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Von Aert van Riel 24.01.2012 / Titel

Antisemitismus fest verwurzelt

Forschungsgruppe kritisiert fehlende Strategien gegen Judenfeindlichkeit

Etwa 20 Prozent der deutschen Bevölkerung sind latent antisemitisch. Dies geht aus dem gestern vorgestellten Bericht eines unabhängigen Expertenkreises hervor. Doch die Bundesregierung hält sich mit Maßnahmen zurück.
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Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin

Im November vergangenen Jahres schmierten Unbekannte mit schwarzer Farbe das Wort »Schande« auf das Denkmal der Alten Jüdischen Synagoge in Magdeburg. Die davor liegenden Kränze zur Erinnerung an die Reichspogromnacht wurden zerstört. Anschläge wie diese sind in Deutschland an der Tagesordnung. Allein in den ersten drei Quartalen des Jahres 2011 wurden nach Angaben der Bundesregierung 620 antisemitische Straftaten begangen, 15 davon waren Gewalttaten.

Gefahren gehen nicht nur von Rechtsextremisten aus. Der vor zwei Jahren von der Bundesregierung eingesetzte Expertenkreis Antisemitismus kam in seinem gestern im Bundestag vorgestellten Bericht zu der Schlussfolgerung, dass latenter Antisemitismus in der Mitte der Gesellschaft verankert ist. Eingeladen hatte Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD), der davor warnte, sich mit dem Antisemitismus nur im Zuge spektakulärer Vorfälle zu beschäftigen. »Es bestehen tief verwurzelte Klischees und Unwissen über Juden und Judentum«, erklärte der Zeithistoriker Peter Longerich. Neue Ressentiments seien infolge des Holocaust und der Politik Israels zu erkennen.

Auch in der Israelkritik der »linksextremistischen Antiimperialisten«, die dem jüdischen Staat die Hauptschuld am Nahostkonflikt geben und ihm vorwerfen, einen »Vernichtungskrieg« zu führen, sehen die Autoren »inhaltliche Anknüpfungspunkte für den Antisemitismus«. Dass auch Konservative, wie etwa der frühere Sozialminister Norbert Blüm, bezüglich des Nahostkonflikts ein solches Vokabular benutzen, scheint dem Expertenkreis indes entgangen zu sein.

Die Forscher warnen zudem vor einem bisher zu wenig beleuchteten »islamistisch geprägten Antisemitismus« in Deutschland. Dieser müsse nun dringend untersucht werden.

Obwohl seit langem etwa 20 Prozent der Deutschen latent judenfeindlich eingestellt sind, hält sich die Politik mit langfristigen Maßnahmen zurück. »Eine umfassende Strategie zur Bekämpfung des Antisemitismus existiert nicht«, konstatierte die Historikerin Juliane Wetzel von der TU Berlin. Viele Projekte erhielten nur zeitlich befristet staatliche Förderungen. Zudem liefen sie uneinheitlich und unkoordiniert.

Der Bericht wird nun in den Gremien des Bundestages debattiert. Ob die Bundesregierung künftig verstärkt gegen Judenfeindlichkeit vorgehen wird, darf aber bezweifelt werden. CSU-Innenpolitiker Hans-Peter Uhl mühte sich gestern, die Gefahren des Antisemitismus zu verharmlosen. »Wir müssen differenzieren. Nicht jede Schmiererei kann als inhaltsstarker Antisemitismus bewertet werden«, sagte Uhl. Zuweilen handele es sich um Provokationen durch pubertierende Jugendliche.

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24 Kommentare zu diesem Artikel

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  • Kuchenbecker, 28. Jan 2012 12:51

    Wo bleibt die Kritik?

    Dass das ND eine linke Zeitung ist (immerhin nennt es sich ja 'solzialistische Tageszeitung'), hätte ich beim lesen dieses Artikels beinahe vergessen.

    Wo bleibt die Kritik an dem Bericht, in dem der Begriff des Antisemitismus so stark verwässert wird, dass wirklich existierender Antisemitismus dadurch verharmlost wird!?

    Wo bleibt die Kritik daran, dass der Antisemitismusvorwurf zum Instrument der Politik gegen Linke verkommt!?

    Glücklicherweise gibt es aber noch linke Medien, die ihre Kritikfähigkeit nicht entsorgen:

    Ich empfehle einen Artikel, in dem der Antisemitismusbericht sowie der Umgang damit treffend beurteilt werden:

    www.hintergrund.de/201201271904/politik/inland/auschwitz-als-machtpolitisches-kalkuel.html

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    • Rotspoon, 28. Jan 2012 16:44

      Sei nicht so streng!

      Hier gibt sich Aert van Riel alle Mühe, der ahnungslosen Leserschaft der SOZTAZ kommentarlos zu verklickern, was diese famose Expertengruppe im Auftrag des Bundestages über uns alle raus bekommen hat: Jeder Fünfte von uns ist ein latenter Antisemit. Was soll er denn da kritisieren? Soll er sich mit der Betriebsleitung der SOTAZ anlegen? Am selben Tag, an dem der Artikel erschien, hat auch der Bundespräsident öffentlich mit uns allen abgerechnet - auch aus Anlaß dieses Gedenktages an die Befreiung der KZ Auschwitz- Birkenau durch die Rote Armeee: Die Deutschen hätten es wissen müssen, denn die BBC hat schon 1942 allen Deutschen erklärt, was da los ist im Osten. Und dann haben ja auch wir hier, die SOTAZ-online-community, was das Berndchen und der tim und sein struppi und Bernd Kudanek und alle die anderen hier sind, uns ehrlich und einmütig an dem Thema abgearbeitet Im Grunde bin ich völlig Deiner Meinung, aber das kann man doch nicht laut sagen. Diese Antisemiten drehen einem LINKEN doch jedes Wort im Munde rum.

      Übrigens Danke für den Hinweis auf den Artikel von Susann Witt-Stahl und den Hintergrund und schön, daß Du da bist

      • Permalink

  • Ani-metaber, 24. Jan 2012 21:15

    Reinwaschung der Hamas und der Hisbollah, sowie vieler Freunde Palästinas und der Menschenrechte

    In der Studie wird preisgegeben, wie sich der „antizionistische Antisemitismus“ entlarven lässt.

    Es käme nämlich darauf an, ob sich für „das eigentliche Motiv für die Aversion gegen Israel einzig die Tatsache der Existenz eines jüdischen Staates ausmachen...“ ließe.

    Da ist die Hamas mit ihren Zielen seid ihrer Gründung, sind die Palästinenser,
    die einzig seit hundert Jahren selbst zu bestimmen versuchten, wer in ihr Land einwandern darf oder nicht und was mit ihrem Land zu geschehen habe ,fein raus.

    Die haben andere „Aversionen“ zu Hauf, wollen eigentlich nur ihre ihnen als Volk und Menschen zustehenden Rechte wahrnehmen, und dabei spielt wohl keine Rolle, ob Marsmenschen oder sonst wer ihnen diese vorenthalten.

    Gegen einen jüdischen Staat in Mecklenburg/Vorpommern oder Bayern, an der Wolga oder in Florida, hatten und haben beide noch nie Einwände erhoben.

    Den Rest der Studie mag der auch am Nah-Ost-Geschehen Interessierte ja auch noch betrachten, scheint aber nicht mehr von Nöten zu sein,
    denn wer sonst noch für die 20% in Frage kommen wird, ist für den Palästinakonflikt nicht mehr von solch großer Bedeutung.
    Zudem lassen Namen wie „Henryk M. Broder“, „Samuel Salzborn“, deren geistige Querungen mit als Denkanstöße angegeben werden, ahnen,
    dass auch hier nicht mit einfachen, nachvollziehbaren Gedanken gearbeitet worden ist.

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  • guenter1952, 24. Jan 2012 20:24

    Selbstverständlich gibt es antisemitische Einstellungen,

    aber sicher nicht in diesem mit fragwürdigen Methoden festgestelltem Mass.
    Was würde man wohl feststellen, wenn man solchen Methoden die
    vorhandene Ablehnung und Diskriminierung von Muslimen erforschen
    würde?
    Oder mit solchen Fangfragen die allgemeine Ablehnung von Ausländern
    feststellen wollte?
    Macht man aber natürlich nicht. Denn man will ja von vornherein "Antisemitismus" feststellen, um das Ergebnis dann politisch
    zu benutzen.

    • Permalink

  • guenter1952, 24. Jan 2012 20:18

    Wenn man diesen Bericht liest,

    kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, das es das Ziel dieses
    Berichtes ist, einen hohen Antisemitismus nachzuweisen.
    Und dieser so festgestellte "hohe Antisemitismus" wird dann wiederum
    politisch genutzt und benutzt.
    Das ganze erinnert sehr stark an das Buch "Antisemitismus als politische Waffe: Israel, Amerika und der Mißbrauch der Geschichte" von Norman
    Finkelstein.
    .
    Nur zwei Beispiele aus dem Bericht
    Zitat A:
    "Jeder sechste Deutsche stimmt der Aussage zu, „Juden haben in Deutschland zu viel Einfluss“.
    Im Bericht wird aus dieser Tatsache dann geschlossen, das diese zustimmenden Deutschen Antisemiten sind. Dabei sind sie nur auf eine
    bestimmte Fragestellung hereingefallen (es ist eben nicht jeder sprachlich so gut, um die Falle zu erkennen).
    Wäre die Frage korrekt gestellt, z.B.: "Sind Sie der Meinung, das jüdische
    Organisationen in Deutschland mehr Einfluss haben, als ihrer Mitgliederzahl eigentlich entspricht?", dann wäre die Antwort "Ja" völlig
    korrekt, und die Antwort "Ja" wäre nur die richtige Bestätigung eines reales Zustandes in unserer Gesellschaft. Nur wäre so die Antwort "Ja" nicht mehr so leicht als Antisemitismus darzustellen.

    Zitat B:
    "Juden versuchen heute Vorteile daraus zu ziehen, dass sie während der Nazi Zeit die Opfer gewesen sind“
    Dieser Aussage stimmen in D. fast 50% zu - und natürlich wird diese Zustimmung als antisemitische Einstellung gewertet. Dabei sind die
    zustimmenden Bürger wieder nur auf eine Fangfrage hereingefallen!
    Denn natürlich trifft diese Aussage nicht auf "die Juden" zu. Würde die
    Frage lauten: "Glauben Sie, das die israelische Regierung die Geschichte
    benutzt, um heute Vorteile für sich zu bekommen?" könnte man getrost zustimmen. Denn genau das ist die Politik von Netanyahu.
    .
    Fazit: es scheint das Ziel dieses Berichtes zu sein, einen möglichst hohen Antisemitismus festzustellen, denn genau daraufhin zielen die Methoden ab!
    Das Ergebnis war gewollt und gewünscht!

    • Permalink

    • Berndchen, 24. Jan 2012 20:35

      Re: Wenn man diesen Bericht liest,

      "Sind Sie der Meinung, dass der BAK Shalom in der LINKEN mehr Einfluss hat, als seiner Mitgliederzahl eigentlich eintspricht?"
      Könnte man auch fragen.

      • Permalink

  • wirsinddasvolk, 24. Jan 2012 18:42

    Berichterstattung

    Zuerst freut es mich, dass das ND nicht denselben Artikel wie alle anderen Medien abgeschrieben hat.
    Aber die Fakten liegen schon seit dem November 2011 als Drucksache des Bundestages in 204 Seiten auf dem Tisch. Siehe:
    dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/077/1707700.pdf
    Und hier werden auch manche Fragen beantwortet (nicht alle), die in diesem Zusammenhang zu sagen wären. Warum also nur ein so kurzer Bericht?

    • Permalink

  • Halinnd, 24. Jan 2012 11:28

    Nicht Juden und imperialistisches Israel verwechseln

    Mich stört, dass diese beiden Facetten nie unterschieden werden.
    Juden gibt es mit allen möglichen politischen Anschauungen.
    Israel als Statthalter des US-Imperialismus ist etwas ganz anderes und für den Weltfrieden kreuzgefährlich.
    Dazu sollten in den Medien gründliche Untersuchungen vorgenommen werden.

    • Permalink

    • Berndchen, 24. Jan 2012 11:42

      Re: Nicht Juden und imperialistisches Israel verwechseln

      Finde ich auch.
      Aber das ist doch Absicht. Wer gegen die Politik des israelischen Staates ist, wird als antijüdisch denunziert.
      Was Deine Wünsche an "die Medien" (welche??) betrifft: vergebliche Liebesmüh'.

      • Permalink

    • Bernd.Kudanek, 24. Jan 2012 11:53

      Re: Nicht Juden und imperialistisches Israel verwechseln

      "Mich stört, dass diese beiden Facetten nie unterschieden werden."

      ... tja, eine solche Unterscheidung würde ja das empöreritische Lügenkonstrukt BAK Shalom wie ein Kartenhaus zusammenstürzen lassen und das ist ganz gewiß nicht im Sinne der Erbauer und deren UnterstützerInnen in gewissen Kreisen und höchsten Ämtern der PDL, insbesondere im "Reformer"-Lager ;-)

      • Permalink

  • santi-aleman, 24. Jan 2012 10:53

    ard

    Im Videotext der ARD wurde gejammert, dass die Bevölkerung zu wenig wisse über dieses verbrecherische Massaker in Babi Jar.
    Und deshalb kam gestern der Film zur Prime-Time 23.30 Uhr.
    Welch nette Heuchelei...

    • Permalink

  • timundstruppi, 24. Jan 2012 10:40

    ND online-leserschafft zeigt sich

    das steht anscheinend für die online-kommentatoren des ND. Nicht einer, der den antisemitismus als gesamtgesellschaftliches problem sieht.
    antisemitismus von migranten aus islamischen ländern ist seit jahrzehnten ein problem - nicht erst jetzt - aber anscheinend für viele hier nicht wichtig. das vorgehen hat nichts zu tun, mit islamophobie, denn eine gesellschaft die selbst vor einigen jahrzehnten juden getötet hat sollte ganz klar gegen antisemitismus in allen gesellschaftlichen sphären vorgehen.
    es wird eher genauso reagiert, wie es so oft im in deutschland auch mit dem rechtsradikalismus passiert, a la "das sei gar kein grosses problem" - "es soll uns was eingeredet werden" - "israel benutzt antisemismus als waffe gegen die palästinenser". die leute merken gar nicht, dass sie mit solchen kommentatoren ganz nach an rechtskonservativer und rechtsradikaler argumentation der nachkriegszeit der BRD sind. lustig, dass viele von den kommentatoren wahrscheinlich in der DDR sozialisiert wurden.

    DANKE AN DAS ND, dass es den Artikel und damit die studie als aufmacher nutzt!

    • Permalink

    • Berndchen, 24. Jan 2012 11:06

      Re: ND online-leserschafft zeigt sich

      Die Sozialisierung in der DDR ist nicht lustig, sondern eindeutig vorteilhaft.

      • Permalink

      • timundstruppi, 24. Jan 2012 11:15

        Re: Re: ND online-leserschafft zeigt sich

        anscheinend sind die unterschiede zum rechten BRDler, wenn es um israel geht ja nicht so gross. Schoen dass die deutsche Einheit da auch endlich funktionert! :) Sarkasmus lebt!

        • Permalink

        • Bernd.Kudanek, 24. Jan 2012 11:27

          Re: Re: Re: ND online-leserschafft zeigt sich

          ... Georges Prosper Remi alias Hergé würde sich im Grabe umdrehen, wüßte er, wer hier sein Lebenswerk ( de.wikipedia.org/wiki/Tim_und_Struppi ) und damit seinen guten Namen als AD-Pseudo mißbraucht

          ... und schon mal für den 2. Februar in Trier ( bak-shalom.de/index.php/2012/01/12/vortrag-antisemitismus-von-links-%E2%80%93-eine-bestandsaufnahme/ ) Hetzparolen einübt

          ... im übrigen bin ich der Meinung, daß die rassistische, kriegstreiberische, denunziatorische Politsekte BAK Shalom endlich aus der Partei Die Linke entfernt werden muß!

          • Permalink

          • Bernd.Kudanek, 24. Jan 2012 11:41

            Re: Re: Re: Re: ND online-leserschafft zeigt sich

            "und damit seinen guten Namen als AD-Pseudo mißbraucht"

            ... dieser Halbsatz kann mißverständlich gedeutet werden, deshalb muß es heißen *und damit seinen guten Namen FÜR EIN AD-Pseudo mißbraucht*

            • Permalink

  • Bernd.Kudanek, 24. Jan 2012 08:35

    ... meine bisherigen 6 Vorredner

    haben bereits vorweggenommen, was zur (tendenziösen?) Methode und zum (gewollten?) Ergebnis der sogenannten Forschungsgruppe zu kommentieren wäre. Jede weitere Einlassung erübrigt sich eigentlich.

    Wem das noch nicht reicht, riskiere einen Klick auf bak-shalom.de/ aber bitte präventiv eine Kotztüte für alle Fälle bereit halten.

    Darüberhinaus bin ich der Meinung, daß die rassistische, kriegstreiberische, denunziatorische Politsekte BAK Shalom endlich aus der Partei Die Linke entfernt werden muß!

    • Permalink

  • Berndchen, 24. Jan 2012 06:32

    Die "Forscher"

    sollten mir mal den Begriff "islamistisch geprägter Antisemitismus" erläutern. Sonst glaub ich wirklich eines Tages, dass H2O brennbar ist.

    • Permalink

  • liebrast, 24. Jan 2012 06:14

    Nur redliche victimiologische Analyse kann dem Antisemitismus beikommen

    Antisemitismus und Antisintismus sind wegen des nazistischen Jahrtausendverbrechens an den Juden und Sinti und Roma noch immer nicht einer seriösen, halbwegs angstfreien wissenschaftlichen Untersuchung fähig.

    Seit langem fordern Vorurteilsanalysten wie ich eine ernsthafte v i c t i m o l o g i s c h e Untersuchung der von den Nazis grauenhaft instrumentalisierten Vorurteile gegen Juden, die Sinti und Roma. V i c t i m o l o g i s c h bedeutet, dass bei einer U n t a t die Anteile von Täter und Opfer bei ihrem zustande kommen angstfrei und redlich erforscht werden. Dabei b l e i b e n der Täter, oder cum grano salis, das „Tätervolk“ Hauptschuldige der Untat usw. – Das Opfer, oder Opfervolk, hat darnach einen -wie immer geringen- Anteil am Zustandekommen der Untat, was diese , vor allem deren oft entsetzliches Ausmaß. n i e m a l s entschuldigt!

    Was Marx, Adorno und Horkheimer als Jude oder Halbjude noch zu äußern wagten- dass es für Vorurteile gegen die Juden auf der Oberfläche des Kapitalismus Fakten gäbe, die diese Vorurteile begünstigten , die dann von interessierter politischer Macht und Eigentum an den Produktionsmitteln instrumentalisiert wurden gegen die Betroffenen und zur Ablenkung vom "Systembösen" – darf heute in der BRD nicht einmal gedacht oder gar gesagt werden. So unterdrückt, lebt das instrumentalisierte Vorurteil unangreifbar weil unanalysierbar, in den Herzen vieler Menschen weiter.

    Die Verhinderung einer wissenschaftlich redlichen victimologischen Vorurteilsanalyse des Antisemitismus , besonders durch die lebenslügnerische Praktizierung von Tabus und Denkverboten durch die kapitalistische BRD-Machtelite und ihre Medien , düngt dem meist latenten Antisemitismus geradezu den Nährboden . Der oft arrogante Zentralrat der Juden in der BRD und die verhängnisvolle Politik der Rechtszionisten in Israel tragen zudem das Ihre zu dem Grassieren dieses undurchschauten Antisemitismus bei.

    • Permalink

  • guenter1952, 23. Jan 2012 22:13

    Ob auch untersucht worden ist,

    das der Vorwurf "Antisemitismus" ganz bewusst eingesetzt und
    verwendet wird, um Kritik an der israelischen Besatzungspolitik,
    an der Unterdrückung und der Entrechtung der Palästinenser
    zu delegitimieren?
    Also mit dem bewusst eingesetzten Vorwurf "Antisemitismus" versucht
    wird, dem Kritiker unlautere Motive zu unterstellen und seine Kritik
    so zu unterdrücken?
    Zitat Sharon (früherer israelischer Ministerpräsident): "Jede Kritik aus
    Europa an der Politik Israels speist sich aus Antisemitismus".
    ---
    Ich bin der Meinung, man sollte sehr vorsichtig mit dem Vorwurf
    "Antisemitismus" sein, gerade weil dieser Vorwurf auch in der politischen
    Auseinandersetzung mit der Entrechtung der Palästinenser benutzt wird.

    • Permalink

    • Ani-metaber, 23. Jan 2012 22:34

      Re: Ob auch untersucht worden ist,

      Im Radio hatte ich die Erklärung gehört, Antisemitismus sei festzustellen, wenn die Politik Israels mit den Worten, „dort sehe man was die Juden täten“, dargestellt würde.
      Kein Wort darüber, dass genau diese Gleichsetzung stets gefordert wird, um so Verpflichtungen zu begründen, denen man Israel gegenüber folge. Kein Wort darüber, dass es die Politik Israels ist, sich als die Manifestation des „jüdischen Volkes“ auszugeben und natürlich nicht im Sinne eines religiösen Bekenntnisses.
      Insoweit das Übliche.
      Aber wenn ich die vorab schon bei Petra Pau schon vor Wochen zum Bericht bereitgestellten Links richtig überflogen habe, hat man sich gegenüber Links weniger getraut, ist der Versuch Israelablehnung oder -kritik als „antisemitisch“ zu bezeichnen, wohl gewaltig zurückgenommen worden.
      Das führe ich darauf zurück, dass man sich im vergangenen Jahr doch beträchtliche Schrammen zugezogen hat, obwohl nicht wenige im Linken Führungspersonal eingeknickt waren oder im und mit dem medialen Mainstream schwammen.
      Und wer will zur Zeit Herrn Graumann schon zuhören, wo der nichts Eiligeres zu tun hatte, als gegen den UN-Palästinensergang vorzugehen.
      Auch hab ich nichts über die Kontakte israelischer und europäischer Rechte (Marie Le Pen - Wilders) gehört.
      Aber diese Angabe ist erst mal ohne Gewähr. Durchlesen kostet Zeit und am nächsten Sonntag gibts dazu den Bentz im DLF um 9:30.

      • Permalink

      • Ani-metaber, 23. Jan 2012 22:57

        Re: Re: Ob auch untersucht worden ist,

        Vielleicht passt es ja zum Thema, dass auch Haaretz manchmal als antisemitisch bezeichnet wird.
        „Firster“, ein Wort für jene die Israel vor ihrem Heimatland setzen und einer von ihnen soll nun als Zeitungsherausgeber zurückgetreten sein.

        „Atlanta Jewish Times publisher resigns over Obama 'assassination' column
        Andrew Adler suggested Israel should assassinate U.S. President Barack Obama to counter Iran’s nuclear weapons program.“
        www.haaretz.com/jewish-world/atlanta-jewish-times-publisher-resigns-over-obama-assassination-column-1.408849

        Mehr steht dort auch zum Versuch von Vertretern der jüdischen Gemeinde in GB, ein Treffen mit Abbas zu haben, was dann durch Interventionen von Netanjahu verhindert worden sein soll

        • Permalink

      • timundstruppi, 24. Jan 2012 10:43

        Re: Re: Ob auch untersucht worden ist,

        na klar gibt es kooperation zwischen rechten israelis und rechten europäern, aber interessanterweise auch zwischen linken europäern und rechten in der kritik an israel - siehe aufruf gegen sanktionen für syrien und iran, u.a. unterschrieben von sechs LINKE-MdBs.

        • Permalink

  • Rotspoon, 23. Jan 2012 21:38

    Den Medien und Politikern mangelt es an Gelassenheit

    Überall und jederzeit schlagen sie Alarm. Nur nicht dort, wo es brennt.

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