|
|
Romneys Nominierung schien nur noch eine Frage der Zeit zu sein, als die Partei ihn zum knappen Sieger der Vorwahl in Iowa erklärte und der ehemalige Gouverneur von Massachusetts einen klaren Erfolg in New Hampshire einfuhr. Auch in South Carolina sahen Meinungsforscher Romney kürzlich noch fast 20 Prozentpunkte vor Gingrich.
Dann überschlugen sich am Donnerstag jedoch die Ereignisse: Nach Korrektur der Resultate in Iowa erkannte die Partei Romney den Sieg dort wieder ab und erklärte stattdessen den christlich-konservativen Ex-Senator Rick Santorum zum Gewinner. Fast zeitgleich verließ der Gouverneur von Texas, Rick Perry, das Rennen und stellte sich hinter Gingrich. Dieser brillierte am Donnerstagabend schließlich in einer TV-Debatte, während Romney wegen ausweichender Antworten zur Offenlegung seiner Steuerunterlagen ausgebuht wurde.
Das Endergebnis in South Carolina war erstaunlich deutlich: Gingrich holte 40,4 Prozent, Romney nur 27,9 Prozent. Auf Santorum entfielen 17 Prozent, der texanische Abgeordnete Ron Paul bekam 13 Prozent. Am Wahlabend arrangierte sich Romney mit der neuen Situation. »Ich schrecke vor Wettbewerb nicht zurück«, sagte der frühere Fondsmanager.
Der Politikwissenschaftler Matt Dickinson vom Middlebury College sieht Romney noch immer als aussichtsreichsten Bewerber. Die politischen »Fundamentaldaten« wie Spendengelder, Wahlkampforganisation und Rückhalt im Partei-Establishment sprächen weiter für den Ex-Gouverneur, sagte er. Gingrich stelle aber eine Gefahr dar, wenn er den zersplitterten erzkonservativen Flügel hinter sich vereinen und sich als eine Art »Anti-Mitt« positionieren könne.
Romney hat bei konservativen Kernthemen wie Abtreibungsverbot oder Homosexuellen-Rechten einst vergleichsweise liberale Haltungen eingenommen, sein mormonischer Glaube ist vor allem den evangelikalen Christen suspekt. Neu auf Romneys Problemliste kamen zuletzt die Diskussion um seine Steuererklärung und der Vorwurf, als Chef der Investmentfirma Bain Capital exorbitante Profite zu Lasten von Arbeitsplätzen in den USA eingefahren zu haben.
Dagegen stellt sich Gingrich als der echte Konservative im Rennen dar. Delikate Interviewäußerungen einer seiner beiden Ex-Frauen über eine angeblich von Gingrich verlangte »offene Ehe« schadeten ihm nicht. Auch wenn dieses Partnerschaftsmodell in konservativen Wählerkreisen vermutlich nicht gepflegt und darüber hinaus verdammt werden dürfte, konnte Gingrich die Empörung geschickt auf die »verabscheuungswürdige« Berichterstattung der liberalen »Elitemedien« umleiten.
Gingrich rief am Sonnabend seine Anhänger zum Spenden auf, um sich der finanziellen Feuerkraft Romneys erwehren zu können. Auch seine Organisation muss er dringend auf Vordermann bringen, um Wähler in allen Bundesstaaten zu mobilisieren.
Alle Augen richten sich nun auf Florida, das am 31. Januar seine Vorwahlen abhält. Der bevölkerungsreiche Bundesstaat sei das »Epizentrum« des Nominierungsprozesses, sagte Professorin Susan MacManus von der University of South Florida. »Wenn ein Republikaner in Florida nicht gewinnen kann, dann wird er wahrscheinlich nicht das Weiße Haus gewinnen.«
Gingrichs größte Stärke ist sein rhetorisches Talent.
Am 3. Januar 2012 beginnen die US-Republikaner die Vorwahlen. In einem fünfmonatigen Wahlmarathon suchen sie einen Präsidentschaftskandidaten und Herausforderer von Präsident Barack Obama. Die Präsidentschaftswahlen finden am 6. November 2012 statt. Mehr
Mitt Romney hat endlich seine Steurerklaerung veroeffentlicht: 2010 und 2011 verdiente er $ 45 Millionen und zahlte $6.2 Millionen Steuern. Sein Steuersatz ist nur 15 % weil es Aktieneinkommen war. Fuer verdientes Einkommen haette er 35% zahlen muessen. Sein Peiniger, Newt Ginrich erklaerte sein Einkommen fuer 2011 von $ 3.16 Millionen. Er bekamm $ 1.3 Millionen von der Staatlichen Hypothekenbank fuer "Geschichtswissenschaftliche Beratung"...( wer im Senat kann was "drehen" fuer die Vorteile der Bankiers...)
Aktuelle Ausgabe: 26.05.2012
Sind Frauen die besseren Politiker?
Preis: 3,50 €
Preis: 75,00 €
Werbung:
Werbung: