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Hans-Dieter Schütt 24.01.2012 / Feuilleton
Personalie

Sportiv

Hasko Weber / Der Stuttgarter Schauspiel-Chef wird 2013 Intendant des Nationaltheaters Weimar

Er hat etwas Sportliches. Ist kräftig, gelassen. In der Erscheinung so, als seien Hindernisse etwas, das man kurz begrüßt - und nimmt. Er war vor sechs Jahren als Fremder nach Stuttgart gekommen, der Dresdner. Man kommt nicht so reibungslos aus Sachsen nach Schwaben. Man springt ja auch nicht in der Badehose in den Brennnesselwald. Hasko Weber sprang. Und siehe da, es war nur Schwaben, kein Brennesselwald. Er etablierte eine geballte Faust als Signet des Stuttgarter Schauspiels, er schlug nicht zu, aber er schlug zu Buche - Stuttgart wurde »Theater des Jahres«.

Hasko Weber, der Maschinen- und Anlagenbauer aus der DDR, geboren 1963, ist kein Regisseur, der Schulen hinterlässt. Er gehört nicht zu den Äquilibristen der Sparte, ihm fehlt der Nerv des Überspannten, des ästhetisch Ausfälligen. Aber er inszeniert hart, energisch, es surrt gleichsam ein Treibriemen, wenn man in seinen Inszenierungen sitzt.

Er hat in Leipzig Schauspiel studiert, gründete in Karl-Marx-Stadt, wo er seine erstes Engagement erhielt, die Theatergruppe »Dramatische Brigade«, und schon dieser Name führt zum Sinnkern aus Kunstwillen und zupackender Werktätigkeit. Das eine nicht ohne das andere; die Idee nicht ohne das Handwerk; das Bedenken des praktischen Lebens nicht ohne Mut und Lust zur dramatischen Zuspitzung so. So begegnen einander Leben und Kunst, beide üben sich, das jeweils Andere als Reichtumsschub zu begreifen.

Von Karl-Marx-Stadt ging Weber nach Dresden, von 1993 bis 2001 leitete er das Schauspiel der Stadt, inszenierte danach - bis er nach Schwaben ging - in Karlsruhe, Saarbrücken, Mannheim, Lübeck, Tübingen, Berlin.

Deutschland schickt gern Intendanten auf Rundreise. Gern und schnell - das Langfristige ist kein Geschäftspartner mehr. Theaterstücke haben Drehpunkte, die Karrieren auch. Die der Karrieren sind besser geölt. Jetzt geht der Dresdner Weber also aus Stuttgart nach Weimar. In Stuttgart hat man soeben Bäume abgesägt, vielleicht wächst dafür ein Brennnesselwald - Armin Petras vom Gorki Theater, der aus Berlin nach Schwaben zieht, wird's erkunden.

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24.05.2012 | Katja Eichholz, David König und Olaf Präger

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