Genf (nd-Damm/dpa). Die weltweite Lage am Arbeitsmarkt bleibt angespannt und auch der Ausblick steht auf negativ. Das ist das Ergebnis des globalen Beschäftigungsberichtes 2012, den die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) jetzt vorlegte. Sie geht weltweit von 197 Millionen Arbeitslosen aus. Das sind 27 Millionen mehr als 2007, dem Jahr vor dem Ausbruch der Finanzkrise. Dabei sind besonders Jugendliche betroffen, und wenn sie einen Job ergattern, »finden sie sich in befristeten oder Teilzeitjobs«. Hinzu kommen rund 900 Millionen Menschen, die trotz Arbeit unter der Armutsgrenze von zwei Dollar pro Tag leben. »Jeder dritte Arbeitnehmer auf der Welt ist arbeitslos oder lebt trotz Arbeit in Armut - das sind rund 1,1 Milliarden Menschen«, sagte ILO-Generalsekretär Juan Somavia. Die Schaffung von Jobs müsse deshalb oberste Priorität haben. Einen Beitrag könne »eine strikte Regulierung der Finanzmärkte« leisten. So würde eine stabilere Unternehmensfinanzierung möglich werden. »Vor allem kleinere und mittlere Unternehmen hätten wieder einen besseren Zugang zu Krediten.«
Der Bericht kritisiert auch die deutsche Regierung. Die schwache Lohnentwicklung in der Bundesrepublik gehöre zu den strukturellen Ursachen der Probleme in der Eurozone. Günstigere Arbeitskosten hätten den deutschen Exporteuren Wettbewerbsvorteile verschafft. Statt Löhne weiter zu bremsen, solle die deutsche Wirtschaft stärker die Produktivität fördern, empfiehlt die UN-Organisation. Kommentar Seite 4
Aktuelle Ausgabe: 25.05.2012
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