In seiner mehr als einstündigen Rede zum »State of the Union« (Lage der Nation) konzentrierte sich Barack Obama fast vollständig auf die Innen- und Wirtschaftspolitik des krisengeschüttelten Landes. Die USA-Außenpolitik handelte er in wenigen Sätzen ab. Er pries noch einmal die Tötung Osama bin Ladens sowie den Rückzug aus Irak und machte den Willen Washingtons deutlich, Iran am Bau von Atomwaffen zu hindern - für ihn sei da »keine Option vom Tisch«. Aber das klang alles nach Standardsätzen. Konkrete außenpolitische Initiativen des Weißen Hauses in den kommenden Monaten oder gar in einer möglichen weiteren Amtszeit ließ Obama gänzlich aus. Grund ist das Wahlkampfjahr.
Vor den Präsidentschafts- und Kongresswahlen in weniger als zehn Monaten nutzt der Amtsinhaber jede öffentliche Bühne, für sich und seine Partei zu werben beziehungsweise den Gegner zu treffen. Außenpolitik interessiert dabei weder die Wähler, noch lässt sich damit punkten mitten in einer Wirtschaftskrise. Seine Rede hielt Obama vor den Kongressabgeordneten. Aber da sie von mehr als 50 Millionen US-Amerikanern live auf fast allen TV-Kanälen zur Abendzeit gesehen wird, ist in einem Wahljahr nur noch eine wichtiger: die Nominierungsrede, wenn der aussichtsreichste Kandidat der jeweiligen Partei im Spätsommer offiziell gekürt wird.
So ging Obama auf rhetorischen Konfrontationskurs mit den Republikanern, allen voran dem Herausforderer Mitt Romney, dem das Weiße Haus trotz seiner jüngsten Rückschläge gegen Newt Gingrich nach wie vor die besten Chancen auf die Nominierung einräumt. Der Multimillionär, der ein Vermögen von mehr als 250 Millionen Dollar angehäuft hat, bietet sich dabei als ideale Zielscheibe an. Denn am selben Tag hat Romney auf innerparteilichen Druck hin seinen Steuersatz von nur 15 Prozent bekannt gegeben. Zudem soll sich ein Großteil seines Reichtums steuerfrei auf ausländischen Konten befinden.
Obama schlug dagegen vor, dass jeder Amerikaner, der mehr als eine Million Dollar verdient, einen Steuersatz von 30 Prozent entrichten sollte. Dabei bemühte der Präsident das Bild vom »American Dream« und dessen angeblicher Verheißung, nämlich »das Versprechen, dass es dir gut geht, wenn du hart arbeitest; dass du eine Familie haben kannst, ein Haus besitzen, deine Kinder auf die Universität schicken und etwas für später auf die Seite legen kannst«. Aber dafür müsse jeder »eine faire Chance erhalten, seinen fairen Beitrag leisten und sich an dieselben Regeln halten«. Dabei gehe es nicht um »demokratische Werte oder republikanische Werte, sondern um amerikanische Werte«.
Mit ähnlichen populistischen Aussagen, die Umsetzungsvorschläge vermissen lassen, machte Obama weiter. Überflüssige staatliche Funktionen müssten abgeschafft werden. Eine Steuerreform solle dafür sorgen, dass ins Ausland ausgelagerte Arbeitsplätze in die USA zurückkehren, etwa durch Steuerbegünstigungen. Unter seiner Regie seien »über drei Millionen neue Jobs geschaffen worden«, hob Obama hervor. Zur Verhinderung von unlauterem Wettbewerb kündigte er eine Arbeitsgruppe an, die gegen Immobilienfirmen ermitteln soll, die fragwürdige Hypotheken vergaben.
In der Antwort der Opposition gaben sich führende Republikaner aggressiv. Newt Gingrich warf Obama vor, er vertrete eine »extreme Ideologie von Linksaußen«. Und Mitt Romney kritisierte, Obama wolle nichts als »mehr Steuern, mehr Ausgaben, mehr Regierung«.
Am 3. Januar 2012 beginnen die US-Republikaner die Vorwahlen. In einem fünfmonatigen Wahlmarathon suchen sie einen Präsidentschaftskandidaten und Herausforderer von Präsident Barack Obama. Die Präsidentschaftswahlen finden am 6. November 2012 statt. Mehr
Deutschland erschien dreimal in Obamas Ansprache: 1. "Jackie Bray" eine vorher arbeitslose Mechanikerin, wurde umgeschult fuer "high tech" und arbeitet jetzt fuer SIEMENS Gasturbinen in USA. Die "Pool-camera" fuer die 50 Million im Fernsehen, drehte nach oben wo "Jackie Bray" neben Michelle Obama sass. 2. Spaeter wurde SIEMENS in USA noch einmal erwaehnt im Zusammenhang mit der Re-Industrialisierung in den einstigen Industriestaaten des Nordosten. 3. "GERMANY" wurde genannt mit China als Herausforderung fuer den U.S. Industrie-Export: Also wenn nur "Germany" genannt wird in Zusammenhang als Herausforderung fuer eine zukuenftige grosse Industrie-Export-Welle von USA, kann man nun etwas erwarten - in "Germany" und China - welches von geo-wirtschaftlichen Interessen der USA veranlasst wird, umd die beiden Konkurrenten zu neutralisieren. Dazu kommt Merkels unerwuenschte und wiederholende Forderung nach einer "Finanztransaktionsteuer" welche von USA und Britanien vollkommen abgelehnt wird. Man kann kein Geld verlieren bei einer Wette, dass jetzt "Germany" wieder auf eine der Listen kommt, zusammem mit China welches auch ausser der ungewuenschten Exportkonkurrenz, auch noch wegen fehlender "Finanzpartnerschaft" mit der USA die in Washington-New York veraergert. USA drueckt seit Jahren auf China damit der "yuan" aufgewertet wird und damit die Exporte Chinas verteuert und weniger wettbewerbsfaehig macht. Die USA fordert auch schon seit einiger Zeit, dass Deutschland mehr "importieren" sollte und weniger exportieren. --- Lieber Michel - draeume nicht weiter unter der Linde am Brunnen vor dem Tore: Die Geduld der "Anglos" USA&Britanien ist bald am Ende...
im nd speziell zu Syrien & Co. möchte ich an dieser Stelle das bewegende und erstaunliche Interview Jürgen Todenhöfers mit dem Tagesspiegel dringend empfehlen: erreichbar über "medienanalyse-international.de".
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