Die Nahostvorgespräche für mögliche neue israelisch-palästinensische Verhandlungen sind nach der gesetzten Frist, die nun endete, ohne den geringsten Fortschritt geblieben, und niemand kann es wundern. Selbst die einschlägigen Berufsoptimisten gaben sich erst gar keine Mühe so zu tun, als hätten sie auch nur geringfügig Besseres erwartet.
Es gibt politischen Stillstand; aber wenn es heißt, alles bleibt in Nahost, wie es ist, bedeutet das: Die Voraussetzungen, mittlerweile 62 Jahre nach dem israelischen auch einen palästinensischen Staat zu gründen, werden permanent schlechter - mit jedem Stück Land, das auf der Westbank von Palästinenser- in israelische Hand wechselt, und mit jedem (ultraorthodoxen) Siedler, der sich dort auf seinem vermeintlich von Gott zugesprochenen Eigentum niederlässt.
Palästinenserpräsident Abbas will nicht mehr verhandeln, ehe Israel nicht erstens seine Grenzen definiert und zweitens den Siedlungsbau - also die schleichende Landnahme - einstellt. Israel nennt dies »Vorbedingungen«, die es nicht akzeptiert. Ist es aber nicht im Gegenteil sogar eine Grundvoraussetzung, dass, wenn zwei über die Verteilung eines Kuchens verhandeln, nicht eine Seite schon ständig davon isst?
Es ist eine permanente Aggression. Goliath gegen David. Juden gegen Araber. Bruder gegen Bruder, denn beide sind zu hause im heiligen Land. Noah zeugte Sem und Ham, ersterer wurde der Stammvater derer in Juda und der zweite derer in Kanaan.
Araber, Juden, Christen und andere haben während der Jahrhunderte des
osmanischen Reiches, davor und auch in den ersten Jahren während der
britischen Besatzung danach, immer gut in Palästina zusammengelebt.
Erst mit der zionistischen Idee, das dieses Land den Juden gehört und
diese deshalb dort mehr Rechte haben als andere, fingen die Konflikte
in Palästina an.
Die zionistische Idee, ein Land ohne Volk für ein Volk ohne Land, war für
Palästina ein grandioser Irrtum. Denn im gelobten Land lebten bereits Menschen.
Auch Juden lebten dort schon, in friedlicher Nachbarschaft mit anderen.
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So müssen die Palästinenser bis heute für den Antisemitismus in Europa bezahlen. Ahmadinedschah hat völlig recht, wenn er die Frage stellt,
warum die Palästinenser mit ihrer Vertreibung für die antisemitischen Progrome in Europa und den Holocaust bezahlen müssen.
Bevor zu diesem Thema auf Adam und Eva zurückgegriffen werden muss, sei auf die von Micha Brumlik geleistete Darstellung des Buches von Schlomo Sand, mit dem Titel
„Die Erfindung des jüdischen Volkes“
hingewiesen, wie sie in der Jüdischen Zeitung wiedergegeben ist:
„..heute nimmt man an, dass nach dem Joch der byzantinischen Unterdrückung die meisten Juden zum Islam konvertierten. Dieser Überzeugung waren jedenfalls der spätere israelische Staatspräsident Izhak Ben-Zvi und der spätere Premierminister David Ben Gurion, die noch 1929 ein Buch publizierten, in dem sie auf der Basis etymologischer Studien zu palästinensischen Ortsnamen die These vertraten, dass die dort lebenden Fellachen nicht die Nachfahren arabischer Eroberer, sondern jüdischer Bauern seien..“
www.j-zeit.de/archiv/artikel.2367.html
Auf diesem Hintergrund sind auch die Krämpfe der Politiker und Meinungsmacher zu verstehen, von denen bundesdeutsche Politik bis hinein in die PdL begleitet werden,
wenn ihnen der Altar, genommen oder mit den Flecken der Realität übersät vor Augen geführt wird.
Den Altar hat sich die BRD mit dem sich selbst „Israel“ nennenden, neu erschaffenen Staat im Nahen-Osten mit geschaffen.
Er soll geeignet bleiben, sich vermeintlich von der deutschen Vergangenheit distanzieren und Schuldeingeständnisse schad- und folgenlos beteuern zu können.
Aber meine Eitelkeit schwer gekränkt: Du hast den Schlomo Sand ausgegraben, nach dem ich über Noahs Söhne sinniert habe. Über Noah reden, ist ganz weit weg von Adam und Eva. Mir ging es nicht um den Urschleim der Menschheit, sondern um den Urschleim des Judentums und der wabert da, wo der Mythos von Ham und Sem seinen Ursprung hat: Juden und Araber sind eines Stammes.
Und um den Faden ernsthaft fort zu spinnen: So weit ich armer Wicht die europäische Geschichtsschreibung (selbstverständlich auch jüdischer Historiker) erahne, weiß ich wenig WIRKLICHES über das Schicksal der Juden "nach Christus", ihren Auszug, ihre Ausbreitung, ihre Verwandlungen.
Wir stehen ganz unter dem Eindruck der antisemitischen Nebelbomben, die das katholische Rom seit 1 000 Jahren bis auf den heutigen Tag zündet.
Da wundert auch nicht, daß die Gegenseite ihrerseits neue Mythen pflegt. Ganz besonders den Mythos, daß der Staat Israel eine unmittelbare Reaktion auf die Shoa ist. Dem ist ja ganz und gar nicht so.
Tja, und die anderes Seite kann nichts dagegen tun.
Denn hier "verhandeln" nicht zwei gleichwertige Partner, sondern hier
verhandelt die Besatzungsmacht mit den Besetzten, ein Gefängniswärter
mit dem Gefangenen.
Und das Land, sprich den Kuchen, betrachtet die Besatzungsmacht als
Teil ihres "heiligen" Landes, ihr erklärtes Ziel ist es, die Westbank dem
Staatsgebiet Israels einzuverleiben.
Für die Palästinenser bleiben nur immer kleinere Kantone, in denen ihnen das Leben bewusst schwer und schwerer gemacht wird. In der Hoffnung,
das sie irgendwann aufgeben und abwandern.
Das alles ist das erklärte Ziel der Regierung Netanyahu/Lieberman,
und genau in diesem Sinn haben alle Vorgänger-Regierungen gehandelt.
Daran wird täglich, bewusst und planmäßig gearbeitet.
Was sollen da "Verhandlungen" bringen? Natürlich nicht, ausser Zeitgewinn für weitere Landnahme?
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Das alles weiß natürlich auch das Nahost-Quartett, weiß Frau Merkel,
und die anderen Staatsoberhäupter des Westens wissen es ebenfalls.
Es wird keinen Palästinenser-Staat geben, in Palästina geschieht genau
das, was die Regierung Israels will.
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Das dabei die Palästinenser mit Füßen getreten werden, ihre Rechte
ignoriert werden, weiß auch jeder. das wissen sogar die Bürger im Westen, und dies wiederum ist der einzige Grund für die leichte Kritik der westlichen Regierungen am Siedlungsbau, für die "Forderungen" des Nahost-Quartetts. Die Regierungen im Westen können nicht offen das Unrecht der Besatzung akzeptieren, auch wenn sie es mit ihrem Handeln real tun.
Um der Bevölkerung in den eigenen Ländern Sand in die Augen zu streuen, reden sie von Verhandlungen, kritisieren den Siedlungsbau -
und haben die Entscheidungen der israelischen Regierung doch längst
akzeptiert.
Abbas wird bedrängt werden, von Merkel, Ashton und Ban Ki-moon, wie der israelischen Presse zu entnehmen ist, das Spiel fortzusetzen, das initiiert wurde um die UN-Anerkennung eines palästinensischen Staates zu verhindern.
Es geht dabei nun auch darum, den Nebel für künftige Geschichtsschreibung zu verbreiten. Während unwidersprochen seit Veröffentlichung des Quartett-Fahrplans vom September davon die Rede war, dass eine vorbereitende Verhandlungsphase nach 90 Tagen abgeschlossen sein sollte, behaupten Israels Machthaber in den letzten Tagen, diese 90 Tage hätten erst mit dem Beginn der Gespräche in Amman vor etwa 2 Wochen begonnen.
Dennoch haben sie sich bemüht, vor Ablauf des 26 Januars doch noch etwas zum zukünftigen Grenzverlauf zu präsentieren, Grundsätze deren Tenor ist, die Siedler sollen bleiben wo sie sind und dort soll zukünftig „Israel“ sein, der verbleibende Rest könnte ein „Palästina“ werden.
Auf Kartenmaterial um dies zu illustrieren, wurde wohlweislich verzichtet.
„Israel presents the Palestinians with its stance on borders“
www.haaretz.com/news/diplomacy-defense/israel-presents-the-palestinians-with-its-stance-on-borders-1.409363
Aktuelle Ausgabe: 23.05.2012
Lieberman: Frieden ist unmöglich Israelischer Außenminister sieht gefährliche Hoffnungen in Nahost
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