Giglio (AFP/dpa/nd). An der Krisensitzung nahmen alle mit den Unglücksfolgen befassten Behörden und Experten teil, darunter auch Vertreter der niederländischen Bergungsfirma Smit Salvage, teilte ein Sprecher der italienischen Küstenwache am Freitag mit. Zuvor mussten Taucher ihre Suche nach den noch mehr als 20 Vermissten in dem vor der italienischen Küste havarierten Kreuzfahrtschiff unterbrechen, da sich das Wrack erneut bewegt hatte.
Spezialisten müssten zunächst herausfinden, ob das Wrack nur schwanke oder langsam abrutsche, sagte der Sprecher der Küstenwache. Nach seinen Angaben sollte es bei der Krisensitzung auch um die verschiedenen Möglichkeiten zur Stabilisierung des Wracks gehen. Ein Vorschlag sei, den Luxusliner mit Stahlkabeln an Land zu vertäuen. Die Behörden befürchten, das gigantische Schiff könnte bei starkem Seegang in tieferes Wasser abrutschen und vollständig untergehen. In den Tanks befinden sich aber nach wie vor rund 2400 Tonnen schwerer Treibstoff, sie könnten auslaufen und das Naturschutzgebiet der Insel Giglio auf Jahre verseuchen.
Die EU-Kommission rechnet allerdings nicht mit einer Umweltkatastrophe am Unglücksort. »Wir haben den Eindruck, dass sehr, sehr große Anstrengungen unternommen werden, um alles Mögliche zu tun, damit eine Ölpest verhindert wird«, sagte die Sprecherin von EU-Verkehrskommissar Siim Kallas am Freitag in Brüssel.
Gut eine Woche nach dem Schiffsunglück gibt es weiterhin keine Spur von den zwölf vermissten Deutschen. Es lägen keine Informationen über deren Schicksal vor, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes am Freitag in Berlin. Elf Tote wurden bislang geborgen. Vier Franzosen, ein Peruaner und ein Ungar wurden identifiziert.
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