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Schlecker: Viele Fragen noch offen

Ver.di prüft Folgen für Beschäftigte

Noch ist unklar, was aus den rund 30 000 Schlecker-Beschäftigten wird. Dessen Konkurrent Rossman hat angeblich Interesse an bis zu 80 Filialen bekundet.

Berlin (Agenturen/nd-Meyer). Nachdem der Drogeriediscounter Schlecker am Freitag angekündigt hatte, eine Planinsolvenz einzuleiten, ging es am Wochenende um die Folgen diese Schrittes. Das Familienunternehmen hatte am Freitag angekündigt, Insolvenz zu beantragen, um unter Gläubigerschutz den Unternehmensumbau fortsetzen zu können. Schlecker schreibt seit drei Jahren rote Zahlen im Millionenbereich. Um diese auszugleichen, wurden bereits viele Filialen geschlossen. Bis zum Ende des ersten Quartals 2012 sollte der Umbau mit über 1000 Schließungen von rund 7000 Filialen abgeschlossen sein. Dazu kommen in Österreich, Spanien, Frankreich, Italien, Tschechien, Polen und Portugal rund 3000 Filialen mit rund 17 000 Beschäftigten, deren Zukunft völlig unklar ist.

Schlecker setzte lange auf massenhafte Neueröffnungen auch von unrentablen Standorten, was dem Familienunternehmen nun zum Verhängnis werden könnte. Die Hauptkonkurrenten Rossmann und dm setzten dagegen auf Mitarbeiterschulung, den Ausbau beispielsweise des Biosortiments und Filialen in attraktiven Lagen.

Es sei sehr wichtig, wie Schlecker sich in der nächsten Zeit verhalte, sagte Christiane Scheller, Sprecherin der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, gegenüber »nd«. Ob mit der Insolvenz auch der bis Mitte 2012 gültige Beschäftigungssicherungstarifvertrag aufgelöst werden könne und was weitere Folgen für die in Deutschland rund 30 000 Beschäftigten sein könnten, werde derzeit geprüft. Bei ver.di hoffe man, dass Schlecker seine Aussage, so viele Filialen wie möglich zu erhalten, ernst meine. »Wir nehmen die Familie Schlecker da beim Wort«, so Scheller.

»Ich wage die Prophezeiung, dass der Insolvenzverwalter nicht viele Läden weiter betreiben wird können«, sagte dagegen der Chef des schärfsten Konkurrenten Dirk Rossmann laut dem Magazin »Focus«. Sein Unternehmen habe Interesse an lediglich 50 bis 80 Schleckerfilialen, so Rossmann weiter. Kommentar Seite 4

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37 Kommentare zu diesem Artikel

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  • Berndchen, 23. Jan 2012 07:32

    Mein Vorschlag: Olle Anton

    wird aus seinem "hart verdienten" Privatvermögen eine Million Euro als Abfindung erhalten. Den Rest verteilen wir an die 47.000 Beschäftigten, die für Schleckers gebuckelt haben. Das gibt bei einem Schlecker-Vermögen von 3,6 Milliarden Euro zirka 76.000 Euro pro Nase. So muss keiner verhungern.

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  • neoliberal, 23. Jan 2012 11:52

    Re: Mein Vorschlag: Olle Anton

    meine Idee ist besser: es sollte einfach niemand mehr ein Unternehmen gründen. Die Leute sollten ihr Geld in einen guten Urlaub investieren statt in einen Geschäftsplan. Meistens scheitern diese Pläne ohnehin... ich denke so zwischen 50.000 und 100.000-Mal pro Jahr. Und schon ist das Problem mit der Ausbeutung gelöst...

    • Permalink

  • Berndchen, 24. Jan 2012 07:38

    Re: Re: Mein Vorschlag

    Richtig gelesen?
    Für Unternehmensgründung und Geschäftplan gestehe ich ihm € 1.000.000.- zu. Nach der derzeit gültigen Armutsgrenze von ca. € 950.- netto pro Person und Monat kann er noch mehr als 1.000 Monate sorgenfrei leben...

    • Permalink

  • neoliberal, 24. Jan 2012 18:57

    Re: Re: Re: Mein Vorschlag

    das Problem liegt in der Bewertung. Sie gestehen ihm 1mill zu ... warum nicht 10 ? Wer soll das festlegen ? ich denke das Volk... und das Volk hat Schlecker zum Milliardär gemacht ... sollte man das nicht respektieren ?

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  • Berndchen, 24. Jan 2012 19:05

    es ist: Mein Vorschlag.

    Deshalb lege ich das so fest.

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  • Berndchen, 24. Jan 2012 20:26

    Weil keiner

    10.000 Monate lebt. Auch das Mammut Anton nicht. Dann wird es höchstens als fossiler Brennstoff wieder gefördert.

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  • vlun, 24. Jan 2012 20:39

    Re: Mein Vorschlag: Olle Anton

    Ich finde auch, diesen Vorschlag sollte man ernsthaft diskutieren. Bei aller Besorgnis um sein Wohl, aber Olle Anton wird schon nicht der Grundsicherung anheim fallen.

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  • Eton, 24. Jan 2012 21:23

    Re: Re: Berndchens Vorschlag: Olle Anton riskiert's noch einmal

    Jetzt bin ich aber doch ein bisschen sehr verwirrt, @ Neoliberal, denn in dem Thread
    www.neues-deutschland.de/artikel/216368.stalking-im-staatsauftrag.html#c13780
    fragst du nach unserer Bewertung der persönlichen Risikobereitschaft eines Unternehmers, und wenn @Berndchen ihm das Startkapital für einen erneuten Versuch zubilligt (er muß es ja nicht verleben, kann es aber – denn er hat die Freiheit der Wahl!), lehnst du ab?! Da soll einer draus schlau werden!
    Das Volk hat bei Schlecker seine Arbeitskraft verkauft, ihn zum Miliardär gemacht, wurde dafür aber unterbezahlt. Ergo fordert @Berndchen nun nur den gerechten Ausgleich, den Anton beim erneuten Versuch dann gleich in das Geschäftsmodell mit einarbeiten kann. Ob er's aber tut...?

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  • neoliberal, 24. Jan 2012 22:44

    Re: Re: Re: Berndchens Vorschlag: Olle Anton riskiert's noch einmal

    ich habe nie bei Schlecker gekauft, gerade weil er unfair handelte. Der Witz ist, dass gerade solch ein Unternehmen Probleme bekommen hat. Man könnte vermuten, dass der Markt nicht blind ist für soziale Probleme.

    Das Volk hat erstmal eine Zeit lang eingekauft. Also muss Schlecker was richtig gemacht haben.

    Das Problem liegt im Begriff Gerechtigkeit ? Wer soll festlegen was der "richtige" Lohn fürs Risiko ist ?
    An der Stelle ist mir der Fokus auf den Mehrwert zu einfach. Es wird ungerne über Risiko und Opportunitätskosten gesprochen. Und Tatsache ist, dass die meisten Menschen in kleinen Firmen arbeiten.
    Ist es gerecht, dass ein Beamter oder Angestellter die gleichen Steuersätze trägt, die ein voll haftender Handwerker oder Mittelständler tragen muss ?
    Wir leben in einem Land in dem die Unternehmer aussterben... sicher freut dies manchen, aber da gibt es auch unangenehme Nebenwirkungen....

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  • Rotspoon, 24. Jan 2012 23:28

    Ich denke mal

    Die Schleckers werden auf ihren Milliarden sitzen bleiben

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  • vlun, 25. Jan 2012 10:08

    Re: Re: Re: Re: Berndchens Vorschlag: Olle Anton riskiert's noch einmal

    Darüber kann man sich allerdings streiten, ob es ein besonderer Gewinn für das vielbeschworene und gepäppelte "deutsche Unternehmertum" ist, wenn Tausende von Arbeitslosen in (Schein-) Selbständigkeit, das sogenannte Kleinunternehmertum, abgedrängt werden, um nach kurzer Zeit, z.T. hochverschuldet, Insolvenz anmelden zu dürfen, letztendlich also wieder arbeitslos zu sein. Das ist die traurige Realität des Alltags, die nur zwischen den Zeilen der Statistiken erkennbar ist und die in gewissen Kreisen offenbar nicht zur Kenntnis genommen wird. Soweit zum Stichwort _gescheitertes_ Existenzgründertum. Ich gehe davon aus, dass diejenigen, die die Vorgänge um das Imperium des A.S. interessiert und seit einiger Zeit verfolgen, sich längst darüber im Klaren sind, dass es sich um ein völlig anderes Kaliber handelt. Besondere Sachverhalte erfordern bekanntlich besondere Maßnahmen, insofern ist der Vorschlag von Berndchen aus meiner Sicht durchaus plausibel.

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  • neoliberal, 25. Jan 2012 12:17

    Re: Re: Re: Re: Re: Berndchens Vorschlag: Olle Anton riskiert's noch einmal

    D wäre nicht D, wenn es der Scheinselbständigkeit nicht eigene Gesetze geben würde. Ein Gründer, der nur einen Auftraggeber hat und keine Angestellten, gerät schnell ins Visier der Rentenversicherung. Man unterstellt im Scheinselbstständigkeit und der Auftraggeber wird zum Arbeitgeber(mit entsprechenden Folgen bezüglich der Sozialbeiträge). Und gedrängt wird da kein Arbeitsloser, zumal der Gründungszuschuß auch nur noch eine Kann-Bestimmung ist. Unternehmertum ist in D nicht gewollt... wie auch, wenn sich das Parlament zu 70% aus Angestellten des öffentlichen Dienstes rekrutiert. Die Selbstständigen-Quote liegt hier im Norden bei 7% !!

    Aber das eigentliche Problem ist doch: Schlecker war selbst einer dieser kleinen Existenzgründer. Solange sie scheitern ist alles bestens, dass eigene Nichttun und Nichtriskieren ist damit gerechtfertigt. Aber wenn es einer schafft und damit meine ich z.B. SAP (die Gründer waren vorher Angestellte bei IBM) dann ist er ein Fall für den Klassenkampf... Es werden immer nur die Gewinner gesehen und nicht die Tatsache das der Unternehmer das gesellschaftliche Innovationsrisiko trägt.
    Also die Frage: wie soll das Risiko vergütet werden ? Oder soll man einfach auf Innovation verzichten ?

    • Permalink

  • Eton, 25. Jan 2012 15:25

    Re: Re: Re: Re: Re: Re: Berndchens Vorschlag: riskiert's Olle Antonnoch einmal

    Das eigentliche Problem ist nicht so sehr die Innovationsunlust oder -unfähigkeit, sondern dass nach einer Anfangsphase oder/und ab einer bestimmten Betriebsgröße eine rigorose Anpassung an das bestehende ökonomische System zwingend erforderlich wird - sehr oft und fast ausschließlich auf Kosten der abhängig Beschäftigten. Und wer dabei die Regeln verletzt, nicht effektiv genug ist, ist gnadenlos draußen. Du hast das Beispiel SAP selbst angeführt, aber auch Handelsriesen wie ALDI fielen damit schon auf. Ob bei Lidl, exPLUS (jetzt Netto), Netto (der mit dem Scotti) und anderen – stets fallen einem die Gesichter neuer Angestellter auf. So umgeht man Gehaltssteigerungen für „Längerdienende“, ebenso wie mit der wiederholten „Einstellung auf Probe“.
    Wenn das die „Innovation“ ist....
    Einst sprach man stolz in der Bundesrepublik von „sozialer Marktwirtschaft“. Das „sozial“ ist schon lange gestrichen, und die Sache mit den Märkten...Erleben wir ja gerade bei Finanzen.
    Die kleinen Einpersonen- oder Familienbetriebe arbeiten vielfach mit totaler Selbstausbeutung bis zum Umfallen. Aber selbst das rettet sie oftmals nicht.
    Würde mich mal interessieren, was es „den Staat“ gesamtgesellschaftlich kosten würde, nicht die Arbeitslosigkeit, sondern Arbeit zu finanzieren! Dann würde ja vieles überflüssig werden, was heute für die Verwaltung und Betreuung der Arbeitslosen getan wird. Das wäre ne Innovation! Aber das Risiko wird wohl keine Regierung eingehen.

    • Permalink

  • neoliberal, 25. Jan 2012 15:55

    Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Berndchens Vorschlag: riskiert's Olle Antonnoch einmal

    Häufig wird vom Einzelfall auf das System geschlossen... Wenn Aldi schlecht bezahlt dann ist der Kapitalismus schlecht... Große Konzerne (vermutlich alle Dax 30) bezahlen gut, jedenfalls habe ich noch nichts von unterbezahlten Siemens oder VW-Arbeitern gehört.
    Fortwährende Probezeit oder Ketten von befristeter Beschäftigung sind in D illegal.
    Was die rigorose Anpassung angeht: es gibt viele Unternehmen, die mit guten Ideen auch gute Löhne zahlen können. Es gibt Kommentatoren, die sagen der Exportüberschuss der BRD basiert auf niedrigen Löhnen, aber nirgends werden wirklich mal die Löhne verglichen. Relative Steigerungen der Lohnstückkosten führt man an und den Leser damit hinters Licht.
    Und was das soziale angeht: der Staat hat noch nie soviel Geld für soziale Dinge ausgegeben wie heute. Wie haben eine Staatsquote von 42 % !

    Der Witz ist, dass der Kapitalismus von den KMUs getragen wird, also von den Familienbetrieben. Im übrigen auch der Export. Und das ist auch der Grund dafür, dass die Linken keine Mehrheiten bekommen werden. Denn in diesen kleinen Firmen arbeiten 75 % der Menschen... und die sehen was ein Unternehmer tut. Und da gibt es eben welche (ist in meiner Umgebung passiert) die sich in der Krise kein Gehalt gezahlt haben, aber das der 5 Angestellten schon... und sowas merken sich die Menschen.

    Aber wie auch immer, dass der Kapitalismus irgendwann verschwindet ist klar. Einfach weil Gesellschaften kommen und gehen. Aber ich denke, dass es anders passieren wird als sich Marx dies vorstellte. Marx beschrieb den Nachhall des Feudalismus.

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  • vlun, 25. Jan 2012 17:43

    Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Berndchens Vorschlag: riskiert's Olle Antonnoch einmal

    @neoliberal: Sie haben in mancher Hinsicht recht, z.B. was die Relevanz von kleinen und mittleren Unternehmen als Arbeitgeber betrifft. Allerdings scheinen sie in Bezug auf Unarten wie Kettenverträge, verlängerte Probezeiten, rechtlich fragwürdige Anhänge ("Ergänzungsvereinbarungen") zu Arbeitsverträgen, nicht bezahlte Überstunden, Praktikantenverträge u.ä., nicht ganz auf dem aktuellen Stand zu sein oder sie blenden diese Problematik bewusst aus. Diese und andere üble Dinge sind leider Realität. Jetzt könnte derjenige, der auf einem Auge blind ist (auf welchem auch immer), natürlich behaupten, dass es sich hier um reine Auswüchse des Kapitalismus handelt. Geschenkt. Ohne ein generelles Umdenken auf Unternehmens- / Unternehmerseite im Umgang mit den Arbeitnehmern, die bekanntlich in den meisten Fällen nichts anderes als ihre Arbeitskraft anzubieten haben und deshalb ihre Rechte und Ansprüche zu wahren versuchen, wird sich innerhalb überschaubarer Zeitspannen nicht viel bewegen. A.S. ist nur ein Beispiel für einen Irrweg, den ein selbstherrlicher Unternehmer gegangen ist, weitere werden vermutlich folgen. Wie sie feststellen konnten, habe ich den Begriff "Ausbeuter" nicht verwendet.

    • Permalink

  • Berndchen, 25. Jan 2012 19:46

    Was hätte Herrn Schlecker daran gehindert,

    spätestens nach der ersten Milliarde einzulenken und die Daumenschrauben für seine Arbeitskräfte etwas zu lockern? Nein, die maßlose Profitgier dieses sauberen Herrn ist es (und die gesellschaftlichen Bedingungen, die ihn diese Maßlosigkeit so hemmungslos ausleben lassen), die mich aufregt.
    Ich frage mich, was ein Mann (und seine Familie) mit soviel Milliarden Privatvermögen wohl anfangen. Nochmal die gleiche Summe dazuraffen, oder was? Das hat doch mit dem Umsetzen einer Geschäftsidee im guten Sinne nichts mehr zu tun, sondern nur noch mit nacktem Gewinnstreben (Eine Art "Sport" vielleicht? Krank!) Dabei sind er und sein Clan offensichtlich noch nicht mal die schlimmsten.
    Übrigens gibt es, glaub ich, auch andere Beispiele. Ich hab da mal was von trigema, Haribo und einer Drogeriekette gehört.

    • Permalink

  • Eton, 25. Jan 2012 20:06

    Re...: Berndchens Vorschlag: Olle Anton riskiert nichts

    Das Statisitische Jahrbuch kann sich jeder hier ziehen:
    www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/SharedContent/Oeffentlich/B3/Publikation/Jahrbuch/StatistischesJahrbuch,property=file.pdf

    Wenn ich das unter Punkt 24.4 „Erwerbstätigkeit, Arbeitsstunden und gesamtwirtschaftliche Kennzahlen“ richtig gelesen habe (S.634), nahm die Produktivität je Erwerbstätigenstunde um 1 % (zum Vorjahr) zu, die Lohnstückkosten gingen um ca.1 % zurück, und die Arbeitseinkommensquote ist daher ebenfalls rückläufig. D.h., dass die Arbeitnehmerentgelte im Durchschnitt (bei Vollbeschäftigung) anteilig auf 66,3 % zurückgegangen sind ( der Stand Anfang der 70er Jahre), obwohl BIP und BNE die letzten 10 Jahre erheblich zunahmen (24.2 , S.631).

    Was nun die kleinen und kleinsten Firmen anbetrifft:
    Leider ist (unter 21.2 , S.531) deren Einteilung nur sehr unscharf, aber selbst wenn wir dafür Betriebe mit bis zu 49 Arbeitnehmern nehmen und mit den größeren vergleichen ist zu sehen, dass hier im Vergleich am wenigsten zu verdienen ist. Je mehr Beschäftigte, desto höher der Verdienst. Mal ganz von der ungerechten niedrigeren Bezahlung der Frauen und der Beschäftigten in den neuen Bundesländern.

    Anschließend findet man auch eine Aufstellung der Bruttobezüge für viele Berufsgruppen. Auch wenn alles auf Durchschnittswerten beruht, ist es doch aussagestark.

    • Permalink

  • Eton, 25. Jan 2012 20:10

    Re: Re...: Berndchens Vorschlag: Olle Anton riskiert nichts

    Korrektur/der Satz muß lauten:
    Mal ganz von der ungerechten niedrigeren Bezahlung der Frauen und der Beschäftigten in den neuen Bundesländern.abgesehen.

    • Permalink

  • neoliberal, 25. Jan 2012 20:46

    Re: Was hätte Herrn Schlecker daran gehindert,

    aber genau das ist der Punkt: Schlecker behandelt seine Leute schlecht, also ist das System schlecht. Das Problem: Kapitalismus bedeutet einfach nur die Freiheit zu haben eine Frima zu gründen und Verträge abzuschließen. Der Kapitalismus hat kein Programm zur Verbesserung der Menschen. Menschen sind gierig ! Der Mensch wird nicht besser nur weil ich im verbiete auf eigene Faust zu handeln, wie es ja Marx fordert. Auch glaube ich nicht, dass das System quasi automatisch den Unternehmer zwingt gegen seine Angestellten zu handeln. Marx liegt an dieser Stelle falsch. Aber er konnte es damals nicht besser wissen. Wenn die Logik stimmen würde, dann wäre Rossman jetzt pleite und nicht Schlecker. Aber Schlecker schrieb schon seit Jahren rote Zahlen was auch den Druck erkären würde.

    Und Sie weisen ja auch darauf hin: Trigema ist ein Beispiel für Verantwortung.
    Vielleicht sollte die Gesellschaft auch ein Stück umdenken und die Unternehmer die Steuern zahlen und soziale Verantwortung übernehmen in der Öffentlichkeit darstellen. Als Unternehmer stehen sie in Deutschland aber unter Generalverdacht, vor allem wenn Sie erfolgreich sind. Das ist tief drin. So komisch wie das klingt aber selbst im Sonntagstatort können Sie drauf wetten, dass ein Unternehmer einen unsymphatischen Menschen abgeben wird.

    • Permalink

  • neoliberal, 25. Jan 2012 21:09

    Re: Re...: Berndchens Vorschlag: Olle Anton riskiert nichts

    was man auch sieht:
    die Lohnstückkosten sind 2009 sehr stark gestiegen (5,9) was nichts anders bedeutet, als dass viele Unternehmen ihre Leute in der Krise nicht entlassen haben.

    bei Vergleich der Löhne von Frauen und Männern fällt auf, dass die Löhne im Osten fast gleich sind. Im Westen ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern viel größer. Genau dieser Fakt wird in den Medien einfach negiert. Frauen sind im Osten viel eher voll berufstätig, im Westen häufiger in Teilzeit. Neben Teilzeit gibt es noch viele andere Aspekte die das Amt nicht rausrechnet. Letztlich vergleicht das Amt einen Vorstandvorsitzenden mit einer Krankenschwester.

    • Permalink

  • Eton, 25. Jan 2012 21:50

    Re: Re: Re...: Berndchens Vorschlag: Olle Anton riskiert nichts

    (21.3/S.532) Da findest du auch die Teilzeitbeschäftigten. Nur fehlt leider der Anteil an den (Gesamt-)Beschäftigten. Beachte die unterschiedliche bezahlte Wochenarbeitszeit.

    • Permalink

  • vlun, 25. Jan 2012 21:57

    Re: Was hätte Herrn Schlecker daran gehindert,

    ...die pure Gier. Was denn wohl sonst? Übrigens eine überraschend lebhafte Diskussion die hier entstanden ist.

    • Permalink

  • Eton, 26. Jan 2012 12:07

    Re.....Re: Berndchens Vorschlag: riskiert's Olle Anton noch einmal

    Zitat von Neoliberal:"Fortwährende Probezeit oder Ketten von befristeter Beschäftigung sind in D illegal."
    Dann lies mal aktuell bei www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,811505,00.html nach: Zitat: " Von Jahresvertrag zu Jahresvertrag zu Jahresvertrag - diese Praxis ist für Beschäftigte unangenehm, mit dem EU-Recht aber durchaus vereinbar. Das hat der Europäische Gerichtshof entschieden. Geklagt hatte eine Frau, die 13 befristete Arbeitsverträge hintereinander ertragen musste."

    • Permalink

  • neoliberal, 27. Jan 2012 11:09

    Re: Re.....Re: Berndchens Vorschlag: riskiert's Olle Anton noch einmal

    allerdings sollte man auch das gesamte Urteil lesen, der Anwalt der Klägerin sieht sich jetzt auf der Siegerstraße...

    • Permalink

  • neoliberal, 27. Jan 2012 11:12

    Re: Re: Re: Re...: Berndchens Vorschlag: Olle Anton riskiert nichts

    ich denke, dass man sich von der Forderung gleicher Lohn für gleiche Arbeit verabschieden sollte. Das klingt zwar gerecht ist es aber nicht. Es spielt eben eine Rolle, ob ich Kellner in München oder in Brandenburg bin.

    • Permalink

  • Eton, 27. Jan 2012 13:29

    Re: Re: Re.....Re: Berndchens Vorschlag: riskiert's Olle Anton noch einmal

    Zitat: "der Anwalt der Klägerin sieht sich jetzt auf der Siegerstraße..."
    Die Quelle bitte!

    • Permalink

  • Eton, 27. Jan 2012 13:57

    Re: Re: Re: Re: Re...: Berndchens Vorschlag: Olle Anton riskiert nichts

    "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!" klingt gerecht und ist es auch - aus Sicht der Arbeitnehmer! Daher wird das noch lange auf der Tagesordnung der Gewerkschaften stehen müssen, weil der Gesetzgeber wohl sonst nicht "zu Potte kommt". Immer neue Ausflüchte - so wie in deinen Beiträgen.
    Position des DGB: www.dgb.de/aktionstag-leiharbeit
    und z.B. auch suedbrandenburg-lausitz.dgb.de/presse/++co++e013f9ce-a7af-11e0-655c-00188b4dc422

    • Permalink

  • neoliberal, 27. Jan 2012 14:13

    Re: Re: Re: Re.....Re: Berndchens Vorschlag: riskiert's Olle Anton noch einmal

    http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/0,1518,811603,00.html

    Im Laufe des Gesprächs hellt sich ihr Gesicht auf. Hinterher verkündet sie: "Er sagt, wir sind auf der Siegerstraße und ich könne mich freuen. Es geht jetzt zum Bundesarbeitsgericht zurück, und er ist sich ziemlich sicher, dass wir am Ende gewinnen."

    • Permalink

  • Eton, 27. Jan 2012 15:46

    Re...Re: Berndchens Vorschlag: riskiert's Olle Anton noch einmal

    Ah, danke! Die Seite hatte ich heute noch nicht gecheckt. Allerdings teile ich den Optimismus der Klägerin nicht, was das Gewinnen anbetrifft - insbesondere, wenn's als Musterurteil für ähnliche Fälle dienen soll.
    Zitat aus dem Urteil: eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=CELEX:62010CJ0586:DE:HTML

    "5 Paragraf 5 („Maßnahmen zur Vermeidung von Missbrauch“) der Rahmenvereinbarung über befristete Verträge bestimmt:
    „1. Um Missbrauch durch aufeinanderfolgende befristete Arbeitsverträge oder ‑verhältnisse zu vermeiden, ergreifen die Mitgliedstaaten nach der gesetzlich oder tarifvertraglich vorgeschriebenen oder in dem Mitgliedstaat üblichen Anhörung der Sozialpartner und/oder die Sozialpartner, wenn keine gleichwertigen gesetzlichen Maßnahmen zur Missbrauchsverhinderung bestehen, unter Berücksichtigung der Anforderungen bestimmter Branchen und/oder Arbeitnehmerkategorien eine oder mehrere der folgenden Maßnahmen:
    a) sachliche Gründe, die die Verlängerung solcher Verträge oder Verhältnisse rechtfertigen;
    b) die insgesamt maximal zulässige Dauer aufeinanderfolgender Arbeitsverträge oder ‑verhältnisse;
    c) die zulässige Zahl der Verlängerungen solcher Verträge oder Verhältnisse.

    2. Die Mitgliedstaaten, nach Anhörung der Sozialpartner, und/oder die Sozialpartner legen gegebenenfalls fest, unter welchen Bedingungen befristete Arbeitsverträge oder Beschäftigungsverhältnisse:
    a) als ‚aufeinanderfolgend‘ zu betrachten sind;
    b) als unbefristete Verträge oder Verhältnisse zu gelten haben.“

    Sie und ihre Anwälte gehen über die Definition eines "zulässigen sachlichen Rechtfertigungsgrundes der Befristung". Das muß in nationales Recht umgesetzt bzw. präzisiert werden, und da sieht's mau aus, wie man an der Zusammenfassung im allerletzten Absatz sieht.

    • Permalink

  • vlun, 27. Jan 2012 16:07

    Re: Re...Re: Berndchens Vorschlag: riskiert's Olle Anton noch einmal

    Besonders bemerkenswert ist, dass es sich bei dem Arbeitgeber der Klägerin offenbar um ein Gericht handelte.

    • Permalink

  • neoliberal, 27. Jan 2012 16:07

    Re: Re...Re: Berndchens Vorschlag: riskiert's Olle Anton noch einmal

    jedes Unternehmen hat das Problem ständig neue Aufträge ins Haus zu holen, dass ist natürlich ein unsicherer Vorgang über den letztlich das Volk abstimmt... daher kann dem Beschäftigten auch keine Beschäftigungsgarantie gegeben werden.... letztlich geben unbefristete Verträge daher nur eine Scheinsicherheit. Dieses Kämpfen für unbefristete Verträge lohnt sich nicht. Allerdings ist es hier etwas anders, da es ja um den öfffentlichen Dienst geht. Und das ist der Punkt um den es eigentlich geht: hat man dort einen Platz ergattert, dann hat man ausgesorgt: kein Risiko und ein ständiges Gehalt. Der öffentliche Dienst ist ein Paralleluniversum. Und es befremdet mich ein wenig: die Frau hat gearbeitet , ist nach Tarif bezahlt worden und gut. Wieso glauben die Menschen an eine fortwährende Sicherheit, wenn sie auf der anderen Seite ihre Ausgaben ständig optimieren und damit den Wettbewerb anheizen.

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  • vlun, 27. Jan 2012 16:19

    Re: Re: Re...Re: Berndchens Vorschlag: riskiert's Olle Anton noch einmal

    @neoliberal: Schreiben sie doch gelegentlich mal im Managermagazin, falls sie es nicht ohnehin tun, dort finden sie ganz gewiss ein geneigtes Publikum.

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  • neoliberal, 27. Jan 2012 16:19

    Re: Re: Re: Re: Re: Re...: Berndchens Vorschlag: Olle Anton riskiert nichts

    nun ihr zweiter Link bestätigt ja meinen Einwurf. auch die Gewerkschaft schränkt ein: "gleicher Lohn am gleichen Ort" gleichzeitig muss man an dieser Stelle auch sagen, dass es einen 23%igen Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen nicht gibt. Die Zahl wird häufig wiederholt, ist aber krachend falsch.

    Aber auch die Forderung nach "sicherer Arbeit" ist nicht nachvollziehbar. Wir leben in einem Wettbewerbssystem, wie soll es da sichere Arbeit geben ? Letzlich entscheidet der Konsument, ob die Arbeit die die Beschäftigten abliefern noch gewünscht ist oder nicht.

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  • neoliberal, 27. Jan 2012 16:24

    Re: Re: Re: Re...Re: Berndchens Vorschlag: riskiert's Olle Anton noch einmal

    Manager sind abhängig beschäftigte Angestellte. Die riskieren nicht ihr eigenes Geld.... ich denke, dass es mehr Menschen geben muss, die mit neuen Ideen und eigenem Risiko punkten. Allerdings kamen die größeren Ideen in den letzten 15 Jahren alle aus den USA.... wir leben hier von der Substanz.

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  • vlun, 27. Jan 2012 16:45

    Re: Re: Re: Re: Re...Re: Berndchens Vorschlag: riskiert's Olle Anton noch einmal

    Ach so. Danke für die Aufklärung!

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  • Berndchen, 27. Jan 2012 22:03

    Dreidutzend mal Re: Berndchens Vorschlag: riskiert's Olle Anton noch einmal

    Ich hab das so verstanden: Manager sind die Guten, weil sie nicht ihr eigenes, sondern fremdes Geld verzocken, aber als abhängig beschäftigte Angestellte (Befehlsnotstand!!!) eigentlich unschuldig sind.

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  • neoliberal, 28. Jan 2012 09:25

    Re: Dreidutzend mal Re: Berndchens Vorschlag: riskiert's Olle Anton noch einmal

    auch wenn es wahrscheinlich ironisch gemeint war. Es wird Manager geben die gut wirtschaften und welche die zocken; auch befinden sich Manager nicht im Befehlsnotstand sie sind ja quasi angestellte Unternehmer und oft genug handeln sie ja gegen die Interessen des Eigentümers.... aber man hatte ja indirekt meine persönliche Meinung erfragt: wie gesagt das Land braucht mehr Unternehmer, also Menschen, die ihr eigenes Geld riskieren und mit guten Ideen produktiv werden. z.B. Thüringen: auf einen Angestellten des Staates kommt ein Selbstständiger.... wie soll das funktionieren ? das Land wird sich nie selbst finanzieren können !

    • Permalink

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