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Von Thomas Lipinski, SID 23.01.2012 / Sport

Geballte Offensivkraft

Der FC Schalke 04 besiegt überforderte Stuttgarter

Huub Stevens wartete erst gar nicht auf die Frage. »Ich weiß, dass wir genauso viele Punkte wie Bayern haben«, sagte der Trainer von Schalke 04 nach dem souveränen 3:1 (1:0)-Sieg zum Rückrundenstart gegen den VfB Stuttgart und fügte an: »Träume sind schön.« Dass er selbst nicht zu denen gehört, die 16 Spieltage vor Saisonende von der ersten königsblauen Meisterschaft seit 1958 träumen, konnte man ihm ansehen. Um jeden Zweifel zu beseitigen, erklärte der Niederländer später: »Bayern-Jäger? Das machen die Medien.«

Beim fünften Heimsieg in Folge zeigten seine Schalker jedoch all die Qualitäten, die sie sogar für den Rekordmeister aus München und Titelverteidiger Borussia Dortmund gefährlich machen könnten. Geballte Offensivkraft um die Stars Raul und Klaas-Jan Huntelaar, die diesmal zu Toren der Nachwuchskräfte Joel Matip (3.), Kyriakos Papadopoulos (57.) und Julian Draxler (80.) führte, und Hochgeschwindigkeitsfußball mit sehenswerten Kombinationen wie beim 3:0 paarten sich mit taktischer Disziplin und stabiler Defensive - eine Mischung, die den VfB völlig überforderte.

Dabei stahlen die Jungen den Superstars die Schau. Der 20-jährige Matip ersetzte in der Mittelfeldzentrale den gesperrten Jermaine Jones in überzeugender Manier. »Das war der Schlüssel zum Sieg«, urteilte Sportdirektor Horst Heldt über die Leistung des Deutsch-Kameruners, dessen Vertrag er erst in der Winterpause bis 2016 verlängert hatte. »Er ist ein erstklassiger Spieler, vielseitig einsetzbar«, sagte Heldt.

Der noch ein halbes Jahr jüngere Papadopoulos wuchtete nicht nur in allerbester Torjägermanier einen Eckball zum 2:0 ins Netz, der Grieche räumte auch in der Abwehr alles ab - selbst nachdem Kapitän Benedikt Höwedes mit einem Jochbeinbruch verletzt ausgeschieden war (42.). Und der 18-jährige Draxler, Flankengeber beim zweiten Tor, schloss eine Traumkombination über Raul und Huntelaar zum 3:0 ab.

Doch träumen wollte auch der Abiturient nicht. »Es ist normal, dass der eine oder andere uns jetzt ganz oben sieht«, sagte Draxler. Ein wenig mutiger drückte sich Torhüter Lars Unnerstall, der erst drei Minuten vor Schluss durch Shinji Okazaki bezwungen wurde, aus. »Bayern hat gepatzt, wir haben das genutzt«, sagte der 21-Jährige, »wenn wir so weiterspielen, bleiben wir oben dran.«

Stuttgarts Trainer Bruno Labbadia vermisste indes beim fünften Spiel in Folge ohne Sieg »die Zielstrebigkeit«. Seine Mannschaft habe »die Spielkontrolle gehabt«, behauptete der 45-Jährige und erntete irritierte Blicke. Ihr Plus an Ballbesitz erspielten sich die Schwaben erst, als sie schon 0:2 hinten lagen und die Schalker auf Konter setzten. Von denen die Königsblauen längst nicht alle nutzten - allein Huntelaar scheiterte dreimal in allerbester Position.

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1. Bundesliga - 34. Spieltag
Stand: 05.05.2012, 17:25

Ergebnisse

VfB Stuttgart-VfL Wolfsburg3:2(0:1)
1. FC Köln-Bayern München1:4(0:1)
FSV Mainz 05-Bor. Mönchengladbach0:3(0:1)
Hannover 96-1. FC Kaiserslautern2:1(1:1)
Borussia Dortmund-SC Freiburg4:0(4:0)
Werder Bremen-FC Schalke 042:3(1:1)
FC Augsburg-Hamburger SV1:0(1:0)
Hertha BSC-1899 Hoffenheim3:1(1:0)
1. FC Nürnberg-Bayer Leverkusen1:4(0:2)

Tabelle

MannschaftSp.GUVDiffToreP
1.Borussia Dortmund342563+5580:2581
2.Bayern München342347+5577:2273
3.FC Schalke 043420410+3074:4464
4.Bor. Mönchengladbach341798+2549:2460
5.Bayer Leverkusen3415910+852:4454
6.VfB Stuttgart3415811+1763:4653
7.Hannover 9634121210-441:4548
8.VfL Wolfsburg3413516-1347:6044
9.Werder Bremen3411914-949:5842
10.1. FC Nürnberg3412616-1138:4942
11.1899 Hoffenheim34101113-641:4741
12.SC Freiburg34101014-1645:6140
13.FSV Mainz 053491213-447:5139
14.FC Augsburg3481412-1336:4938
15.Hamburger SV3481214-2235:5736
16.Hertha BSC3471017-2638:6431
17.1. FC Köln348620-3639:7530
18.1. FC Kaiserslautern3441119-3024:5423
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24.05.2012 | Katja Eichholz, David König und Olaf Präger

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