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Von Erik Eggers, Belgrad 25.01.2012 / Sport

Alles oder nichts

26:28 gegen Dänemark: Heute spielen die deutschen Handballer gegen Polen ums Halbfinale und Olympia

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Rückraumspieler Holger Glandorf versucht, bei einem Freiwurf die dänische Mauer zu überwinden.

Nun steht ihnen steht also das »Spiel der Spiele« bevor. So bezeichnet Oliver Roggisch die heutige Partie gegen Polen, das letzte Spiel der deutschen Handballnationalmannschaft in der Hauptrunde der EM in Serbien. Trotz der 26:28-Niederlage gegen Dänemark am Montagabend in Belgrad strömte gestern die pure Entschlossenheit aus den Poren des Abwehrchefs von den Rhein Neckar-Löwen. »Dieses Spiel wird gewonnen«, hat der 32-Jährige beschlossen. Auch die rhetorischen Spielchen vor Anpfiff will er unbedingt gewinnen.

Es steht viel auf dem Spiel: Ein Sieg, und die erste Halbfinalteilnahme seit 2008 wäre geschafft. »Das wäre eine Sensation angesichts der Situation, die wir vor 14 Tagen hatten«, sagt Bundestrainer Martin Heuberger, viele hatten die deutschen Handballer im Jahr eins nach Heiner Brand schon vor dem ersten Sprungwurf abgeschrieben. Aber auch das Ticket für die Olympiaqualifikationsturniere wäre so immer noch in Reichweite. Und Roggisch dachte sogar noch weiter: »Wenn wir gewinnen, dann sparen wir uns auch die Qualifikation für die WM 2013. Ich freue mich schon darauf, mehr Urlaub machen zu können.«

Die Pleite gegen Dänemark, den ersten vergebenen Matchball fürs Halbfinale, hatten sie also schnell abgehakt. »Das ist erledigt. Wir konzentrieren uns jetzt auf die Polen«, sagte Spielmacher Michael Haaß (Göppingen), der bisher zu den großen Überraschungen des Turniers zählt. Auch Haaß weiß, dass ein Sieg die Lage des deutschen Handballs enorm verbessern würde: »Es würde sehr zur Beruhigung in vielen Bereichen beitragen«. Aber nervös macht ihn das nicht. »Man muss doch sehen, wo wir herkommen, wir haben schon mehr erreicht, als viele von uns erwartet haben.«

Unabhängig von dem, was auf dem Spiel steht - der Klassiker gegen Polen ist etwas Besonderes, seitdem die deutsche Auswahl dem Team von Bogdan Wenta im WM-Finale 2007 das Nachsehen gab (29:24). »Die sind extra heiß, aber wir auch«, weiß Haaß. »Viele Polen waren damals schon dabei«, sagt Roggisch. »Wir kennen uns so gut, weil viele von ihnen in der Bundesliga spielen. Das wird ein harter Kampf.«

Eine besondere Angelegenheit ist die Partie auch für Patrick Wiencek, obwohl der Gummersbacher Kreisläufer noch nie das Vergnügen gegen die Osteuropäer hatte. »Irgendwie hat das in der Jugend nie geklappt«, sagt der 21-Jährige, der polnische Vorfahren hat und auch das Trikot des heutigen Gegners hätte tragen können, zumal Bogdan Wenta ihn vor drei Jahren abwerben wollte. »Ich bin froh, dass sich Patrick damals für uns entschieden hat«, sagt Heuberger.

Trotz der Bedeutung des Spiels macht sich der Bundestrainer keine Sorgen, dass seine Profis die Nerven verlieren. »Die Mannschaft ist weiter, als ich dachte«, sagt Heuberger. »Sie hat nun schon mehrere Male bewiesen, dass sie einer solchen Drucksituation gewachsen ist.« Co-Trainer Frank Carstens ist beeindruckt davon, wie stabil auch die jungen Profis wie Wiencek und Patrick Greotzki (Rhein Neckar-Löwen) das Turnier bewältigen. »Wir sind mental alle sehr stark«, sagt Carstens. Und auch der Abwehrchef vertreibt jeden Zweifel aus seinen Gedanken. »Wenn wir unsere Leistung bringen, in der Abwehr und im Angriff«, sagt Roggisch, »dann werden wir die Polen schlagen.«

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