Mörfelden-Walldorf (dpa/nd). Bei den Tarifverhandlungen für die rund 50 000 Lufthansa-Beschäftigten am Boden und in der Kabine bleiben die Fronten hart. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) gingen am Mittwoch nach der zweiten Verhandlungsrunde kritisch mit einem Angebot der Arbeitgeber ins Gericht, das eine Erhöhung der Gehälter um 3,5 Prozent bei einer Laufzeit von 13 Monaten vorsieht. Dies sei nach erster Einschätzung nicht ausreichend, teilte ver.di mit. Die Arbeitgeber hingegen hätten ihr Angebot als »final« bezeichnet.
Ver.di-Vorstand Christine Behle ging laut Mitteilung davon aus, dass die am Donnerstag tagende ver.di-Tarifkommission dem Angebot nicht zustimmen wird. Es sei »angesichts von zwei Nullrunden zu niedrig und damit nicht akzeptabel«, sagte sie. »Lufthansa ist kein Sanierungsfall, sondern möchte auf dem Rücken von Beschäftigten ins Unternehmen investieren.« Das sei den Beschäftigten, die für Gewinne sorgten, nicht zuzumuten. Die Gewerkschaften ver.di und UFO treten in einer Tarifgemeinschaft auf. Sie waren mit einer Forderung nach 6,1 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten angetreten.
Hintergrund des Streits ist ein neues, 1,5 Milliarden Euro schweres Sparprogramm der Lufthansa. Die Gewerkschaften kritisieren unter anderem den geplanten Einsatz von Leiharbeitern in der Kabine am neuen Berliner Großflughafen scharf.
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