Eines Tages fiel Herrn Mosekund auf, dass über ihn noch nie in der Zeitung berichtet worden war. Nicht einmal negativ. So kann es nicht weitergehen, sagte er sich, suchte die Telefonnummer des örtlichen Generalanzeigers heraus und sprach, weil er so etwas gerade irgendwo gelesen hatte, auf die automatische Anrufaufzeichnung: »Hier Mosekund. Sollten Sie nicht bald über mich berichten, dann gibt es Krieg. Ich überschreite gerade den Rubikon, aber wenn ich zurück bin, können wir uns treffen und entscheiden, wie wir den Krieg führen wollen.« Das hat gesessen, dachte Herr Mosekund grimmig, als er auflegte. Er bereitete sich auf eine Medienkampagne vor, auf Verleumdungen, Gegendarstellungen und Schlammschlachten. Er wartete ein paar Tage, eine Woche, einen Monat. Nichts geschah. »Das ist typisch«, sagte er sich schließlich enttäuscht, »der kleine Mann wird wieder mal benachteiligt.«
Griechenland befindet sich am Rande des Staatsbankrotts. Der Ausstieg aus dem Euro droht wie ein Damoklesschwert. Die Regierungsbildung nach den Parlamentswahlen, bei der die Linke stark zulegte, aber auch Rechtsextreme profitierten, war erfolglos. Nun stehen dem Land weitere Neuwahlen bevor. Siehe auch:Dossier Finanzkrise