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Deutlich mehr Asylbewerber

2011: Elf Prozent mehr Anträge / 7100 anerkannte Flüchtlinge

Jedes Jahr kommen zehntausende Schutzbedürftige aus den Krisengebieten der Welt nach Deutschland. Nur ein Bruchteil von ihnen erhält in der Bundesrepublik Asyl.

Berlin (Agenturen/nd). Die Zahl der Asylbewerber ist 2011 auf den höchsten Stand seit acht Jahren gestiegen. Insgesamt 45 741 Menschen hätten die Anerkennung als Flüchtling beantragt, teilte das Bundesinnenministerium am Dienstag mit. Dies waren rund elf Prozent mehr als im Vorjahr. Vor allem Menschen aus Afghanistan, Irak, Iran und Syrien suchten in großer Anzahl Schutz in Deutschland. Zu den wichtigsten Herkunftsländern zählen auch 2011 Serbien, Kosovo und Mazedonien.

Knapp 7100 Schutzsuchende seien 2011 als Flüchtlinge anerkannt worden, teilte das Ministerium mit. Dies entspreche einer Quote von 16,4 Prozent der rund 43 300 Asylentscheidungen, die das zuständige Bundesamt im vergangenen Jahr getroffen habe. Weitere 2600 Menschen seien durch Abschiebeverbote vor der sogenannten Rückführung in ihre Herkunftsländer bewahrt worden, weil ihnen dort Todesstrafe, Folter und andere Misshandlungen drohten. Dies betraf vor allem Flüchtlinge aus Afghanistan.

Mit knapp 7800 Anträgen war der Krisenstaat am Hindukusch das häufigste Herkunftsland der Asylsuchenden. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl um 31,5 Prozent. Mit rund 5800 Anträgen (plus fünf Prozent im Vergleich zu 2010) lag Irak auf Platz zwei. Serbien folgte mit 4600 Anträgen (minus acht Prozent) auf Platz drei, Iran lag mit 3400 Anträgen (plus 35,4 Prozent) auf dem vierten Platz und Syrien mit 2600 Anträgen (plus 76,8 Prozent) auf Platz fünf. Die prozentual höchste Zuwachsrate verzeichneten 2011 die Anträge von Pakistanern, die um 202 Prozent auf rund 2500 stiegen.

Rückläufig waren die Asylanträge von Bürgern aus Serbien, Kosovo und Mazedonien: Die Zahl der Erstanträge auf Asyl ging hier um etwa 2400 zurück. Von Menschen aus Serbien und Mazedonien, die inzwischen ohne Visum nach Deutschland einreisen dürfen, wurde im vergangenen Jahr kein einziger Antrag anerkannt. Bei Kosovo-Bürgern lag die Anerkennungsquote bei 0,2 Prozent.

Die Flüchtlingsorganisation Pro Asyl kritisierte, dass es einen Zusammenhang gebe zwischen den Asylbewerber-Zahlen und den Anerkennungsquoten, »den es eigentlich nicht geben dürfte«. 2011 lag die Quote bei 22,3 Prozent. Hingegen lag die Schutzquote im Jahr 2009, als nur knapp 28 000 Flüchtlinge nach Deutschland kamen, bei 33 Prozent.

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