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Flugrouten für Hauptstadtflughafen bestätigt

Gegner wollen klagen

Berlin (dpa/nd) - Nach langem Streit über die befürchtete Lärmbelästigung stehen die Flugrouten für neuen Berliner Flughafen fest. Das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung entschied sich dafür, dass die Flugzeuge über den Müggelsee im Südosten der Hauptstadt fliegen sollen. Auch über den Südwesten werden Flugzeuge abheben, wie aus der am Donnerstag vorgelegten Verordnung hervorgeht. Der neue Flughafen an der Stadtgrenze in Schönefeld soll am 3. Juni in Betrieb gehen.

Bürgerinitiativen wollen sich gegen die umstrittenen Flugrouten über den Müggelsee mit gerichtlichen Schritten wehren. Eine Beschwerde bei der EU-Kommission sei bereits vorbereitet, sagte Rechtsanwalt Wolfgang Baumann am Donnerstag in Berlin kurz vor der Entscheidung des Bundesaufsichtsamts für Flugsicherung an. Die Friedrichshagener Bürgerinitiative und die »Grüne Liga« erwarten, dass die EU-Kommission die Routenentscheidung bei der Bundesregierung beanstandet, weil die Umweltverträglichkeit der Flüge über das Naherholungsgebiet nicht geprüft wurde.

»Wo ein Flughafen ist, ist auch Fluglärm«, sagte der Direktor des Bundesaufsichtsamts für Flugsicherung, Nikolaus Herrmann. Er sagte zu, nach Inbetriebnahme des Flughafens den tatsächlichen Flugbetrieb sorgfältig auszuwerten und zu überprüfen. Grundlage für die Entscheidung sei, den geplanten Flugverkehr sicher, geordnet und flüssig abzuwickeln.

Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) hat nach der Festlegung der Flugrouten eine rasche Umsetzung des Lärmschutzes gefordert. Es könnten nicht alle Anwohner zufriedengestellt werden, sagte er am Donnerstag. »Umso wichtiger ist jetzt, den Lärmschutz in voller Kraft unbürokratisch und auch in Grenzfällen im Sinne der Betroffenen umzusetzen.« Sollten sich nach der Eröffnung des Flughafens am 3. Juni neue Erkenntnisse ergeben, sollten diese in der Fluglärmkommission diskutiert werden. Platzeck spricht von »bedeutenden Verbesserungen« gegenüber den ersten Entwürfen: »Ich bin froh, dass das Bundesamt mit seinen Festlegungen im Wesentlichen die Ergebnisse der Fluglärmkommission aufgenommen hat«.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hat die Bürger aufgerufen, die Flugrouten für den neuen Hauptstadtflughafen als Kompromiss zu akzeptieren. Das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) habe zwischen den unterschiedlichsten Anforderungen und Kriterien abgewogen, erklärte er am Donnerstag nach der Entscheidung. »Ich begrüße, dass die zuständigen Bundesbehörden nun Klarheit zu den künftigen Flugrouten geschaffen haben.«

Gegen die Flugroutenpläne gibt es seit knapp eineinhalb Jahren Proteste in Berlin und Brandenburg. Künftig werden teils ganz andere Gemeinden und Stadtteile überflogen als jahrelang angenommen. Änderungsvorschläge des Umweltbundesamts berücksichtige das Amt bei der Routenfestlegung nicht.

Weitere Informationenzum Thema später auf www.nd-online.de.

Dieser Artikel gehört zu folgenden Dossiers:

  • Hauptstadtflughafen BER

    Seit Monaten hieß es am neuen Berliner Flughafen intern: Es gibt Probleme, aber wir schaffen das. Nach der Verschiebung steht der Flughafen-Start jetzt in den Sternen. Rund um den neuen Flughafen Berlin Brandenburg häufen sich die Probleme - die wieder einmal geplatzte Eröffnung ist nicht das einzige.
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