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Zwei helle Planeten schmücken den Abendhimmel und ziehen die Blicke auf sich: Venus und Jupiter. Mit Einbruch der Dunkelheit leuchtet weit im Südwesten die Venus auf - auch Abendstern genannt, obwohl sie gar kein Stern, keine glühende, selbstleuchtende Gaskugel wie unsere Sonne ist, sondern ein Planet. Gleich darauf macht sich Jupiter hoch am Westhimmel bemerkbar.
Venus und Jupiter sind als auffällige, weiße Lichtpunkte zu erkennen, noch lange bevor die Sterne in der fortschreitenden Dämmerung zu sehen sind. Venus verfolgt Jupiter, der gemächlich durch das Sternbild Widder wandert. Venus rückt immer näher an Jupiter heran und wird ihn schließlich Mitte März überholen. Venus geht Anfang Februar kurz vor neun Uhr abends unter, zu Monatsende dann gut eine Stunde später.
Am Osthimmel macht sich ein weiterer heller Planet bemerkbar: der rötlich-gelbe Mars. Er bewegt sich rückläufig im Grenzgebiet der Sternbilder Löwe und Jungfrau. Der Rote Planet verlagert seine Aufgänge in die frühen Abendstunden. Steigt er am 1. kurz nach halb neun Uhr abends über die Horizontlinie, so erfolgt sein Aufgang am 29. schon um sechs Uhr nachmittags. Damit wird Mars zum Planeten der gesamten Nacht.
Mitte Februar passiert Mars den sonnenfernsten Punkt seiner elliptischen Bahn, wobei ihn 249 Millionen Kilometer von der Sonne trennen; diese Strecke überbrückt das Sonnenlicht in knapp vierzehn Minuten. Anfang März überholt die Erde den Planeten auf der Innenbahn - eine Marsopposition tritt ein. Die bevorstehende Opposition macht sich an der zunehmenden Marshelligkeit bemerkbar.
Ein netter Himmelsanblick ergibt sich am 25. abends: Die vier Tage alte Mondsichel gesellt sich zu Venus. Einen Tag später sieht man den zunehmenden Mond bei Jupiter. Am 10. zieht der abnehmende, immer noch rundliche Mond an Mars vorbei. Am 7. tritt im Sternbild Löwe um 22:54 Uhr die Vollmondphase ein, während unser Nachbar im All am 21. um 23:35 Uhr in Neumondposition kommt.
Saturn kann am besten in der zweiten Nachthälfte beobachtet werden. Er hält sich in den östlichen Gebieten der Jungfrau auf. Seine Aufgänge verlagert er in die späten Abendstunden. Geht Saturn Anfang Februar kurz nach Mitternacht auf, so überschreitet er die östliche Horizontlinie am 29. schon eine Viertelstunde nach zehn Uhr abends.
In der letzten Februarwoche taucht der schwierig zu beobachtende Merkur am Abendhimmel auf. Gegen halb sieben Uhr abends ist es dunkel genug, um ihn knapp über dem Westhorizont zu erkennen. Eine Viertelstunde später wird er in den dichten, horizontnahen Dunstschichten unsichtbar.
Noch bestimmen die Wintersternbilder den abendlichen Himmelsanblick. Allerdings sind sie bereits deutlich nach Westen gerückt. Auffallend steht der Himmelsjäger Orion im Südwesten, gefolgt von Sirius, dem Hauptstern des Großen Hundes. Sirius funkelt in einem bläulich-weißen Licht. Er ist der hellste Stern am Nachthimmel. Nur die Planeten Venus und Jupiter sowie in seltenen Fällen Mars übertreffen ihn an Helligkeit.
Hoch am Südhimmel nimmt die doppelte Sternenkette der Zwillinge mit den beiden hellen Sternen Kastor und Pollux ihren Platz ein. Hoch im Westen ist der Stier mit seinem orangen Stern Aldebaran mitten im Sternhaufen der Hyaden zu finden - sowie das nette Sternengrüppchen der Plejaden, auch als Siebengestirn bekannt. Im Osten ist bereits der Löwe zu sehen, das prominenteste Frühlingssternbild. Er kündet die kommende Jahreszeit an. Die Sonne wandert entlang des aufsteigenden Astes ihrer Jahresbahn. Die Tageslänge nimmt im Februar um eineinhalb Stunden zu und die Mittagshöhe um fast zehn Grad.
Der Februar hat in diesem Jahr 29 Tage. Schon im alten Ägypten war bekannt, dass ein Jahr um einen Vierteltag länger ist als genau 365 Tage. Gaius Julius Caesar übernahm diese Erkenntnis, als er den römischen Kalender im Jahre 46 vor Chr. reformierte. Sein nach ihm benannter Julianischer Kalender sieht vor, dass in jedem vierten Jahr im Februar ein Schalttag einzuschieben ist.
Würde - wie im alten ägyptischen Kalender - kein Schaltjahr zu 366 Tagen alle vier Jahre angesetzt, liefe der astronomische Frühlingsbeginn durch alle Monate des Kalenders. Jeweils nach vier Jahren passierte die Sonne den Frühlingspunkt einen Tag später. Nach 360 Jahren wäre dann am 21. März Winterbeginn und am 21. Juni hätten wir Frühlingsanfang und die heiße Sommerzeit fiele in die Monate September und Oktober.
Am 20. Februar vor 250 Jahren starb im Alter von nur 39 Jahren einer der bedeutendsten Astronomen, Mathematiker und Geodäten des 18. Jahrhunderts: Tobias Mayer. Er gilt als Vermesser des Himmels, der Erde und der Meere. Der aus Marbach stammende Mayer wurde Mathematikprofessor an der Uni Göttingen und dort Leiter der Sternwarte. Er fertigte eine hochgenaue Mondkarte an. Eine seiner größten Leistungen war die Lösung des Längengradproblems anhand genauer Mondtafeln. Viele Seefahrer hat er damit sicher zum Ziel gebracht. Die britische Marine verlieh ihm einen Preis von damals stolzen 3000 Pfund.
Aktuelle Ausgabe: 24.05.2012
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