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Von Manfred Hönel 24.01.2012 / Sport

Alle Stars dabei - bis auf einen

Berliner Sechstagerennen bietet wieder starkes Feld - nur Vorjahressieger Robert Bartko akzeptierte die Gagenkürzung nicht

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Am Donnerstag geht die Hatz im Berliner Velodrom von Neuem los.

1909 drehte sich erstmals in Berlin das Sechstage-Karussell, und es dreht sich immer noch! Am 26. Januar werden 16 Mannschaften auf die Sechstagejagd von etwa 1800 Runden geschickt. An Klasse bleibt für die Fans wohl wieder kaum ein Wunsch offen. So haben die australischen Weltmeister Leigh Howard und Cameron Meyer ebenso gemeldet wie die WM-Zweiten Martin Blaha und Jiri Hochmann aus Tschechien.

Beide Favoritenteams werden sich besonders der Angriffe des belgischen Duos Iljo Keisse und Kenny de Ketele sowie der thüringisch-sächsischen Kombination Marcel Barth (Erfurt) und Erik Mohs (Leipzig) erwehren müssen. Außerdem wollen die deutschen Meister Marcel Kalz und Robert Bengsch auf ihrer Hausbahn beweisen, dass sie auch über sechs Tage die Beine rotieren lassen können.

Ein Liebling wird sich seinem Publikum in diesem Jahr aber nicht stellen: Vorjahressieger Robert Bartko hat abgesagt. »Die Veranstalter haben sich nicht an die Absprachen gehalten und die vereinbarten Gagen enorm gekürzt, obwohl ich internationalen Spitzenstandards immer noch entspreche, wie mein Sieg mit Peter Schep in Bremen beweist«, begründet der Doppelolympiasieger seine Absage.

»Die Sechstage sind ein wirtschaftliches Unternehmen, da müssen sich alle nach der Decke strecken. Zur Seriosität eines solchen Einladungsrennens gehört auch die Finanzierbarkeit«, erklärt Veranstalter Heinz Seesing den Verzicht auf Bartko bei dessen finanziellen Forderungen. »Ich finde es schade, und Robert müsste wissen, dass er in das Starterfeld gehört. Es ist aber kein Zufall, dass es nur noch zwei Sechs-Tage-Rennen in Deutschland gibt.« Neben Bremen drehen nur noch die Berliner sechs Tage lang am Rad.

Bartkos letztjähriger Partner Roger Kluge hat sich nun mit dem Irschenberger Leif Lampater zusammengeschlossen. Sportdirektor Dieter Stein ist überzeugt: »Roger ist auf dem Wege zu Olympia bereits in bestechender Form. Ich bin überzeugt, die Jungs werden ein tolles Rennen bieten.«

Die US-Amerikaner Jimmy Moran und Floyd McFarland gewannen vor 103 Jahren das erste Rennen in den damaligen Messehallen am Berliner Zoo. Seither konnte sich keine Mannschaft aus den USA mehr durchsetzen. Nach 99 Jahren Pause wagen sich mit Jackie Simes und Brad Huff aber zumindest mal wieder zwei Amerikaner aufs Berliner Velodrom. »Das sind zwei junge ehrgeizige Rennfahrer, die hier und da für Überraschungen sorgen können«, sagt Stein.

Eine echte Premiere bietet das 101. Sechstagerennen auch, denn zum ersten Mal starten die Frauen in einem Omniumwettbewerb. Mit Charlotte Becker, Madeleine Sandig und Lisa Brennauer bietet Berlin mehrere Olympiakandidatinnen für London auf.

Herausragend im sechstägigen Programm ist aber die Besetzung der Sprintduelle. Maximilian Levy (Cottbus), Robert Förstemann (Gera), Stefan Bötticher (Chemnitz), Stefan Nimke (Schwerin) und Rene Enders (Erfurt) waren schon Europameister, Weltmeister, Weltcupsieger und Weltrekordler oder alles zusammen.

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