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Streitfrage: Gehört Hitlers »Mein Kampf« verboten?

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»Mein Kampf« entstand Mitte der 1920er Jahre und gilt als das politische Grundlagenwerk von Adolf Hitler.

Adolf Hitlers »Mein Kampf« soll ab Monatsende in kommentierter Form am Zeitungskiosk ausliegen. Der Reihe »Zeitungszeugen«, die Blätter aus der Zeit des Nationalsozialismus veröffentlicht, wird in drei Ausgaben eine Broschüre beiliegen, die das Buch in Auszügen dokumentiert. Geplant ist eine Auflage von 100 000 Exemplare. Wird der Beileger ein Verkaufsschlager, seien weitere Ausgaben mit kommentierten Auszügen möglich, heißt es von Verlagsseite.

»Mein Kampf« ist eine Mischung aus Hitlers Lebensgeschichte, antisemitischem Pamphlet und nationalsozialistischer Propaganda. Das Bayerische Finanzministerium besitzt die Urheberrechte an dem Buch. Es hat bereits angekündigt, juristische Schritte gegen die Veröffentlichung zu prüfen.

Beiträge dieser Debatte:

  • 21.01.2012
    Von Gunnar Decker:

    Lauter geistige Kurzschlüsse

    Gunnar Decker ist Philosoph und Redakteur der Zeitschrift »...

    Auf der Berlinale 2010 wurde Oskar Roehlers »Jud Süß - Film ohne Gewissen« gezeigt, ein schwacher Film über die Entstehung von Veit Harlans »Jud Süß«. Den Gegenstand von Roehlers Film, Harlans »Jud Süß«, habe ich bis heute nur in Ausschnitten sehen können, er ist nach wie vor verboten. Glaubt irgendeiner, man sähe diesen Film und werde daran zum Antisemiten? Das scheint mir absurd. Warum sind... Mehr ...

  • 21.01.2012
    Von Hans Coppi:

    Hoffnung auf ein gutes Geschäft

    Hans Coppi ist Vorsitzender der Vereinigung der Verfolgten des N...

    »Hitler und die Deutschen« ist eine nicht vergehende Debatte über Verstrickung und Leugnung, von Verblendung und Verdammung, von vermeintlichem Aufstieg und tiefstem Fall, von Terror und blindem Gehorsam, von Abscheu und Faszination, von Aufarbeitung und Abwehr. Aber insbesondere von über 50 Millionen Toten, von fabrikmäßiger Ermordung von Menschen und hinterlassener verbrannter Erde. Nach de... Mehr ...

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8 Kommentare zu diesem Artikel

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  • YvesAdams, 20. Jan 2012 23:07

    mein kampf ist langweilig

    Ich hatte das zweifelhafte Vergnügen während meines Studiums "Mein Kampf" als Quelle zu einer Semesterarbeit zu lesen. Verquaster Unsinn und stocklangweilig. Ebenfalls während des Studiums konnte ich Jud Süss sehen. Beide Machwerke sind lediglich aus der Tatsache heraus, dass sie zensiert wurden und als historische Quellen interessant. Und für Nazi Apologeten, natürlich, aber die kommen auch so an den Mist ran. Eine Bereicherung kultureller Art stellen beide "Werke"nicht dar. Ich würde keine fünf Pfennig dafür ausgeben.

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  • OBJZ, 21. Jan 2012 05:18

    Re: mein kampf ist langweilig

    Was beim Lesen des Buches auffaellt: Die Verehrung fuer die katholischen Priester, besonders in Bayern. "Er" empfaehlt auch dass die "Partei" von der Athmosphaere in katholischen Kirchen lernen sollte: Davon kam die Idee der Fackelzuege der Braunhemdem. Und noch interessanter - die Bewunderung der USA: Ihre politische Stabilitaet, und ihre Universitaeten welche neue Erfindungen foerdern - im Vergleich mit den deutschen Universitaeten (damals). Seine Achtung vor den Briten: Deutschland sollte sich moeglicherweise mit Britanien und Italien verbuenden. Auf keinen Fall sollte Deutschland den Briten ihre Kolonien streitig machen. Ueberhaupt sollte sich Deutschland nicht in anderen Kontinenten einmischen - und nur auf Ausweitung nach Osten konzentrieren! 1925 war er weit nuechterner als spaeter.

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  • Ani-metaber, 21. Jan 2012 06:02

    Re: Re: mein kampf ist langweilig

    Ich dachte der "Erfolg" Hitlers habe auch daran gelegen, dass so gut wie niemand sein Buch gelesen hatte

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  • Berndchen, 21. Jan 2012 06:25

    Re: Re: Re: mein kampf ist langweilig

    Umso schlimmer, dass so viele den Sarrazin...naja, kauften.

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  • Ani-metaber, 21. Jan 2012 06:31

    Re: Re: Re: Re: mein kampf ist langweilig

    Der Titel "Deutschland schafft sich ab" - oder so - hat ja im Gegensatz zu "Mein Krampf" auch trügerische Hoffnungen wecken können

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  • OBJZ, 22. Jan 2012 00:57

    Hitler meinte Mexikos Sieg 1867 gegen Frankreich war vorteilig fuer Preussen 1870.

    Wer sich fuer Weltgeschichte interessiert muss auch wissen was die negativen Figuren geschrieben haben, ob das nun "korrekt" empfunden wird oder nicht: Genau so wie ein medizinischer Pathologist in Leichen herumstoebern muss um wirklich zu verstehen wie Todesursachen verursacht wurden. Im "Mein Kampf" 1925, steht eine interessante Ansicht von Hitler: "Haette der franzoeische Kaiser Napoleon nicht die Franzoesische Fremdenlegion von Mexiko abgezogen und den oestreichischen Erzherzog Maximillian von Habsburg als Kaiser von Mexiko ohne die Legionaere gelassen, - dann waere Oestreich wahrscheinlich 1870 zusammen mit Frankreich gegen Preussen gestanden." . Der historische Hintergrund: Nahe der Pazifikueste Mexiko's in Oaxaca wird 1809 ein Zapotec-Indianer geboren- Benito Juarez. Als Zehnjaeriger wird der nur "zapotec-sprechende" Indianerjunge in die Familie eines Baeckers aufgenommen, welcher von Italien eingewandert war. Der Indianerjunge lernt die Nationalsprache, das Spanisch. Spaeter studiert er Jura. Danach wird es als Politiker zum Governeur des Bundestaates Oaxaca gewaehlt. Spaeter wird er Praesident von Mexiko welcher besonders die Macht der katholischen Kirche verkleinert. Frankreich hat schon in den 1830ziger Mexiko angegegriffen "weil einem franzoesischer Baecker in Mexiko-Stadt nicht von mexikanischen Offizieren die Rechnung bezahlt wurde" ("Krieg des Gebaeckes"!". 1861 konnte Mexiko nicht die Anleihen an mehrere europaeische Laender bezahlen. Die Euros sandten Kriegsschiffe, und 1862 landete die Franzoesische Fremdenlegion und setzte den Oestreicher Maximillian ein als "Kaiser". Juarez's Truppen verteidigten Mexiko. 1866 zogen Frankreich die Legion ab, weil Preussen Oestreich besiegt hatte. 1867 siegten die Mexikaner ueber Maximillians Truppen und fuesilierten den Oestreicher. 1870 besiegte Preussen Frankreich. Danach entstand das Deutsche Kaisereich. -----Juarez sagte einmal: "Dem Menschen sollte man zwei Dinge wegnehmen: Den Alkohol und die Religion!"

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  • Me-Ti, 22. Jan 2012 08:02

    Mein Kampf muß gelesen werden können

    Die bayrische Staatsregierung handelt seit über 60 Jahren völlig irrational, indem sie eine Neuauflage von Hitlers "Mein Kampf" verhindert. Dabei konnte sie sich bislang erfolgreich auf geltendes Urheberrecht berufen, denn da Hitler keine Erben hatte, ging sein Vermächtnis an Bayern über.

    Spätestens 2015 wird es mit dieser Blockadepolitik vorbei sein, denn dann wird "Mein Kampf" gemeinfrei. Bereits in etlichen Ländern, wo die Schtzfrist nur 50 Jahre p.m.a. dauert, ist "Mein Kampf" bereits frei erhältlich.

    Als vor wenigen Jahren einige Historiker an bayerns Staatsforte anklopftenn, um eine historisch-kritische Ausgabe zu editieren, stellte sich die bayerische Staatsregierung ebenfalls störrisch.

    Letztlich hat Bayern mit ihrer Blockadehaltung den Nazis einen Mythos beschert. Denn da allgemein angenommen wird, dass das Buch verboten sei, tatsächlich wird es nur nicht neu aufgelegt, konnte der Glaube genährt werden, dieses Buch sei so brilliant geschrieben, dass es aus dem Leser automatisch einen Nazi machen würde oder ihn sonstwie verderben würde.

    Dabei ist das Gegenteil der Fall. Dieses Buch gehört zu der untersten Liga der Klasse der politischen Bücher. Und enthält zudem viele Falschaussagen. So Hitlers Geschichte von seinen Gesprächen mit Kollegen vom Bau - Hitler hat nie auf dem Bau gearbeitet. Zudem wurde es von Auflage zu Auflage stets angepasst und "aktualisiert".

    Anstatt hier weiterhin einen Mythos über die Genialität von Hitler zu fabrizieren, muss es endlich eine historisch-kritische Ausgabe von Hitlers "Mein Kampf" geben. Die beste Aufklärung liegt in der Wahrheit - und dazu muss man eben auch das Buch lesen können.

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  • Ani-metaber, 22. Jan 2012 10:44

    Re: Hitler meinte Mexikos Sieg 1867 gegen Frankreich war vorteilig fuer Preussen 1870.

    Bei aller Dankbarkeit lieber OBJZ für deine Aufklärung über die damaligen Vorgänge in und um Mexico,
    wichtiger dürfte wohl sein, wo Klein-Adolf seine „Erkenntnisse und Einsichten“ abgeschrieben oder her hatte. Das könnte ja auch die geistige Verwandschaft zu vielen Zeitgenossen aufzeigen, deren geistige Enkel davon heute gar nicht so viel wissen wollen.

    Mir wäre also lieber, man würde darstellen wie sich die Quellenlage des „Adolfschen Wissen“ und seines Gedankengebäudes ausmachen, die Wiedergabe von allgemein verbreiteten Ansichten darstellten.
    Ich denke also da nicht nur an Doktorarbeitsabschriften a le Gutenberg.
    Sollte Adolf der Ansicht gewesen sein, dass eine Niederlage von Borussia Dortmund beim nächsten Spiel gegen den 1FC-Köln die Aussichten, den Meistertitel zu holen, schwächen könnten, würde jedem Currywurstverkäufer wohl auffallen, welch geistige Tiefe dabei vorgetragen wird.

    Vroniplag.wiki gab es damals ja bekanntlich nicht – und by the way, ne „Doktorarbeit“ lag wohl ohnehin nicht vor.

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