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Von Verehrern seiner Kunst wird er als der »deutsche Walt Disney« gerühmt. Er selbst bezeichnete sich bescheiden als »Meister Tusche«. Heinz Rammelt (Foto: privat) wurde am 29. Januar 1912 in Leipzig in einer Künstlerfamilie geboren. Der Großvater war Hofmaler, die Mutter Käthe Rammelt-Bürger Kunstmalerin. Bereits der junge Rammelt zeigte eine Vorliebe für Tierzeichnungen.
Nach zwei Studienjahren an der Leipziger Akademie wechselte der junge Mann an die Münchner Akademie, wo er in die Malklasse von Angelo Jank aufgenommen wurde. Sein erstes eigenes Buch mit gezeichneten Tiergeschichten verschaffte Rammelt 1936 den Durchbruch. Der nunmehr in Berlin Lebende wurde ein gefragter Buchillustrator. Er zeichnete u. a. für »Hannibal und Bambi bei den Känguruhs« sowie für »Manege frei« und arbeitete an Waldemar Bonsels berühmter »Biene Maja« mit. Schließlich wurde er an der Seite von E.O. Plauen, der mit seinen »Vater und Sohn«-Zeichnungen Ruhm erlangte, Hauptzeichner der Deutschen Zeichenfilm GmbH, die mit ihren Trickfilmen den amerikanischen Walt-Disney-Produktionen Konkurrenz machen wollte. Doch nach dem ersten Erfolgsstreifen »Armer Hansi« brach der Krieg aus.
Nach 1945 zunächst bei Oschersleben als freischaffender Künstler tätig, verfasste Rammelt neue Bilderbücher wie das beliebte »Fest der Tiere«. Wieder war er sehr erfolgreich. Ab 1954 mit seiner Familie in Dessau sesshaft, arbeitete er für bekannte DDR-Zeitschriften wie »NBI«, »Eulenspiegel«, »Frösi«, »Die Trommel«, »Bummi« und »Atze« sowie für Puppentrickfilme der DEFA. Besondere Bekanntheit erlangte seine Serie »Herr Fuchs und Frau Elster«. Nach der Eröffnung des Tierparkes in Dessau hatte er seine Hauptmotive buchstäblich vor der Tür.
Auch seine Kinder schlugen eine künstlerische Laufbahn ein, Sohn Olaf wurde Grafiker und Tochter Annekatrin Bürger als Schauspielerin berühmt. Heinz Rammelt starb 2004 in Dessau, wo die Erinnerung an ihn weiter gepflegt wird. Freunde und Fans sind herzlich zur Eröffnung einer Kabinettsausstellung an diesem Sonntag, 15 Uhr, in der Franz-Mehring-Str. 14 in Dessau eingeladen.
Aktuelle Ausgabe: 26.05.2012
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