mit dem Beamtenstatus für Lehrer. Zentralabitur nach 12 Jahren in ganz D muss Standard werden, die Lehrpläne dafür endlich entrümpeln und vereinheitlichen. Bis heute leisten wir uns die teuersten Lehrer weltweit - mit mittelmäßigen Ergebnissen. Es gibt viel zu tun!«

Klartexter kritisiert: »Sachsen bildet seit 1990 ununterbrochen aus - stellt aber niemanden ein! Es gibt dort sowohl zu wenig Referendarstellen (150 Plätze auf 800 Absolventen) wie auch zu wenig Übernahmen. Eingestellt wurde ein Lateinlehrer. Also, worüber reden wir: Es werden genügend Lehrer ausgebildet, aber keine eingestellt (zumindest nicht im Osten). Die Lehrer die im Westen sind, werden kaum ihren Beamtenstatus, ihre Freunde, Familie und geringere Arbeitsbelastung gegen den Osten eintauschen.«


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24.05.2012 | Katja Eichholz, David König und Olaf Präger

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