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Nigerianer befürchten Bürgerkrieg

Mindestens 180 Tote bei Anschlägen im Norden

Abuja (nd-Ling/Agenturen). Bei neuen Bombenanschlägen im Norden Nigerias sind am Sonntag mindestens elf Menschen getötet worden. Die Anschläge seien im Bundesstaat Bauchi verübt worden, berichtete das nigerianische Fernsehen. Zuvor hatte der Terror der radikal-islamischen Sekte »Boko Haram« neue Ausmaße erreicht: Bei Anschlägen in der Millionenstadt Kano am Freitagnachmittag wurden nach Angaben der Gesundheitsbehörden mindestens 180 Menschen getötet und viele verletzt.

Die jüngsten Anschläge der »Boko Haram« sind eine gezielte Provokation gegen den nigerianischen Staat. Ein Sprecher der Islamisten, die einen Gottesstaat in Nigeria errichten wollen, nannte die Attentate eine »Vergeltung« dafür, dass mehrere Mitglieder der Gruppe nicht wie gefordert aus der Haft entlassen worden seien. Doch vor allem sollen die Anschläge wohl beweisen, was der mutmaßliche »Boko-Haram«-Anführer Abubakar Shekau vor einigen Wochen an Nigerias Präsidenten Goodluck Jonathan gewandt höhnisch ankündigte: »Uns zu besiegen, ist jenseits deiner Fähigkeiten, Jonathan.«

Jonathan versprach in einer Fernsehansprache erneut Härte. »Die Verantwortlichen werden den vollen Zorn des Gesetzes zu spüren bekommen. Als verantwortungsvolle Regierung werden wir nicht unsere Hände in den Schoß legen und zusehen, wie diese Feinde der Demokratie in unserem Land nie gesehenes Übel verbreiten.« Doch das Inferno von Kano zeigt, wie leer die Drohungen sind.

Es scheint fraglich, ob die Sicherheitsbehörden noch in der Lage sind, einen Bürgerkrieg im Vielvölkerstaat Nigeria mit mehr als 160 Millionen Einwohnern zu verhindern. Seit den Anschlägen der »Boko Haram« auf vier Kirchen am ersten Weihnachtstag sind Zehntausende Christen aus dem mehrheitlich muslimischen Norden geflohen. Millionen sitzen auf gepackten Koffern. Kommentar Seite 4

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24.05.2012 | Katja Eichholz, David König und Olaf Präger

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