Vom Liberalismus zum Neofeudalismus

Wirtschaftsethiker Peter Ulrich fordert die Abkehr vom Prinzip der Gewinnmaximierung

Von den Teilnehmern des 42. Weltwirtschaftsforums in Davos erhofft sich der Wirtschaftswissenschaftler Peter Ulrich (63) zumindest eine Beschäftigung mit dem Tagungsmotto: »Die große Transformation«. Der emeritierte Professor an der Universität St. Gallen zählte – unter anderem in seinem Buch »Zivilisierte Marktwirtschaft« – zu den ersten Kritikern an maßlosem Renditestreben, Bonus-Exzessen und Geschäftspraktiken der Finanzwirtschaft an und über der Grenze zur Kriminalität. Mit dem Begründer der integrativen Wirtschaftsethik sprach Urs Fitze.

Peter Ulrich

nd: Herr Ulrich, Sie postulieren eine »zivilisierte Marktwirtschaft«. Was ist damit gemeint?
Ulrich: Eine Marktwirtschaft, die konsequent in die Prinzipien einer Gesellschaft freier Bürgerinnen und Bürger eingebunden wird, statt dass die Gesellschaft zunehmend unter Sachzwänge des marktwirtschaftlichen Standortwettbewerbs gestellt wird. Das war schon der Leitgedanke des Wirtschaftshistorikers Karl Polanyi in seinem Buch »The Great Transformation« (1944). Das diesjährige Weltwirtschaftsforum (WEF) hat seinen Titel ja als Motto gewählt. Ich hoffe, die dortigen Debatten gehen an Polanyis epochaler Perspektive nicht völlig vorbei.

Warum endet dieser Text denn jetzt schon? Mittendrin? Ich möchte den Artikel gerne weiterlesen!

Um den ganzen Artikel zu lesen, benötigen Sie ein entsprechendes Abo. Wenn Sie schon eins haben, loggen Sie sich einfach ein. Wenn nicht, probieren Sie doch mal unser Digital-Mini-Abo: