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Von Erik Eggers, Niš 21.01.2012 /

Der Plan geht doch noch auf

Deutsche Mannschaft startet aus optimaler Ausgangsposition in die Hauptrunde der Handball-EM

Abwehrchef Oliver Roggisch schoss am späten Donnerstagabend noch ein paar Bilder in der »Cair Hall« in Niš, wo Mazedoniens Fans den Sieg gegen Tschechien mit lauten Gesängen zelebrierten. Aufgrund dieses Resultates startet die deutsche Nationalmannschaft mit vier Punkten in die EM-Hauptrunde in Belgrad. »Es gibt doch noch einen Handballgott, und der ist Deutscher«, sagte der 32-Jährige. Gegner sind am Samstag Gastgeber Serbien, das ebenfalls mit vier Zählern beginnt, am Montag Dänemark (0) und schließlich am Mittwoch Polen (2).

Zwanzigtausend fanatische Fans erwartet die Auswahl des Deutschen Handballbundes in der riesigen Belgrad-Arena. »Aber diese Kulisse kann uns jetzt auch nicht mehr schocken«, sagte Linksaußen Uwe Gensheimer, als er gestern nach 280 Kilometern Busfahrt im deutschen Quartier eincheckte. »Wir haben ja schon gegen Mazedonien so ein Ding gezogen.« Auch der Berliner Torwart Silvio Heinevetter glaubt an weitere Siege. »Jetzt haben wir alle Chancen, wir sind gewappnet für alle Gegner, die da kommen.«

Der Optimismus der deutschen Handballer beruht auf einer Leistungssteigerung im letzten Vorrundenspiel, als sie nach einem Offensivfeuerwerk in Halbzeit Eins und einer kämpferischen Abwehrleistung nach der Pause den WM-Vierten Schweden beim 29:24 (20:15) dominierten. »Ich hatte immer Vertrauen in die Mannschaft«, sagte Bundestrainer Martin Heuberger hinterher. »Aber so, wie sie alle Vorgaben umsetzt, hat sie mich doch überrascht.« Nach der 24:27-Niederlage zum Auftakt gegen Tschechien hatte manch einer den deutschen Handball schon für beerdigt erklärt, nun hat er in nur zwei Partien eine Wiederauferstehung gefeiert.

So rückt das Erreichen des ursprünglichen EM-Ziels in Serbien, eines der beiden Tickets für die olympischen Qualifikationsturniere zu lösen, wieder näher: Die Slowakei und Tschechien sind aus dem Kreis der Konkurrenten bereits ausgeschieden, und die Mazedonier liegen drei Punkte hinter Deutschland. Alles scheint auf einen Dreikampf mit Polen und Serbien hinauszulaufen. »Unser Ziel bleibt dieses Ticket«, sagt Roggisch. Heuberger weigert sich gar, alle mathematischen Modelle durchzurechnen. »Ich plane nur von Spiel zu Spiel«, sagte der 47-Jährige in Belgrad.

Der Bundestrainer ist schon jetzt einer der größten Gewinner dieses Turniers. Heuberger war schließlich schwer in die Kritik geraten, als er beim Supercup viel durchwechselte und dabei drei Niederlagen provozierte. »Ich bin auf einem Turnier wie bei der EM auf den ganzen Kader angewiesen«, hatte er sich damals rechtfertigt. Tatsächlich besteht die Stärke des deutschen Teams nun in seiner Ausgeglichenheit. Heubergers Plan ist also bis hierhin aufgegangen.


Gruppe A

Polen - Dänemark 27:26
Serbien - Slowakei 21:21

1. Serbien 2 1 0 67:61 5

2. Polen 2 0 1 86:72 4

3. Dänemark 1 0 2 78:76 2

4. Slowakei 0 1 2 70:92 1

Gruppe B

Deutschland - Schweden 29:24

Tschechien - Mazedonien 21:27

1. Deutschland 2 0 1 77:74 4

2. Mazedonien 1 1 1 76:71 3

3. Schweden 1 1 1 83:84 3

4. Tschechien 1 0 2 77:84 2

Deutsche Spiele in der Hauptrunde

Serbien - Deutschland Sa. 20.15
Dänemark - Deutschland Mo. 18.20
Polen - Deutschland Mi. 16.15

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