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Von Sarah Liebigt 26.01.2012 / Berlin / Brandenburg

Bei Nichtstun Streik

Ver.di setzt Tarifgespräche mit Globe Ground fort / Belegschaft bereit für »Warnschuss«

Wenn die heutigen Verhandlungen ergebnislos verlaufen, droht auf den Berliner Flughäfen ein neuer Streik. Die Beschäftigten der Firma Globe Ground gehen in die nächste Tarifverhandlungsrunde. Rund 1500 Festangestellte und etwa 500 Leiharbeiter sind derzeit beim Bodendienstleister Globe Ground beschäftigt.

Man werde in dieser Verhandlungsrunde der Arbeitgeberseite eine Tarifforderung von vier Prozent Lohnerhöhung vorlegen, so Jens Gröger, Fachbereichsleiter Verkehr bei ver.di Berlin-Brandenburg, am Mittwoch. Im derzeit geltenden Tarifvertrag sei zudem festgelegt, dass die Globe Ground-Beschäftigten einen automatisch zu zahlenden Inflationsausgleich erhalten. Der Arbeitgeber verweigere jedoch diese Zahlung. »Daher entwickelt sich hier noch ein zusätzliches Konfliktfeld«, sagt Gröger.

Sollte Globe Ground kein Angebot machen, das den Gewerkschaftern entgegenkommt, ist ein neuer Streik nicht auszuschließen. »Es wird dann zunächst einen Warnschuss geben«, sagt Gröger - jedoch nicht in den nächsten 14 Tagen. Man wolle nicht sofort den gesamten Betrieb lahmlegen. Der Fachbereichsleiter hofft auf eine erfolgreiche Einigung bis Ende März - auch wenn einige Kollegen die Idee eines Warnstreiks im Sommer durchaus »charmant« fänden. Im Juni soll der Großflughafen eröffnen.

Derzeit läuft auf dem künftigen Großflughafen Berlin-Brandenburg (BER) bereits der Probebetrieb - zu Lasten der übrigen Kollegen, die Arbeiten im regulären Betrieb übernehmen müssten, so Gröger. Parallel zum Probetrieb habe der Krankenstand auffällig zugenommen.

Auf den Flughäfen Tegel und Schönefeld ist die Globe Ground eine von zwei Abfertigungsfirmen. Vor der Privatisierung im Jahr 2008 waren dort 2000 Arbeitnehmer beschäftigt, heute hat das Unternehmen nur noch 1500 eigene Mitarbeiter. Rund 500 Leiharbeiter werden von einer Tochterfirma, der WISAG, an die Globe Ground verliehen. Die WISAG ist auch Eigentürmerin der Globe Ground.

Die stark zunehmende Leiharbeit wird insbesondere vor dem Hintergrund der Eröffnung des neuen Berlin-Brandenburger Flughafens zu einem ernsten Problem, so ver.di. Bereits jetzt habe die Konzessionsinhaberin Globe Ground Teile der Gepäckbearbeitung (im Keller des Flughafens Tegel) im Rahmen eines Werkvertrags an eine Fremdfirma vergeben, die den Betrieb mit Leiharbeitnehmern aufrechterhält, berichtet Gröger. Ver.di befürchtet daher, dass der Umfang der Leiharbeit am neuen Standort BER erheblich zunehmen wird.

Die Globe Ground bearbeitet rund 80 Prozent der Bodendienstleistungen, das zweite Unternehmen, die Acciona, rund 20 Prozent. Der Flughafenbetreiber des BER hat offenbar vor, künftig eine weitere, dritte Lizenz zu vergeben. Damit würde der Konkurrenz- und Preisdruck erheblich steigen. Schon jetzt wirft die Neuausschreibung der Bodendienstleistungen im Jahr 2014 ihre Schatten voraus. Dann nämlich läuft der Konzessionsvertrag mit der Globe Ground aus.

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